“Zum Schutz unserer Gesundheit”: Deutsche mehrheitlich für Einführung einer Limo-Steuer | ABC-Z

“Zum Schutz unserer Gesundheit”Deutsche mehrheitlich für Einführung einer Limo-Steuer
12.02.2026, 02:33 Uhr
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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther ergreift im Dezember die Initiative: Es brauche eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke, regt der Landesvater an. In der kommenden Woche berät die Bundes-CDU über den Vorstoß. Eine Umfrage zeigt derweil, wie offen Konsumenten dafür sind.
In der Debatte um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stützt eine neue Umfrage die Befürworter einer Steuer auf süße Limonaden: Eine Mehrheit der Verbraucher ist demnach für eine Abgabe auf stark gesüßte Getränke, wie eine Forsa-Erhebung im Auftrag von Foodwatch zeigt, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. 60 Prozent der Befragten befürworteten demnach, wenn Hersteller von zuckerhaltigen Süßgetränken eine gestaffelte Steuer zahlen müssten. Je höher der Zuckergehalt, desto höher wäre sie. 38 Prozent lehnten das ab.
Eine solche Abgabe fand mehr Anklang bei Frauen (66 Prozent Zustimmung) als bei Männern (55 Prozent). Zudem zeigte sich, dass diejenigen, die 2500 Euro netto oder weniger verdienen, der Abgabe etwas kritischer gegenüberstanden als Befragte mit höherem Einkommen. Etwas mehr Zuspruch fand die Einführung einer Limo-Steuer in Haushalten mit Kindern.
Dass die Politik insgesamt “Maßnahmen ergreifen” solle, damit “die Lebensmittelindustrie den Zuckergehalt in Getränken reduziert”, fanden 73 Prozent der Befragten richtig. 51 Prozent stimmten der Aussage voll und ganz zu, weitere 22 Prozent stimmten “eher” zu. Als Beispiele wurden Cola, Limonade oder Eistee genannt.
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert schon länger eine solche Steuer, für die sich auch der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU einsetzt. Mit einem entsprechenden Antrag wird sich der CDU-Bundesparteitag Ende kommender Woche in Stuttgart beschäftigen.
“CDU muss sich hinter Günthers Vorschlag stellen”
Luise Molling von Foodwatch fordert die Christdemokraten dazu auf, diesem Antrag zuzustimmen. “Süße Limos fluten unseren Körper in kurzer Zeit mit riesigen Mengen an Zucker. Sehr gut, dass nun auch Teile der CDU erkannt haben, dass zu viel Zucker krank macht und die Gesellschaft Milliarden kostet”, sagte sie. “Die CDU muss sich zum Schutz unserer Kinder und unseres Gesundheitssystems hinter Günthers Vorschlag stellen.” Dass die Limo-Steuer wirke, zeige das Beispiel Großbritannien. “Auch Deutschland muss endlich wirksame Maßnahmen für gesunde Ernährung auf den Weg bringen”, sagte Molling weiter.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther hatte sich Ende Dezember für die Einführung einer sogenannten Zuckersteuer ausgesprochen. “Im ersten Quartal des kommenden Jahres werden wir eine Bundesratsinitiative ergreifen”, kündigte er in der “Welt” an. “Eine Zuckersteuer ist politisch und ökonomisch längst geboten, weil zu starker Zuckerkonsum erhebliche gesundheitliche Probleme und damit auch enorme gesellschaftliche Kosten verursacht.”
Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1003 Verbraucher ab 18 Jahren. Die computergestützten Telefoninterviews fanden vom 3. bis 5. Februar statt.





















