Eliteuniversität Harvard: US-Regierung verklagt Harvard auf Herausgabe von Unterlagen | ABC-Z

Die US-Regierung hat die Universität Harvard verklagt, um sie zur Herausgabe von Dokumenten über ihr Zulassungsverfahren zu zwingen. Justizministerin Pam Bondi sagte, die Regierung wolle mit der Klage feststellen, ob Harvard bestimmte Gruppen “in seinem Zulassungsverfahren weiterhin diskriminiert”. Die US-Regierung betrachtet Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme als Benachteiligung von Weißen und geht seit Amtsantritt gezielt gegen sie vor.
Die Klage richtet sich laut Justizministerium ausschließlich gegen die Verweigerung der Herausgabe: Sie werfe Harvard nicht vor, tatsächlich diskriminiert zu haben. Entsprechend werden weder Schadensersatz noch die Streichung von Bundesmitteln gefordert.
Harvard wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem weiteren “Vergeltungsakt”. Die Universität halte sich an geltendes Recht und habe die Anfragen der Regierung nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet, teilte ein Sprecher mit. Man werde sich weiter gegen die Klage verteidigen, die nur eingeleitet worden sei, weil Harvard sich geweigert habe, seine Unabhängigkeit und seine verfassungsmäßigen Rechte als Reaktion auf “unrechtmäßige Übergriffe” der Regierung preiszugeben.
Grundsatzentscheidung vom Supreme Court
Das Ministerium behauptete, Harvard habe die Herausgabe von Unterlagen seit mehr als zehn Monaten verzögert und sich geweigert, relevante Daten zu liefern. Dazu gehören demnach Zulassungsrichtlinien, Daten zu einzelnen Bewerbungen sowie Korrespondenz zu Programmen für Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DEI). Die letzte Übermittlung von Dokumenten sei im Mai des vergangenen Jahres erfolgt.
Hintergrund ist eine Grundsatzentscheidung des Supreme Court vom Juni 2023. Der Oberste Gerichtshof hatte es Harvard und anderen Universitäten untersagt, die Kategorie der “Race” bei der Zulassung von Studierenden zu berücksichtigen. Harvard hatte zuvor unterrepräsentierte Gruppen wie Schwarze bei der Aufnahme gefördert.
Breites Vorgehen gegen Universitäten
Die Klage reiht sich in ein breiteres Vorgehen der Regierung Trump gegen Universitäten ein. Seit seinem erneuten Amtsantritt hat Trump versucht, Harvard Bundesmittel in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar zu streichen und die Aufnahme internationaler Studierender zu unterbinden. Gerichte haben beide Vorstöße bislang weitgehend gestoppt.
Zuletzt forderte Trump von Harvard eine Milliarde Dollar Schadensersatz und begründete dies mit einem angeblich unzureichendem Schutz jüdischer Studierender während palästinasolidarischer Proteste auf dem Campus.





















