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FC Bayern: Ausgerechnet im Topspiel gegen den BVB droht Manuel Neuer zu fehlen | ABC-Z

Torwartlegende Manuel Neuer muss beim Sieg des FC Bayern gegen Werder Bremen ausgewechselt werden. Nun verkündet sein Klub die Diagnose. Die Verletzung wirkt sich wohl auch auf das Topspiel gegen Borussia Dortmund in zwei Wochen aus.

Die für ihn einzige schlechte Nachricht dieses Wochenendes verkündete der FC Bayern am Sonntag in drei knappen Zeilen. Manuel Neuer hat sich einen Faserriss in der linken Wade zugezogen und wird vorerst ausfallen. Der Torwart droht damit auch das Topspiel der Fußball-Bundesliga beim Verfolger Borussia Dortmund in zwei Wochen zu verpassen.

Doch warum sollte diese Bayern das nervös machen? Bis auf drei Punkte war der BVB an diesem Wochenende kurzzeitig an den Tabellenführer herangekommen – aber die Münchner konterten das mit einem lockeren 3:0 (2:0) bei Werder Bremen.

In Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League hat sich der deutsche Rekordmeister nach zwei Dritteln der Saison in eine aussichtsreiche Position gebracht. Und diese Mannschaft fühlt sich mittlerweile stark genug, in drei Monaten gleich alle drei Titel abzuräumen.

„Wir haben alle in der Mannschaft so ein Gefühl, dass dieses Jahr alles möglich ist“, sagte Mittelfeldprofi Leon Goretzka. „Ich habe das Glück, schon einmal dabei gewesen zu sein, als wir sogar sechs Titel in einem Jahr gewonnen haben. Ich weiß, was das für eine geile Zeit war. Wir haben damals gesagt, dass wir das noch einmal mit Fans erreichen wollen. Damals war das wegen Corona nicht möglich.“

Harry Kane schießt 500. Profitor

Zwei Wochen nach seinen beiden Wacklern gegen den FC Augsburg (1:2) und den Hamburger SV (2:2) spielt der FC Bayern wieder „wie in einem Tunnel“, wie Trainer Vincent Kompany es nennt. Das einzig Außergewöhnliche beim Spiel in Bremen war, dass hinterher Goretzka im Mittelpunkt stand und keiner der sonst üblichen Protagonisten.

Ja, Harry Kane schoss am vergangenen Samstagnachmittag die Tore 499 und 500 in seiner Profikarriere für Nationalmannschaft und Verein („Natürlich macht es mich stolz“). Und Neuer musste in Bremen schon zur Halbzeitpause raus. Am auffälligsten war im Weserstadion aber der Mann, der beinahe gar nicht mehr dabei gewesen wäre: der 31-jährige Goretzka, Bayern-Spieler seit 2018, aber nur noch bis zum Ende dieser Saison.

Der deutsche Nationalspieler schoss in Bremen das 3:0 (70. Spielminute) und feierte dies mit einem Vogel-Jubel. Sein Kollege Josip Stanisic, mit dem diese kuriose Aktion vorher abgesprochen war, tanzte vor der Ersatzbank mit.

Der vergangene Januar war für Goretzka noch etwas weniger spaßig verlaufen. Da teilten die Münchner ihm zunächst mit, dass sie den im Sommer endender und mit einem zweistelligen Millionengehalt dotierten Vertrag nicht verlängern werden. Daraufhin sprach der Spieler mit Atlético Madrid über einen sofortigen Wechsel. Bei Tottenham Hotspur, FC Arsenal und AC Mailand beobachtete man die Entwicklung ebenfalls aufmerksam.

Ziel von Leon Goretzka noch unklar

Dass Goretzka erst im Sommer 2026 gehen wird und nicht schon weg ist, hat viel mit seinem Glauben an das aktuelle Bayern-Team zu tun. „Wo ich hingehe, weiß ich noch nicht“, sagte er. „Aber nach einem Gespräch mit dem Trainer hatte ich das Gefühl, dass mein Weg hier noch nicht zu Ende ist und dass wir dieses Jahr noch viel gewinnen können.“

Das enge Verhältnis zu Kompany hat Goretzka über einige Enttäuschungen der vergangenen zwei Jahre getragen. Schon als der Trainer im Sommer 2024 nach München kam, wollte der Klub seinen Großverdiener gern loswerden.

„Leon hat sich in eine ganz wichtige Rolle gekämpft in der letzten Saison – das war eine schöne Geschichte für den Kader“, sagte Kompany am Samstag in Bremen. „Und er hat auch in dieser Saison immer eine sehr gute Präsenz auf dem Platz und in der Kabine.“

Die Bayern können mit dieser Situation gut leben. Wenn sie sich in der entscheidenden Phase der Saison ihre Kräfte einteilen wollen, kommen von der Bank eben Nationalspieler wie Jamal Musiala, Minjae Kim oder Goretzka. Der Rivale Dortmund hat da deutlich weniger Auswahl.

„Wir sind sehr dankbar“, sagte auch Sportvorstand Max Eberl über Goretzkas Verbleib. „Er hat nicht lamentiert, nicht rumgenörgelt – gar nichts. Ich glaube, er möchte seine großartige Zeit bei Bayern noch krönen!“

jwo mit dpa

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