Donata Wenders trägt bei der Berlinale ein Kleid aus Video Home System-Kassetten | ABC-Z

Wim Wenders’ „Der Himmel über Berlin“ durfte in Berlin und bei der Berlinale natürlich nicht fehlen. Dazu noch „Paris, Texas“ und „Tokyo-Ga“. Gleich drei Filme hatten der Regisseur Wenders und seine Frau, die Fotografin Donata Wenders, auf den roten Teppich mitgebracht.
Donata Wenders hatte sich in einen wichtigen Teil des Lebenswerks ihres Mannes gehüllt. „Ein Kleid aus Wims Filmen zu tragen – was könnte passender für ein Filmfestival sein? Und es trägt sich so gut“, sagt Donata Wenders über die ungewöhnliche Kreation einer Berliner (!) Modemarke.
Schon zu den Oscars vor zwei Jahren hatte sie ein handgestricktes Kleid der Marke Cruba getragen, als ihr Mann in der Kategorie „Bester internationaler Film“ für das in Japan produzierte Drama „Perfect Days“ nominiert war, die Auszeichnung aber nicht gewinnen konnte. Auch damals war das Design, entworfen von Mira von der Osten, vollständig aus originalen Videobändern gefertigt, die aus alten VHS-Kassetten stammen. Für die Designerin sind sie ein Sinnbild für die Verbindung von Mode, Film und bewusster Ressourcennutzung, wie Mira von der Osten sagt.
Aus analogen Bildträgern sollen textile Skulpturen werden
Nun trug Donata Wenders wieder ein VHS-Kleid zur Eröffnung der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin, zu Ehren ihres Mannes, der den Vorsitz der Berlinale-Jury übernommen hat. Schon vor zwei Wochen hatte Mira von der Osten zwei ihrer neuen Entwürfe während der Fashion Week in Berlin präsentiert: Zum Modeempfang der F.A.Z. kam die Designerin mit zwei Models, die zeigten, wie abendtauglich alte Magnetbänder sein können, etwa in Form von kleinen glänzenden Blütenapplikationen, aufgesetzt auf ein Oberteil.
Mira von der Osten, die an der Parsons School in New York Mode studiert und unter anderen bei Tommy Hilfiger, Donna Karan und Zero + Maria Cornejo gearbeitet hat, will analoge Bildträger in textile Skulpturen von bleibender Schönheit verwandeln, wie sie sagt. Denn andernfalls würden sie in Vergessenheit geraten. „So werden gebrauchte Bänder zu Rohstoff, Erinnerung zu Form und Nachhaltigkeit zu einem gestalterischen Prinzip.“
Schon bei den Oscars sei sichtbar geworden, wie entschlossen Mode Inhalte transportieren könne. „Das VHS-Material trägt Geschichte, Emotion und ein Stück Kultur in sich“, so die Designerin. Und es erinnere daran, „dass wahre Eleganz in Achtsamkeit und Beständigkeit liegt“.





















