Zehntausende feiern bei Rosenmontagsumzügen im Rheinland | ABC-Z

Der Höhepunkt des Straßenkarnevals – eine erste Bilanz: Bei Schneematsch-Wetter zogen die Rosenmontagszüge durch viele Orte in NRW. Den größten Zug gab es traditionsgemäß in Köln.
Der Rosenmontagszug in Köln zog mit etwa 11.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 60 Kapellen und 21 Persiflagewagen durch die Stadt. Mehrere Hunderttausend Menschen kamen, um zuzuschauen und mitzufeiern. Eine konkrete Zahl nannten die Stadt und das Festkomitee bisher nicht. In Düsseldorf waren nach Angaben der Stadt wie im Vorjahr etwa 700.000 Menschen an der Strecke des Rosenmontagszuges unterwegs.
Karnevalisten nicht nur im Rheinland unterwegs
Auch in Bonn, Aachen, Essen, Münster, Eschweiler, Duisburg, Dortmund, Krefeld, Bochum, Mülheim und vielen weiteren großen und kleinen Orten in NRW gab es Rosenmontagszüge. Der größte Karnevalswagen der Republik fuhr am Rosenmontag in Essen, wie das Rekord-Institut für Deutschland bestätigt hat.
Mancherorts gab es andere Rosenmontags-Traditionen: zum Beispiel das Kranzreiten in Delbrück im Kreis Paderborn und das Gänsereiten in Wattenscheid-Höntrop. Mehr dazu könnt ihr im Liveticker nachlesen:
Zu einigen großen Rosenmontagszügen in NRW, aber auch zum Auftakt des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht findet ihr hier Fotostrecken:
Düsseldorf: Viel Aufmerksamkeit für Mottowagen von Jacques Tilly
Die Düsseldorfer Rosenmontagswagen wurden mit besonderer Spannung erwartet, weil Wagenbauer Jacques Tilly aktuell von der russischen Justiz verfolgt wird. Gleich dreimal war der russische Präsident Wladimir Putin auf den insgesamt 13 Motivwagen in Düsseldorf vertreten:
Auf einem der Tilly-Wagen steuert Putin eine blaue Drohne mit der Aufschrift AfD, ein weiterer Wagen zeigt ihn mit US-Präsident Donald Trump, wie beide Europa verspeisen. Der dritte Putin-Wagen nimmt die juristische Verfolgung Tillys ins Visier: Ein grimmig dreinschauender Putin spießt einen kleinen Karnevalsnarren mit dem Schwert auf.
In Köln zeigte man Solidarität mit dem Düsseldorfer Wagenbauer. Der scheidende Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn ließ an seinem Wagen die kölsche Losung “Mer all sin Tilly” (Wir alle sind Tilly) befestigen. “Was ihm da widerfahren ist, ist unsagbar, für uns nicht aushaltbar, und da ist natürlich auch ganz klar, dass wir zusammenstehen wie eine Wand”, erklärte Kuckelkorn.
Erste Bilanz der Polizeien: Nur wenige Strafanzeigen
NRW-Innenminister Herbert Reul beim Kölner Rosenmontagszug
Wie schon in den vergangenen Jahren sicherten tausende Einsatzkräfte das bunte Treiben ab. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, ein Tag wie der Rosenmontag sei einerseits wunderschön und toll, andererseits aber auch immer mit großen Risiken verbunden “und deswegen für die Polizei wahnsinnig anstrengend”. Mit einer dicken Goldkette und Fellweste als Verkleidung fuhr er selbst in Köln auf einem Wagen mit.
Die Polizei in Köln vermeldete am Abend, nachdem der Zug durch war, “keine besonderen Vorkommnisse”. Die Düsseldorfer Polizei sprach am Abend zwar insgesamt von friedlichen Karnevalisten, zählte aber dennoch auf: Zwei Personen kamen in Polizeigewahrsam, es gab drei Strafanzeigen wegen Körperverletzung, zwei wegen Taschendiebstahl und 42 Platzverweise für die Innenstadt. Wegen eines Sexualdelikts gab es in der Nacht auf Rosenmontag eine Anzeige.
Auch die Kreispolizeibehörde Viersen zählte einige Delikte auf, dankte aber zugleich “allen friedlichen Karnevalistinnen und Karnevalisten, die uns heute bei unserer Arbeit unterstützt haben.”
Bereits am Wochenende gab es in NRW viele Karnevalszüge – teilweise mit Zwischenfällen. Unter anderem in Leverkusen kam es zu Messergewalt. Im Rhein-Sieg-Kreis hat es am Sonntag einen Unfall gegeben: Drei Männer sind von einem Wagen gestürzt und haben sich teils schwer verletzt.
Schnee und Regen zum Karneval in NRW: Wetter als Herausforderung
Selbst heftiger Schneefall in der Nacht stoppte die Narren am Rosenmontag nicht. Die Kälte habe zwar zu kleinen Problemen geführt, sagte der Kölner Zugleiter Marc Michelske, man habe damit aber umgehen können. “Zwei Wagen sind heute Morgen nicht angesprungen. Da mussten die Starthilfe bekommen.”
Während der Umzüge hatte es immer wieder Regenschauer gegeben. Für manche Gegenden von NRW waren auch stärkere Gewitter angekündigt worden.
Straßenkarneval am Veilchendienstag
Am Veilchendienstag geht es weiter mit dem Straßenkarneval in NRW. Auch mit Umzügen: zum Beispiel in Mönchengladbach sowie in Waldenrath im Kreis Heinsberg.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Meldungen der Polizei
- Beobachtungen von WDR-Reportern vor Ort
- WDR-Berichterstattung der vergangenen Tage
Sendung: WDR5, WDR aktuell, 16.02.2025, 10 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 16.02.2026, 18:45 Uhr





















