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Software-Ausverkauf hält an: Starke Jobdaten lassen US-Anleger nur kurz jubeln | ABC-Z

Software-Ausverkauf hält anStarke Jobdaten lassen US-Anleger nur kurz jubeln

11.02.2026, 23:56 Uhr

Nach den Zahlen vom Arbeitsmarkt nehmen die Anleger jetzt die Inflationsdaten in den Blick, die am Freitag veröffentlicht werden. (Foto: BM, REUTERS, Brendan McDermid)

Der US-Arbeitsmarktbericht für Januar fällt unerwartet gut aus, das sorgt an der Wall Street aber nur für kurze Begeisterung. Rasch wird die Euphorie durch die Erkenntnis gedämpft, dass die nächste Zinssenkung damit in die Ferne rücken dürfte.

Die Wall Street hat ihr anfängliches Plus nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten nicht halten können. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verlor 0,1 Prozent auf 50.121 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent auf 23.066 Zähler nach, der breit gefasste S&P 500 schloss nahezu unverändert bei 6941 Stellen.

Im Januar kamen in den USA 130.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu, deutlich mehr als erwartet. Experten hatten lediglich mit 70.000 Stellen gerechnet. “Die erste Reaktion war sehr positiv, und dann wurde den Marktteilnehmern plötzlich klar: Wenn die Beschäftigungszahlen so stark ausfallen, werden wir vom nächsten Fed-Chef wohl so bald keine Zinssenkungen sehen”, sagte Mel Casey, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter FBB. “Die Erwartungen sind sehr hoch, und wir versuchen, die Nadel einzufädeln zwischen einer Wirtschaft, die zusammenhält – also weiterhin ein robustes BIP-Wachstum verzeichnet – und fallenden Zinsen.” Die Fed versucht, mit erhöhten Zinsen die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen.

Der Ausverkauf im Software- und Finanzdienstleistungssektor ging weiter. Titel der Brokerhäuser Charles Schwab, LPL und Ameriprise verloren zwischen vier und sechs Prozent, nachdem sie bereits am Vortag ähnlich eingebüßt hatten. Für Nervosität sorgte am Dienstag die Ankündigung des Fintechs Altruist, ein neues KI-Steuerplanungstool einzuführen. Der Software-Branchenindex gab um drei Prozent nach.

Die Einführung eines Plug-ins für den KI-Chatbot Claude von Anthropic, das juristische Aufgaben übernehmen kann, hatte vergangene Woche viele Tech-Titel auf Talfahrt geschickt. Am Montag folgte ein Ausverkauf im US-Versicherungssektor. Auslöser war die Veröffentlichung eines KI-gestützten Vergleichstools auf der Grundlage von ChatGPT durch die Online-Versicherungsplattform Insurify. Anleger erwarten, dass Künstliche Intelligenz (KI) klassische Werkzeuge verdrängt, auf denen die Geschäftsmodelle zahlreicher Konzerne beruhen. “Im KI-Wettlauf wird es Gewinner und Verlierer geben, und ein Großteil des derzeit eingesetzten Kapitals wird abgeschrieben werden müssen”, sagte Axel Botte, Chefstratege des französischen Investmenthauses Ostrum.

Mattel und Lyft stürzen ab

Im Mittelpunkt bei den Einzelwerten standen Konzernbilanzen und -prognosen. Für Gesprächsstoff sorgten etwa der “Barbie”-Hersteller Mattel, dessen Aktie 25 Prozent verlor, der Uber-Rivale Lyft mit einem Abschlag von 17 Prozent und der Online-Broker Robinhood mit einem Minus von knapp neun Prozent.

Um 3,5 Prozent nach unten ging es für Moderna. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat es abgelehnt, den Zulassungsantrag für den neuen Grippeimpfstoff des Biotechnologieunternehmens zur Prüfung anzunehmen.

Eine Erhöhung der Prognose der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US für 2027 bescherte der Aktie einen Kursgewinn von 5,1 Prozen. Ein optimistischer Ausblick ermunterte Anleger trotz eines Milliardenverlustes auch zum Einstieg bei Ford. Die Papiere des US-Autobauers rückten 2,1 Prozent vor. Ford stellte für das laufende Jahr einen operativen Gewinn (Ebit) im Rahmen der Analystenerwartungen in Aussicht, obwohl der Konzern im vierten Quartal einen Nettoverlust von 11,1 Milliarden Dollar verbuchte. Konzernchef Jim Farley setzt neben einem strikten Sparkurs und Partnerschaften im Ausland auf die schnelle Entwicklung wettbewerbsfähigerer Modelle.

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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