20 000 Zuschauer beim Olchinger Faschingszug – Fürstenfeldbruck | ABC-Z

27 von PS-starken Zugmaschinen geschleppte Motivwagen mit ideenreich gestalteten Aufbauten, ein knappes Dutzend Fußgruppen wie die „Amperhexn“ in bunten Fantasiegewändern und viele originelle Solo-Maskierte haben am Faschingsdienstag in Olchings Innenstadt wieder tausende Zuschauer begeistert. „Wie viele kommen, können wir nur schätzen, aber gut 20 000 werden es erfahrungsgemäß schon sein“, sagte einer der Ordner.
Kritisch-satirische Blicke auf die Weltpolitik, auf Trump oder Putin, gab es nicht, außer dass der Kellerclub Gernlinden von einem „Cyber-Truck“ herab verkündete: „Der Musk tut sich die Haare raufen, kein Mensch will ein Tesla-Auto kaufen. Musk hat nicht alle Latten am Zaun, kein Wunder, dass wir ein solches Auto bau’n, um zu einem anderen Stern abzuhau’n“.
In gewisser Weise Star des Narrenzuges war Olchings Bürgermeister Andreas Magg. Mit „Pfia die God Magg“ verabschiedete sich der Motorsportclub (MSCO) beim rosaroten Panther Magg. Die Frage „Wer hat an der Uhr gedreht, ist es vielleicht schon zu spät?“spielte darauf an, ob es nach 18 Jahren der richtige Zeitpunkt ist, Landrat werden zu wollen. „Vielleicht kommt er bald wieder“, hieß es denn auch auf dem Wagen. Die Olchinger Volksbühne sah den SPD-Bürgermeister auf einem „Traumteppich“ in Richtung Landratsamt abheben. „Unser Magg hebt ab und verlässt die Stadt“ war auf dem Wagen zu lesen, auf dem er, wohl zum letzten Mal, als König von Olching thronte.

Der so Dargestellte nahm es mit Gelassenheit und ließ sich mit seinen Doubles sogar fotografieren. Viele Gruppen kamen aus dem Landkreis Dachau auf riesigen Piratenschiffen oder Hauswagen mit Sauna und Saloon. Sie thematisierten allgemeine Themen wie die „Winnetou“-Parodie von Bulli Herbig oder den Song „Highway to Hell“, um als Biker auf die „Rennstrecke Bundestraße 471“ hinzuweisen.
Jugendliche aus Eisenhofen fuhren mit einem U-Boot auf, „weil die Gemeinde absäuft“. Röhrmooser boten an, ihr Sportzentrum für Olympia anzumelden („Da braucht’s koan Bürgerentscheid“) und aus Feldgeding kam die Aufforderung „Geringverdiener weg“, um sie auf dem Weg nach Kitzbühel nicht zu behindern.

Aus dem laufenden Wahlkampf haben sich die Gruppen weitgehend herausgehalten, Maggs „Möchtegern-Nachfolger“ wurden allerdings in einem „Spiel um die Macht – Olchnopoly“ gesehen. „Zu den Frauen und Männern, die Bürgermeister Magg beerben wollen, gäbe es schon einiges zu kommentieren, aber es will sich doch niemand unnötig in die Nesseln setzen“, spekulierte ein Mitglied des Olchinger Faschingszugkomitees.

Kritik an der Bundespolitik übten Feuerwehrler aus Gernlinden, mit dem Hinweis auf den Generationenkonflikt. „Ihr lebt in Luxus, ganz bequem, wir erben später das Problem“ oder „Ich lieg im Bett und sag ganz klein, muss ich schon jetzt verschuldet sein?“, stand auf dem Wagen. Sich auf den Mond schießen zu lassen, hielten die Jugendlichen aus Biburg-Puch für die beste Lösung, um dem irdischen Chaos zu entgehen.
Da sich das Wetter besser zeigte, als zuvor angesichts von Graupelschauern zu befürchten war, hatten sich die Straßenränder schnell mit Zuschauern gefüllt. Für einen geordneten Ablauf sorgten Feuerwehr, Bauhof, Security, Sanitäter und die Polizei, erstmals mit Drohnenüberwachung. Gestartet wurde heuer schon am Schwaigfeld-Center. „Damit wollen wir dem Anstieg der Zuschauerzahl in der nördlichen Feursstraße in den vergangenen Jahren Rechnung tragen“, sagte ein Ordner. Zudem endete der Narrenzug aus Sicherheitsgründen schon am Kreisverkehr „Auf der Insel“. „Weil sich von dort aus der Zug gefahrloser auflösen und die Feier zum Ausklang der fünften Jahreszeit auf dem Nöscherplatz ungestörter anlaufen kann“, wie ein Mitglied des Komitees erklärte.





















