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Champions League: Benfica wieder gegen Real – die Konsequenz des “Trubin-Moments” | ABC-Z

Stand: 17.02.2026 12:18 Uhr

Dank eines schon jetzt legendären Kopfballtors darf Benfica in den Champions-League-Playoffs antreten. Gegner ist dabei schon wieder Real Madrid, das diesen Treffer vor drei Wochen live erleben durfte.

Das Final-Comeback des FC Liverpool gegen die AC Milan 2005, Arjen Robbens Volley-Tor gegen Manchester United 2010, Barcelonas “Remontada” gegen PSG 2017 – so ziemlich jeder Fußball-Fan hat seinen “eigenen” besten Champions-League-Moment abgespeichert.

Seit wenigen Wochen dürfte der eine oder andere einen neuen Moment ganz weit vorn haben. Denn wenn man “Trubin goal” in eine Internet-Suchmaschine eingibt, findet man dort direkt ein Video, das mit “Trubin’s goal, the best Champions League moment ever?!” benannt ist.

Klar, die UEFA selbst hat dieses Video hochgeladen und auch so benannt und rührt damit natürlich auch die Werbetrommel für den eigenen Wettbewerb, doch dieser eine Moment vom letzten Spieltag der Gruppenphase verdiente tatsächlich das im Fußball inflationär gebrauchte Attribut “legendär”.

Trubin vollendet dramatische Schlussphase gegen Real

Benfica Lissabon führte in der Schlussphase des letzten Champions-League-Gruppenspieltags 3:2 zuhause gegen Real Madrid, doch für die Qualifikation für die Zwischenrunden-Playoffs brauchten die Portugiesen noch einen weiteren Treffer. Die Mannschaft von José Mourinho schien das aber nicht zu wissen, spielte in der Nachspielzeit auf Zeit. Als Fan am TV- oder Streaming-Gerät wurde man schier wahnsinnig und wollte ihnen zurufen: “Schnell, nach vorn, was macht ihr da?!

Doch dann erreichte die Information offenbar das Spielfeld und die Portugiesen warfen alles nach vorn. Ein letzter Freistoß aus dem Halbfeld in der siebten Minute der Nachspielzeit bei doppelter Überzahl gegen die Madrilenen, die ihrerseits noch den Ausgleich gebraucht hätten, um die Playoffs zu umgehen und direkt in die nächste Runde einzuziehen. Mourinho beorderte seinen Torwart Anatoliy Trubin nach vorn und der wuchtete die Freistoßflanke von rechts tatsächlich mit dem Kopf über die Linie – ein Gänsehaut-Moment wie es ihn im Stadion des Lichts von Lissabon lange nicht gegeben hatte.

“Vater” Mourinho kann sein “Kind” Arbeloa rauswerfen

Bei der anschließenden Auslosung der Playoffs kam es dann wie es irgendwie ja kommen musste: Benfica und Real Madrid treffen keine drei Wochen später an gleicher Stelle wieder aufeinander. Am Dienstag (17.02.2026, ab 21 Uhr hier im Live-Ticker) und am Mittwoch der folgenden Woche ermitteln sie in Hin- und Rückspiel die nachträgliche sportliche Tragweite des in seiner Dramaturgie auch so schon legendären Trubin-Tores. Denn dass Benfica in der Lage ist, dieses Real Madrid tatsächlich rauszuwerfen, hatte die Mourinho-Elf auch in den 96 Minuten zuvor schon gezeigt, in denen sie das aktivere Team mit den besseren Chancen gewesen war.

Der “Vater” hatte seine Mannschaft gegen die “eines meiner Kinder“, wie Mourinho Reals neuen Chefcoach Alvaro Arbeloa nannte, perfekt eingestellt. Über 100 Pflichtspiele hatte Arbeloa einst bei Madrid unter dem Trainer Mourinho absolviert und musste mit ansehen, wie die Portugiesen, angeführt vom norwegischen Youngster Andreas Schjelderup, die Madrilenen mit dem Rücken an die Wand drängten. Ein Aus in den Playoffs würde einen herben Dämpfer für den ja eigentlich sehr gelungenen Start Arbeloas nach dem Aus von Xabi Alonso Mitte Januar bedeuten. In der Liga haben die Madrilenen seit der Amtsübernahme des ehemaligen Defensivspielers alle Spiele gewonnen, doch in Königsklasse und Pokal gab es eben zwei schmerzhafte Niederlagen.

Real Madrids Trainer Alvaro Arbeloa und sein ehemaliger Trainer Jose Mourinho

Wie schwer die gegen Benfica am Ende wiegt, entscheidet sich nun in den beiden kommenden Duellen, in die die Madrilenen durchaus personell gebeutelt gehen: Jude Bellingham fehlt verletzt, Rodrygo (beide Spiele) und Abwehr-Stammkraft Raul Asencio (nur für das Hinspiel) sind nach ihren späten Platzverweisen vor drei Wochen gesperrt.

Unterschiedliche Formkurven in der Champions League

Dazu sind die Formkurven auf internationalem Parkett in dieser Spielzeit ziemlich gegensätzlich: Madrid verlor drei der letzten fünf Champions-League-Partien und verspielte somit die direkte Qualifikation. Ganz anders Benfica: Nach schwachem Start in die Königsklassen-Saison nahmen die Portugiesen richtig Fahrt auf, gewannen drei der letzten vier Partien und krönten ihren Endspurt (vorerst) schließlich mit eben jenem unglaublichen Kopfballtor ihres ukrainischen Torwarts.

Der Turnierbaum der Champions League 2025/26

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