Berlin

Black Friday für Gold und Silber: Goldrausch rückwärts | ABC-Z

Ironisch, dass derselbe Trump, der so viele Krisen auslöst, es nun schafft, dem amerikanischen Geldsystem kurzfristig Vertrauen zurückzugeben. “Ein Plot-Twist”, sagt Alexander Kriwoluzky, Makroökonom an der FU Berlin und Abteilungsleiter am Deutschen institut für Wirtschaftsforschung (DIW). “Normalerweise flüchten Anleger in US-Staatsanleihen”, sagt er. “Das sind eigentlich die sichersten Anlagen der Welt.” Wegen der unabhängigen Notenbank. Und weil die USA immer zahlen.

“Beide Annahmen sind unter Donald Trump ins Wanken geraten”, sagt Kriwoluzky. Trump griff die US-Zentralbank Fed offen an, drohte dem Ende Mai ausscheidenden Notenbankchef Jerome Powell mit juristischen Schritten. Die Unabhängigkeit der Zentralbank wurde plötzlich zur offenen Frage.

Hinzu kam ein zweiter Zweifel: “Trump mag niedrige Zinsen – und strategische Insolvenzen sind ihm nicht fremd”, sagt Kriwoluzky. Das reichte, um Unsicherheit zu säen. Anleger suchten Sicherheit – und fanden sie nicht mehr in Staatsanleihen, sondern in Gold.

Und dann nominiert Trump mit Kevin Warsh einen Kandidaten, dem die Märkte vertrauen. Plötzlich wirken US-Anleihen wieder sicher. Kapital fließt zurück. Gold wird verkauft. Gewinne werden mitgenommen. Ob das Kalkül oder Zufall war? Kriwoluzky zuckt mit den Schultern: “We never know with Trump.” Weitere Wendungen können nicht ausgeschlossen werden.

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