Politik

USA: Donald Trump kündigt neue globale Zölle von zehn Prozent an | ABC-Z

US-Präsident Donald Trump will nach der ​Entscheidung des ⁠Obersten Gerichtshofs ​gegen
von ihm ‌verhängte ⁠Zölle ​neue Abgaben auf einer ​anderen
gesetzlichen Grundlage verhängen. Er werde einen globalen Zoll
von ⁠zehn Prozent ​zusätzlich ‌zu den ‌bestehenden Zöllen ​verhängen,
kündigte er an.

Trump kündigte an, noch am heutigen Freitag ein entsprechendes Dekret zu unterschreiben. Die neuen Zölle sollen 150
Tage gelten.

Das oberste US-Gericht hat zuvor den Großteil der von Trump verhängten Zölle für unrechtmäßig erklärt. Die Richter entschieden
mehrheitlich, das von Trump bemühte Notstandsgesetz ermächtige den Präsidenten nicht dazu, Zölle zu verhängen. Trump hatte die Zölle, die unter anderem gegen Länder in Europa gerichtet waren, mit dem IEEPA-Notstandgesetz von ⁠1977 begründet. Für die nun angekündigten neuen Zölle bezog Trump sich auf den Trade Act von 1974. Dieser ermächtigt einen US-Präsidenten,
bei “großen und ernsten” Zahlungsbilanzschwierigkeiten ​Zölle von
bis zu 15 Prozent gegen ⁠Länder zu ​verhängen.

Diese können für
bis ‌zu 150 Tage gelten. Untersuchungen oder sonstige
verfahrensrechtliche Hürden sind ‌dabei nicht vorgesehen. In dieser Zeit könnte Trump nach Alternativen für seine bisherige Zollpraxis suchen.

Trump kündigt “noch härteren” Kurs an

Trump wolle nun einen “noch härteren” Kurs einschlagen und alternative Wege nutzen, die mehr Geld bringen
könnten als die soeben gestoppten Zölle. Es sei ihm etwa erlaubt, ein Embargo gegen Länder zu
verhängen, sagte er. Er verwies zudem auf andere rechtliche Grundlagen
für das Verhängen von Zöllen.

Er nannte das Urteil des Supreme Courts “zutiefst enttäuschend” und eine “Schande”. “Ich schäme mich für bestimmte Mitglieder des Gerichts”, sagte er vor der Presse in Washington, D.C. Sie seien “eine Schande” für die Nation und hätten sich “ausländischen Interessen” unterworfen, behauptete er, ohne Belege zu nennen.

Trump rechnet mit jahrelangen Gerichtsprozessen

Trump rechne mit langwierigen Rechtsstreitigkeiten um die Rückerstattung der
bisher gezahlten Sonderzölle. “Wir werden die nächsten fünf Jahre vor
Gericht verbringen”, sagte er. Er
bezifferte die bisherigen Zoll-Einnahmen auf “hunderte Milliarden
Dollar”. Ökonomen schätzen sie auf rund 175 Milliarden Dollar.

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