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Gesamtausgaben über 20 Jahre: Wärmepumpe kann bis zu 90.000 Euro Kostenvorteil bringen | ABC-Z

Gesamtausgaben über 20 JahreWärmepumpe kann bis zu 90.000 Euro Kostenvorteil bringen

12.02.2026, 14:01 Uhr

Die Wärmepumpe soll eine Schlüsselrolle bei der Energiewende spielen. (Foto: Daniel Reinhardt/dpa)

Der Anteil fossiler Brennstoffe bei der Energiegewinnung soll reduziert werden, etwa durch die Verwendung einer Wärmepumpe. Doch das politische Gezänk rund um das Thema hat für Skepsis bei Interessierten gesorgt. Laut einer Untersuchung bieten die Geräte gegenüber Öl- und Gasheizungen einen enormen finanziellen Vorteil – langfristig betrachtet.

Wärmepumpen sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewende und im Neubau bereits die erste Wahl, wenn es um die Wärmeversorgung geht. Aber auch im Gebäudebestand werden sie immer häufiger eingesetzt. Dennoch gilt die energetische Modernisierung von Einfamilienhäusern vielen Eigentümern als teuer und wirtschaftlich riskant.

Eine neue Modellrechnung der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online.de zeigt jedoch: Wird die Entscheidung nicht allein an den Investitionskosten, sondern an den Gesamtkosten über 20 Jahre gemessen, können Komplettsanierungen mit klimafreundlichen Heizsystemen – insbesondere Wärmepumpen – im Durchschnitt deutlich günstiger abschneiden als Gas- und Ölheizungen. Der Kostenvorteil kann demnach bis zu 90.000 Euro betragen. Zumindest, wenn etwaige Wertsteigerungen mit in die Berechnung einfließen.

Grundlage der Berechnung ist denn auch ein typisches unsaniertes Einfamilienhaus (Baujahr 1983, 130 Quadratmeter Wohnfläche), bei dem in den vergangenen 20 Jahren keine energetischen Maßnahmen erfolgt sind. Die Modellrechnungen basieren jeweils auf einer vollständigen energetischen Sanierung inklusive Gebäudehülle, Heizsystem und Photovoltaik. Verglichen wurden die Erneuerung von Gas- und Ölheizungen sowie der Wechsel zu Luft-Wasser-Wärmepumpen, Erdwärmepumpen, Fernwärme und Pelletheizungen.

Die Ergebnisse:

  • Die Heizkosten über 20 Jahre liegen bei Heizsystemen auf Basis erneuerbarer Energien deutlich unter denen fossiler Heizungen. Während sie im Modellfall bei einer Gasheizung rund 28.000 Euro und bei einer Ölheizung rund 41.000 Euro betragen, liegen sie bei Wärmepumpen je nach Ausführung bei etwa 13.000 bis 17.000 Euro.

  • Zwar sind die Investitionskosten für Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien höher, durch staatliche Förderung und geringere laufende Kosten liegen die Gesamtkosten aus Investition und Energie jedoch niedriger als bei Gas- oder Ölheizungen.

  • Werden zusätzlich Instandhaltungs- und Komplettsanierungskosten und die durchschnittliche zu erwartende Wertsteigerung des Gebäudes berücksichtigt, ergibt sich im Modellfall ein ökonomischer Vorteil in Höhe von rund 39.000 Euro für Luft-Wasser-Wärmepumpen und 48.000 Euro für Erdwärmepumpen, während bei Gas- und Ölheizungen Mehrkosten von rund 31.000 Euro bzw. 43.000 Euro entstehen. Im Vergleich entspricht das einem Vorteil von etwa 70.000 bis 90.000 Euro zugunsten der Wärmepumpen.

Die Berechnungen basierten auf diesen Annahmen:

  • Energieverbrauch: Heizenergieverbrauch gemäß Heizspiegel

  • Energiepreise: prognostizierte Endverbraucherpreise, ermittelt im Auftrag des Umweltbundesamtes

  • Investitionskosten: co2online-Berechnungen auf Basis von Werten des Baukosteninformationszentrums, angepasst an aktuelle Marktbedingungen

  • Förderung: aktuelle Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

  • Finanzierung: Berücksichtigung von Zinskosten

  • Wertsteigerung: durchschnittliche Effekte auf Basis von Immobilienmarktdaten

  • Instandhaltung: Kosten, die auch ohne energetische Sanierung anfallen

Die Ergebnisse der Modellrechnung zeigen, dass die Umstellung auf Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien aus ökonomischer Sicht keine grundsätzliche Überforderung darstellt, sofern Sanierungen ganzheitlich und über den Lebenszyklus betrachtet werden. Voraussetzung dafür sind eine verlässliche, sozial gestaffelte Förderung sowie Planungssicherheit, da Hauseigentümer Investitionsentscheidungen mit einem Zeithorizont von Jahrzehnten treffen. “Kurzfristige Investitionskosten allein geben kein realistisches Bild der tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen”, so die Studienautoren.

Quelle: ntv.de, awi

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