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Auch mit Atomwaffen: Macron will Europa zur geopolitischen Macht machen | ABC-Z

Auch mit AtomwaffenMacron will Europa zur geopolitischen Macht machen

14.02.2026, 04:11 Uhr

Europa müsse sich unabhängiger von den Großmächten machen, fordert Macron. (Foto: AP)

Frankreich ist die einzige Atommacht der Europäischen Union. Im Moment laufen Gespräche mit Deuschland und anderen Mitgliedsstaaten, wie die nukleare Abschreckung neu organisiert werden kann. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz wirbt Präsident Macron für seine Vision.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Sicherheitspolitik gefordert. Europa müsse sein Augenmerk auf langfristiges strategisches Denken richten, sagte Macron in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Dazu gehöre die Schaffung von Fähigkeiten zu tiefen Militärschlägen und die Prüfung, wie die französische nukleare Abschreckung in die künftige Sicherheitsarchitektur des europäischen Staatenbundes passen könne.

“Dies ist die richtige Zeit für ein starkes Europa”, sagte Macron. “Europa muss lernen, eine geopolitische Macht zu werden. Das war nicht Teil unserer DNA.” Macron betonte dabei, er spreche nicht davon, dass Frankreich oder Deutschland eine Macht werden müssten. Er spreche von Europa. Man müsse als Europäer denken und handeln, sagte er. “Das ist es, was wir jetzt tun müssen.”

Mit Blick auf die von den US-geführten Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine forderte Macron ein deutlich selbstbewussteres Auftreten Europas und Vorbereitungen für die Zeit danach. Europa werde auch bei einer Einigung im Ukraine-Krieg weiterhin einem aggressiven Russland gegenüberstehen. Der Kontinent dürfe russischen Forderungen nicht nachgeben oder ein kurzfristiges Abkommen zulassen, das die Kernprobleme nicht löse. “Wir werden am selben Ort mit Russland leben und Europa wird am selben Ort sein”, sagte er. Er wolle nicht, dass diese Verhandlungen von jemand anderem als den Europäern organisiert würden.

Macron will über Atomwaffen sprechen

Um im Dialog mit Russland glaubwürdig zu sein, müsse man auch die nukleare Abschreckung neu justieren. Deshalb werde bereits an dem Thema gearbeitet und er werde dies in einigen Wochen näher ausführen. Die bisherige Sicherheitsarchitektur sei im Kalten Krieg entworfen worden und nicht mehr zeitgemäß. “Wir müssen die nukleare Abschreckung in diesem Ansatz neu formulieren.

Macron verwies dabei darauf, dass er mit Bundeskanzler Friedrich Merz und anderen europäischen Staats- und Regierungschefs bereits einen strategischen Dialog begonnen habe. Dabei gehe es darum, das nationale französische Atomwaffenkonzept über eine besondere Zusammenarbeit, gemeinsame Übungen und gemeinsame Sicherheitsinteressen mit anderen Ländern zu verbinden. Mit Deutschland tue man dies “zum ersten Mal in der Geschichte”, sagte Macron.

In der EU ist Frankreich seit dem Austritt Großbritanniens am 31. Januar 2020 die einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12.200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts

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