Deutsche Bank einigt sich im Rechtsstreit um Skandal bei Monte dei Paschi – Wirtschaft | ABC-Z

Die Deutsche Bank hat einen Rechtsstreit mit einem früheren Mitarbeiter beigelegt, bei dem es um Schadenersatz wegen angeblich falscher Anschuldigungen ging. Die Vorgänge betreffen die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena, die im Zuge Finanzkrise 2009 in Schieflage geraten war und die in diesem Zusammenhang Geschäfte mit der Deutschen Bank gemacht hatte. Dazu gab es in Italien vor einigen Jahren ein Gerichtsverfahren, in dem Manager der Monte dei Paschi angeklagt waren. Sie sollen mit Mitarbeitern der Deutschen Bank zusammengewirkt haben, um Verluste bei der italienischen Bank durch komplexe Derivategeschäfte zu verschleiern und die Bilanzen in den Jahren 2008 bis 2012 aufzuhübschen. Die ehemaligen Manager der Deutschen Bank wurden damals ebenfalls wegen Marktmanipulation angeklagt – alle sechs wurden aber 2022 von einem Mailänder Berufungsgericht freigesprochen.
Die jetzt erzielte Einigung mit dem früheren Manager, über die zuerst das Handelsblatt berichtet hat, ist einer von sechs ähnlichen Fällen in diesem Zusammenhang. Alle sechs Ex-Banker hatten die Deutsche Bank in London verklagt. In der Summe geht es um mehrere hundert Millionen Euro. Ihrer Ansicht nach seien sie zu Unrecht in einem im Jahr 2013 von der Deutschen Bank in Auftrag gegebenen Prüfbericht belastet worden. Auch ein ehemaliger Spitzenmanager aus der Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank hat in dieser Angelegenheit eine Klage eingereicht, allerdings in Frankfurt. Für die Prüfung der Vorgänge bei der Monte dei Paschi war damals der heutige Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing verantwortlich. Die ehemaligen Mitarbeiter argumentierten, dass die Überprüfung nicht neutral vorgenommen und ihnen die Schuld in unfairer Weise zugeschoben wurde.
Die Konditionen des Vergleichs blieben unklar. Es sei übliche Praxis zu prüfen, ob ein Vergleich, der rechtliche Ungewissheiten ausräumt, im besten Interesse der Bank sei, teilte ein Sprecher der Deutschen Bank mit. Man könne aus dem Vergleich aber keine Rückschlüsse auf andere Rechtsfälle ziehen. Gleichwohl überrascht, dass es überhaupt zu einer Einigung gekommen ist. Zuvor hatte die Deutsche Bank stets mitgeteilt, die Vorwürfe der Kläger beruhten auf unzutreffenden Behauptungen, gegen die man sich auch weiterhin detailliert verteidigen werde. „Wir sind zuversichtlich, dass das Gericht die Klage abweisen wird“, hatte es geheißen. Deutsche-Bank Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts hatte sogar höchstpersönlich betont, die Fakten dieser schon lange andauernden Angelegenheit seien seit Jahren bekannt. Der Aufsichtsrat unterstütze den Vorstand dabei, die Bank in diesem Rechtsstreit zu verteidigen. Am 23. April soll der Fall eines der Banker erstmals öffentlich vor dem Landgericht Frankfurt verhandelt werden.





















