München: 200 000 Menschen bei Iran-Demo auf der Theresienwiese – München | ABC-Z

Neben dem Schutz der Tagungsteilnehmer dürfte das Demonstrationsgeschehen rund um die Sicherheitskonferenz die wohl größte Herausforderung für die Münchner Polizei in diesem Jahr sein. 19 Kundgebungen sind allein für Samstag und Sonntag beim Kreisverwaltungsreferat offiziell angemeldet gewesen, ein Dutzend davon im Kontext der Konferenz. Dazu gehört auch eine Solidaritätsdemo für die Menschen in Iran, zu der die Organisatoren am Samstag 100 000 Teilnehmer auf der Theresienwiese erwartet haben. Einer Polizeisprecherin zufolge sind es letztlich aber deutlich mehr geworden: Etwa 200 000 Menschen haben sich den Beamten zufolge auf dem Areal unter der Bavaria-Statue versammelt.
Zunächst mussten sich die Beamten dort aber gar nicht so sehr um die Menschenmenge kümmern, sondern um den Himmel darüber: Offenbar hielten sich einige Teilnehmer nicht an das Drohnenflugverbot über der Innenstadt. Über ihre offiziellen Kanäle mahnte die Polizei dazu, sich auch die Flugbeschränkung zu halten. Während der Siko gelten in München verstärkte Sicherheitsvorkehrungen, am Boden wie in der Luft.
Grundsätzlich hat die Münchner Polizei zwar Erfahrung mit Versammlungen von großen Menschenmengen, „aber ich würde nicht sagen, dass es Business as usual ist“, sagte ihr leitender Pressesprecher Thomas Schelshorn: „Die Siko wird von Jahr zu Jahr größer.“ Entsprechend größer werden auch die Aufgaben, welche die hiesige Polizei mit größtmöglicher Gelassenheit bewältigen will. „Aufgrund der weltpolitischen Lage gehen wir von einer erhöhten abstrakten Gefahr aus“, sagte Schelshorn: „Das bedeutet aber auch, dass es keine konkreten Hinweise auf Gefährdungen gibt.“
Neben der Solidaritätsdemo für die Menschen in Iran haben um 13 Uhr dann auch zwei weitere, größere Kundgebungen begonnen. Vor der Feldherrenhalle fordert ein Netzwerk unter Führung des Querdenker-Bündnis „München steht auf“ kurz und knapp: „Macht Frieden!“ Angemeldet für diese Demonstration vor der Feldherrnhalle sind 2000 Teilnehmer. Zwei Gehminuten entfernt – und doch eine Weltanschauung weit weg – haben sich auf dem Max-Joseph-Platz Unterstützer der Ukrainer unter dem Motto „Gemeinsam gegen den Krieg“ versammelt. Die Veranstalter rechnen hier mit 3000 Teilnehmern.
Die jeweiligen Organisatoren haben EU-Abgeordnete aufgeboten, vor der Oper spricht Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), vor der Feldherrnhalle Ruth Firmenich (BSW). Firmenich fordert im Hinblick auf den Ukraine-Krieg: „Es braucht endlich einen Verhandlungsfrieden.“ Als hätte er es gehört, fragt der Volt-Stadtrat Felix Sproll auf dem Max-Joseph-Platz: „Was haben denn all die Verhandlungen mit Putin gebracht in den letzten zehn Jahren?“
Viel verhandelt wird am Wochenende auch bei der Sicherheitskonferenz. In diesem Jahr sind rund 60 Staats- und Regierungschefs zu der dreitägigen Zusammenkunft angekündigt. Am Freitag tröpfelten die Gäste nach und nach in den Tagungshotels Bayerischer Hof und Rosewood im Stadtzentrum ein, je nach Wichtigkeit in einer mehr oder weniger großen Autokolonne von dunklen Limousinen, mit mehr oder weniger Polizeibegleitung und mit mehr oder weniger Blaulichtern auf dem Dach.

Angesichts der Politikerdichte ist die nähere Umgebung der Hotels zum Sicherheitsbereich erklärt und abgeriegelt worden, mit Gittern und mobilen Pollern. Weil aber nicht alle Gäste in den beiden zentralen Hotels unterzubringen sind, kommen auch viele zu Fuß von Hotels außerhalb der Sperrzone.
Die Münchner Polizei muss sich derweil nicht nur um die Siko kümmern und etwa den mit dem Auto chauffierten Gästen den Weg durch die Straßen bahnen, sondern auch das Alltagsgeschäft leisten. Weil für alles zusammen bis zu 5000 Beamte gebraucht werden, hat sich die Münchner Polizei erstmals Verstärkung aus Nachbarländern geholt.





















