Archäologe findet Hinweise auf Grab | ABC-Z

Nach einem Bericht der BBC glaubt der Archäologe Steve Dickinson, die mögliche Grabstätte eines legendären Wikingerkönigs entdeckt zu haben. Im Zentrum seiner Recherche steht Ivar der Knochenlose, eine der prägendsten und zugleich rätselhaftesten Persönlichkeiten des frühmittelalterlichen Englands, dessen Begräbnisort bislang unbekannt ist. Dickinson vermutet das Grab in einem Grabhügel im Westen von Cumbria, der in mittelalterlichen Quellen als „The Kings Mound“ bezeichnet wird.
Sensationelle Entdeckung: Liegt hier ein berühmter Wikingerkönig begraben?
Im Zuge seiner Untersuchungen zu einer isländischen Saga sowie zahlreicher weiterer mittelalterlicher Quellen stieß der britische Archäologe Steve Dickinson auf Hinweise zu einer herausragenden historischen Figur. Seiner Hypothese zufolge könnte sich in einem Hügel in der Grafschaft Cumbria in Großbritannien eine wikingerzeitliche Nekropole mit einem Schiffsgrab befinden, das dem legendären Wikingerherrscher Ivar dem Knochenlosen zuzuordnen ist.
Mehrere mittelalterliche Texte erwähnen einen Ort mit der Bezeichnung „The Kings Mound“, der nach Dickinsons Angaben mit der identifizierten Fundstelle übereinstimmt. Zum Schutz des Areals wird der genaue Standort nicht öffentlich genannt. Der Hügel weist einen Durchmesser von etwa 60 Metern und eine Höhe von rund sechs Metern auf und liegt in unmittelbarer Nähe zur Küste. Diese Lage stimmt mit der Überlieferung der „Ragnars saga loðbrókar“ (auf Deutsch: Sage von Ragnar Lodbrok) überein, in der berichtet wird, Ivar habe eine Bestattung an der Küste Englands verfügt, damit seine Gebeine das Land schützen sollten.
Wie Dickinson gegenüber der „BBC“ erklärte, wurden bei Untersuchungen mit Metalldetektoren bereits große Schiffsnieten sowie Bleigewichte entdeckt, die vermutlich zum Abwiegen von Silber dienten. Diese Funde stützen die Annahme eines Schiffsgrabes. Zudem befinden sich im Umfeld des Hügels 39 kleinere Grabhügel, die nach seiner Interpretation Bestattungen von Gefolgsleuten, Angehörigen oder Kriegern enthalten könnten und damit eine Art Ehrenformation um das zentrale Grab gebildet hätten.
Wikingerkönig wird dank der Serie „Vikings“ zur Legende
Ivar der Knochenlose nimmt in den nordischen Sagas eine herausragende Rolle ein und erlangte durch die Fernsehserie „Vikings“ auch in der Moderne große Bekanntheit. In der vierten Staffel entwickelte er sich dort zu einer zentralen Figur. Seine historische Existenz gilt aufgrund von Erwähnungen in der Angelsächsischen Chronik sowie in den Irischen Annalen als wissenschaftlich belegt, wenngleich seine Abstammung als Sohn Ragnar Lodbroks umstritten bleibt.
Die Angelsächsische Chronik führt Ivar im Zusammenhang mit einem großen Wikingerheer an, das unter anderem die Stadt York eroberte. Die Herkunft seines Beinamens ist Gegenstand verschiedener Deutungen. Eine Hypothese, unter anderem vertreten von dem dänischen Forscher Knud Stakemann Seedorff, bringt ihn mit einer möglichen Glasknochenkrankheit in Verbindung. Eine alternative Interpretation sieht in der Bezeichnung einen metaphorischen Hinweis auf besondere Fähigkeiten als Navigator, wobei der Ausdruck „knochenlos“ im Altnordischen sinnbildlich mit Wind assoziiert worden sein könnte.





















