USA rüsten für Krieg gegen Iran: Größtes Luftwaffenaufgebot seit dem Irakkrieg | ABC-Z

„Unser Präsident wird einen Krieg mit dem Iran beginnen, weil er absolut unfähig ist zu verhandeln.“ Mit diesen Worten kritisierte Donald Trump den damaligen US-Präsidenten Barack Obama in einem Video im Jahr 2011. Ein Jahr später twitterte Trump: „Lasst Obama nicht die Iran-Karte ausspielen, um einen Krieg zu beginnen, damit er gewählt wird – seid vorsichtig, Republikaner!“
Anderthalb Jahrzehnte später ist Trump US-Präsident – und alle Welt kann einmal mehr sehen, wie sich seine Anschuldigungen als Projektion entpuppen. Parallel zu den bislang ergebnislosen Verhandlungen über Irans Atomprogramm hat Trump der Führung in Teheran immer wieder mit Angriffen auf das Land gedroht. Und obwohl der Präsident wohl noch keine finale Entscheidung getroffen hat, ist eine Attacke in den kommenden Tagen oder Wochen alles andere als ausgeschlossen.
Bereits im Januar hatte Trump mit einem Militärschlag gedroht, nachdem das Regime die Protestbewegung im Iran blutig niedergeschlagen hatte. Doch im Januar waren weder die USA für einen Angriff gerüstet, noch sahen sich Israel und die Golfstaaten auf die mit Sicherheit folgenden Gegenschläge vorbereitet.
Mittlerweile aber kann Trump seine Drohungen unterfüttern. In den vergangenen Wochen haben die USA viel Militärequipment in die Region verlegt. Besonders mit Blick auf die Luft- und Seestreitkräfte ist es das größte Aufgebot an Kriegsmaschinerie seit dem Irakkrieg 2003.
Zwei Flugzeugträger und viele Kampfjets
So schickten die USA unter anderem Flugzeuge zur Luftbetankung und 50 zusätzliche Kampfjets der Typen F-35, F-22 und F-16 in den Nahen Osten. Hinzu kommen zwei Flugzeugträger mit den dazugehörigen U-Booten sowie kleineren und größeren Kriegsschiffen.
Besonders in der Verlegung der Flugzeugträger sieht Sicherheitsexperte Sebastian Bruns ein Zeichen dafür, dass die USA es mit einem Angriff ernst meinen. Bereits in der Region befindet sich die „USS Abraham Lincoln“, die Platz für 90 Flugzeuge und über 5.600 Besatzungsmitglieder bietet. Laut Berichten der BBC liegt sie derzeit vor der Küste von Oman, etwa 700 Kilometer von Iran entfernt. Und jetzt ist auch der Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ an der Straße von Gibraltar angekommen. Von dort soll er weiter ins Mittelmeer fahren, auch um Israel im Kriegsfall zu beschützen.
Die „USS Gerald R. Ford“ war zuvor noch in der Karibik stationiert. Dort war sie Teil jenes Militäraufgebots, das Anfang Januar im Angriff auf Venezuela gipfelte. Doch während die Entführung Maduros recht reibungslos gelang, können die USA nicht davon ausgehen, im Iran eine ähnliche Aktion durchzuführen. Statt einer Kidnapping-Operation wäre mit massiven Luftschlägen zu rechnen, wahrscheinlich im Verbund mit Israel. Diese Angriffe würden sich wohl auf strategische Stellungen der Streitkräfte und der Revolutionsgarden konzentrieren, und – je nach politischer Vorgabe – auf die islamistische Führung oder die Nuklearanlagen.
Mehreren US-Medien zufolge reicht die gegenwärtige Militärpräsenz bereits für einen Angriff aus. Dagegen berichtet Reuters mit Bezug auf Regierungsquellen, im Weißen Haus gehe man davon aus, erst Mitte März die dafür notwendigen Soldaten und die Ausrüstung an Ort und Stelle zu haben. Mit 30.000 bis 40.000 Soldaten im Nahen Osten ist die Gesamtzahl im Vergleich zum Irakkrieg 2003 deutlich geringer. Denn auch wenn es denkbar ist, dass Trump versucht, durch Luftschläge die Führung der Islamischen Republik zu töten, rechnet niemand mit einer massiven Bodeninvasion.
Vorbereitung auf Gegenangriffe
Während Israel sich dieser Tage auf die wahrscheinlichen Gegenschläge vorbereitet, verstärken auch die USA ihre Militärbasen in der Region um weitere Raketenabwehrsysteme und ziehen Personal ab. Denn obwohl die USA dem Regime in Teheran militärisch weit überlegen sind, könnten nennenswerte Opfer unter US-Soldaten die Antikriegsstimmung im Land anheizen.
Einer Umfrage zufolge befürwortet nicht mal ein Viertel der US-Bürger einen Angriff
Einer Umfrage Anfang Februar zufolge befürwortet nicht mal ein Viertel der US-Bürger einen Angriff auf den Iran. Am ehesten zeigen sich noch republikanische Wähler dafür offen – etwa 40 Prozent sprachen sich für einen Angriff aus, 25 Prozent dagegen, und 35 Prozent waren sich unsicher.
Im Repräsentantenhaus will eine Gruppe von Abgeordneten eine Resolution verabschieden, die Trump einen Angriff ohne Zustimmung des Kongresses verbieten würde. Doch wie in ähnlichen Fällen in der Vergangenheit ist es nicht wahrscheinlich, dass die Demokraten genügend republikanische Abweichler finden können – geschweige denn, dass der Präsident sich von solch einer Resolution beirren lassen würde.





















