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Handball-Champions-League: SC Magdeburg kann das Viertelfinale klarmachen | ABC-Z

Stand: 18.02.2026 07:42 Uhr

Nach dem Dämpfer in der Bundesliga gegen Kiel winkt dem SC Magdeburg in der Champions League gegen GOG Handbold nicht nur der elfte Sieg im elften Gruppenspiel, sondern auch der vorzeitige Einzug ins Viertelfinale.

Jede Serie – so famos sie auch sein mag – findet irgendwann ihr Ende. Das musste selbst der SC Magdeburg am vergangenen Sonntag erfahren, als die Sachsen-Anhalter beim 29:31 in Kiel nach 34 Spielen ohne Niederlage in der Bundesliga erstmals wieder verloren. Höchste Zeit also, dass eine andere Serie weiter in die Höhe geschraubt wird. Denn in der Gruppenphase der Champions League hat der Titelverteidiger nach wie vor eine weiße Weste und steht nach zehn Siegen aus zehn Spielen schon mit anderthalb Beinen im Viertelfinale. Am Mittwoch (20:45 Uhr im Audiostream und SpiO-Ticker) können zuhause gegen den dänischen Spitzenklub GOG Handbold auch die letzten Restzweifel am vorzeitigen Einzug in die Runde der besten Acht beseitigt werden.

Das wiederum wäre gleich aus mehreren Gründen von Vorteil. Durch das Auslassen der Zwischenrunde könnte Titelverteidiger SCM auf dem anvisierten Weg ins Final-Four-Turnier in Köln gleichzeitig auch wichtige Körner für den Meisterkampf in der Bundesliga sparen. Auf der anderen Seite bietet sich die schnelle Chance zur Rehabilitation nach der Niederlage in Kiel. Wobei Rehabilitation in diesem Falle zu weit gegriffen wäre. Schließlich agierte Magdeburg gegen den einstigen Branchenprimus durchaus auf Augenhöhe, verlor nach der Pause allerdings seine Dominanz in der Abwehr und vergab vorne zu viele Würfe.

Wiegert: “Über’s Wasser gehen können wir alle nicht”

“Natürlich hätte ich es gern noch etwas nach hinten gezogen und noch ein wenig an der Serie geschraubt”, sagte Wiegert am Dienstag in einer Presserunde. “Aber der SC Magdeburg soll sich nicht über Serien und Erfolge profilieren, sondern über die Arbeit, die dahintersteht.” Man sei “demütig” mit der Serie umgegangen. “Es kam von außen, dass der SC Magdeburg kein Spiel verlieren wird. Ich habe mich nach der Niederlage nicht erschrocken, denn über’s Wasser gehen können wir alle nicht”, meinte Magdeburgs Erfolgscoach.

Doch auch Wiegert wird daran gelegen sein, den Kiel-Dämpfer so schnell wie möglich abzuhaken. Gegen GOG geht der SCM angesichts seiner bisherigen Auftritte in der Königsklasse als klarer Favorit ins Spiel. Schon das Hinspiel im Oktober war beim 39:30-Sieg der Magdeburger eine deutliche Angelegenheit. Gegen die Dänen, die mit vier Siegen und sechs Niederlagen derzeit auf Platz fünf der Gruppe B stehen, reicht bereits ein Remis, um ins Viertelfinale einzuziehen. Bei einer Niederlage hätte der SCM noch drei weitere Matchbälle.

SCM kann eigenen Rekord ausbauen

Ein solches Szenario passt aber nicht wirklich ins Weltbild von Wiegert. “Unser Ziel war es vor der Saison, die Champions League-Gruppenphase als Erster oder Zweiter abzuschließen und direkt in das Viertelfinale zu kommen. Wenn wir das jetzt schaffen können, worauf dann noch warten?”, führte der 44-Jährige aus: “Es ist unsere Kultur, dass wir, wenn wir auch immer einen der ersten beiden Plätze sicher haben, weiter Spiele gewinnen wollen. Es ändert sich deshalb nichts.” Zumal die Magdeburger in der Champions League ihren eigenen Rekord von saisonübergreifend 13. Siegen in Folge ausbauen können – Stichwort Serie.

Die einen sammeln Briefmarken, die anderen Rekorde: Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert (r.) mit Kreisläufer Magnus Saugstrup.

Dass es am Mittwoch gegen GOG aber alles andere als ein Selbstgänger wird, ist natürlich auch Wiegert bewusst. “Für mich ist das einer der talentiertesten Kader Europas, eine verdammt junge Champions-League-Mannschaft, die das sehr gut macht. Ich bin Fan ihrer Spielphilosophie und ihrer Spielkultur”, fand er nur lobende Worte für den Gegner. GOG stellt in Frederik Bjerre unter anderem den drittbesten Schützen (78 Treffer) dieser Königsklassen-Saison. Daneben dürfte der Fokus auf Oskar Vind Rasmussen liegen. Der 25-jährige Rechtsaußen wechselt im Sommer die Seiten und wird dann für den SC Magdeburg auf Tore- und Rekordjagd gehen.

SpiO

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