Schiedsrichter: Staatsanwaltschaft ermittelt offenbar gegen Pascal Kaiser | ABC-Z

Der Schiedsrichter Pascal Kaiser steht Medienberichten
zufolge im Verdacht, Straftaten gegen ihn vorgetäuscht zu haben. Wie der Kölner
Stadt-Anzeiger berichtet, soll die Polizei die Wohnung von Kaiser durchsucht haben.
Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte der ZEIT, Ermittlungen gegen einen in
Wermelskirchen wohnhaften Mann aufgenommen zu haben. Es bestehe der
Anfangsverdacht des Vortäuschens einer Straftat. Den Namen des Verdächtigen wollte
die Staatsanwaltschaft ausdrücklich nicht nennen, es gilt die Unschuldsvermutung.
Ende Januar hatte Kaiser seinem Partner im voll besetzten
Stadion des 1. FC Köln einen Heiratsantrag gemacht, kurz vor Anpfiff des
Bundesligaspiels gegen den VfL Wolfsburg. Das Video des Antrags ging viral.
Kurz danach postete Kaiser ein Foto von sich auf Instagram,
das ihn mit Verletzungen im Gesicht zeigt. Nach Angaben seines Anwalts Moritz Lange wurde er
zweimal in der Nähe seines Hauses tätlich angegriffen. Die Polizei bestätigte
der ZEIT den Eingang zweier Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung,
ohne den Namen Kaisers zu nennen. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen
übernommen, hieß es damals. Auch ein homophober Hintergrund werde geprüft.
Schrieb Kaiser die Drohnachrichten selbst?
Nach dem öffentlichen Antrag habe sein Mandant mehrfach
Drohungen erhalten, sagte Lange vorige Woche der ZEIT. Einige hätten homophobe
Äußerungen und Gewaltdrohungen enthalten. Kaiser habe die Polizei verständigt,
die ihn auch zu Hause aufgesucht habe, jedoch nicht dauerhaft vor Ort geblieben
sei.
An einem Samstagabend vor zwei Wochen wurde Kaiser nach
Angaben des Anwalts dann von drei Unbekannten vor seinem Haus angegriffen und
im Gesicht verletzt. Nach dem Angriff habe er im Krankenhaus behandelt werden
müssen. Wenige Tage später habe es in der Nacht dann einen neuen Vorfall
gegeben, bei dem er vor seiner Haustür tätlich angegriffen worden sei.
Wie der Kölner Stadtanzeiger nun berichtet, durchsuchte die
Polizei Ende vergangener Woche das Haus Kaisers. Eine Hausdurchsuchung bestätigte auch die Staatsanwaltschaft gegenüber der ZEIT, ohne Kaisers Namen zu nennen. Zu dem ungenannten Verdächtigen hieß es: “Er ist verdächtig,
Körperverletzungsdelikte zu seinem Nachteil vorgetäuscht und zuvor vermeintlich
an ihn gerichtete Drohnachrichten selbst verfasst und abgesandt zu haben.” Bei der Hausdurchsuchung in Wermelskirchen seien
Beweismittel sichergestellt worden.
Frühere Vorwürfe gegen Kaiser
Nach Angaben des Kölner Stadt-Anzeigers sollen Kaiser und sein
Partner zudem rechtsmedizinisch untersucht worden sein. Dabei soll offenbar geprüft werden, ob er sich selbst verletzt oder ob sein Partner ihm die Verletzungen zugefügt
habe. Kaiser soll zu den Vorwürfen demnach bisher schweigen.
Vorwürfe gegen Kaiser wurden bereits kurz nach dem Antrag Ende Januar laut. Medien berichteten damals, sein früherer
Arbeitgeber, der Betreiber einer Bar in Köln, werfe Kaiser vor,
mehrere Tausend Euro unterschlagen zu haben. Kaiser bestreitet die
Vorwürfe, wie sein Anwalt mitteilte. Ihm zufolge gebe es außerdem Anhaltspunkte dafür, dass der
frühere Arbeitgeber Kaisers Wohnadresse veröffentlicht habe.
Nach der angeblichen Gewalttat hatte es zahlreiche Solidaritätsbekundungen mit Kaiser gegeben. Der 1. FC Köln etwa teilte mit: “Der blanke Hass, der hinter dieser feigen Attacke steckt, bestätigt auf
abscheuliche Art und Weise, wie wichtig unser Engagement als FC-Familie
gegen jegliche Form von Gewalt ist.” Auch die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), sprach Anteilnahme aus: “Pascal wurde Opfer feiger und menschenverachtender Gewalt. Aus hässlichen Worten werden noch hässlichere Taten.” Es liege an allen, “entschieden zu widersprechen, solidarisch zu handeln und keinerlei verbale oder körperliche Gewalt zu akzeptieren”.





















