US-Handelsdefizit sinkt trotz hoher Zölle nur leicht | ABC-Z

Trotz umfangreicher Zölle hat sich 2025 die Lücke zwischen Importen und Exporten in den USA nur minimal verringert. Ökonomen sprechen von einem Eigentor – die US-Zölle träfen vor allem das eigene Land.
Das US-Handelsdefizit ist im vergangenen Jahr trotz der von Präsident Donald Trump verhängten Zölle kaum gesunken. Wie das Handelsministerium mitteilte, übertrafen die Importe von Waren und Dienstleistungen die Exporte um etwa 901,5 Milliarden Dollar. Das sind nur rund zwei Milliarden Dollar weniger als noch 2024.
Das geht vor allem auf den Warenhandel zurück. Dort stieg das Defizit um 2,1 Prozent, während der Überschuss bei den Dienstleistungen um 8,9 Prozent zunahm.
Zölle treffen vor allem die USA
Trump hatte nach seinem Amtsantritt zahlreiche Strafzölle verhängt, unter anderem gegen die EU. Trump begründet seine Handelspolitik mit dem Vorwurf, die USA würden von anderen Staaten ausgenutzt. Für fast alle Waren aus der EU müssen seit August Zölle in Höhe von 15 Prozent gezahlt werden.
Nach Einschätzung von Ökonomen tragen jedoch überwiegend US-Importeure und Verbraucher die Kosten der Zölle. Eine Untersuchung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) kommt zu dem Ergebnis, dass 96 Prozent der Last in den USA anfielen. “Die Zölle sind ein Eigentor”, sagte IfW-Forschungsdirektor Julian Hinz. Die Behauptung, dass ausländische Staaten sie trügen, sei ein Mythos.
Trumps Wirtschaftsberater kritisiert Notenbank-Studie
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie der regionalen Notenbank New York Federal Reserve. Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett wies diese jedoch scharf zurück. “Das Papier ist eine Schande”, sagte er dem Sender CNBC. Es sei aus seiner Sicht “das schlechteste Papier” in der Geschichte des Federal-Reserve-Systems.
Zuletzt nahm das US-Handelsdefizit deutlich zu. Im Dezember stieg es um fast ein Drittel auf mehr als 70 Milliarden Dollar. Grund waren sinkende Exporte, während die Importe deutlich anstiegen.





















