Wohnungen für Mitarbeiter in Fürstenfeldbruck: Stadtwerke errichten Öko-Mietshaus – Fürstenfeldbruck | ABC-Z

Ohne Fachkräfte kein Aufschwung, ohne Wohnungen keine Fachkräfte. In der Münchner Region klingt das wie eine kaum lösbare Gleichung. Mit einem Modellprojekt wollen die Stadtwerke Fürstenfeldbruck beweisen, dass Unternehmen einen Beitrag leisten können gegen die Wohnungsnot – und davon vor allem ihre aktuellen oder künftigen Mitarbeiter profitieren können. Sechs Wohnungen sind unter dem Dach eines ökologischen und energieeffizienten Neubaus entstanden.
Erst kürzlich hat der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Michael Steinbauer Unternehmen eindringlich dazu aufgerufen, auch selbst etwas gegen die Wohnungsnot zu tun. Diese empfinden die Unternehmen mit Blick auf dringend benötigtes Personal als fast ebenso großen Hemmschuh wie die Bürokratie. Auch Kommunen sollen einen Beitrag leisten. Zwar fehlen denen die Mittel für Wohnungsbau in großem Maßstab. Aber es gibt ermutigende Ansätze.
So hat der Landkreis in Kooperation mit der 2019 gegründeten kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft zwei Häuser errichtet, die für Mitarbeiter des Landratsamts reserviert sind. Und die Stadt zieht am Waldfriedhof ein Wohn- und Geschäftshaus in Holzhybrid-Bauweise hoch, mit zwölf Zwei- bis Vierzimmerwohnungen – ebenfalls gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft.
Oberbürgermeister Christian Götz (BBV) ist sichtlich zufrieden mit dem Neubau in Gelbenholzen, für den er als Aufsichtsratsvorsitzender des Energiedienstleisters – einem hundertprozentigen Tochterunternehmen der Stadt – ebenfalls zuständig ist. Damit könne man nicht nur die Wohnungsnot lindern, „sondern auch zeigen, was alles möglich ist“, sagt er bei der offiziellen Schlüsselübergabe an die Stadtwerke durch das Architektenbüro Dreier und Lauterbach mit Blick auf die hochwertige Ausstattung.

Auf einem Grundstück der Stadtwerke, gleich neben den Resten des einstigen Wasserbehälters von 1898, ist in eineinhalb Jahren ein dreigeschossiges Holzhaus mit sechs 42 bis 75 Quadratmeter großen Wohnungen entstanden. Die Stadtwerke lassen sich das 2,4 Millionen Euro kosten. Aus der Investition errechnet sich nach Worten von Stadtwerkechef Jan Hoppenstedt eine Kaltmiete von 18 bis 19 Euro. Mitarbeiter, die bei der Vergabe bevorzugt werden, sollen einen Nachlass erhalten.
Die Nebenkosten werden wegen der guten Wärmedämmung niedrig sein. Das Gebäude erfüllt die Anforderungen an ein KfW-40-Effizienhaus, verbraucht also lediglich 40 Prozent eines Standard-Referenzhauses. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach mit einer Gesamtleistung von bis zu 25 Kilowatt ist das Herzstück der hauseigenen Energieversorgung. Auf den Dachflächen in Südwest- und Nordost-Richtung befinden sich insgesamt 56 Module.


Eine knapp 28 Kilowattstunden fassende Batterie speichert überschüssigen Strom für den Eigenverbrauch. Am Rande der oberirdischen Stellplätze werden noch Ladesäulen für Elektroautos installiert. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine ebenfalls im Keller untergebrachte Wärmepumpe, die Grundwasser nutzt. Das Haus erreicht damit nach Angaben der Stadtwerke einen Energieversorgungsgrad von 65 Prozent.

Dort, wo es möglich ist, wird auf Hochtechnologie verzichtet, weil die gewartet werden muss und kaputtgehen kann. Interessant ist denn auch die Art der Verdunkelung: Statt elektrisch betriebener Jalousien kommen Läden aus Holzlamellen zum Einsatz, die vor Fenster oder Terrassentüren gerollt werden.
Von April an werden die Wohnungen im Fürstenfeldbrucker Ortsteil Gelbenholzen vermietet. Informationen gibt es per E-Mail an wohnungen@stadtwerke-ffb.de





















