Berlin

Entdecke Alt-Tempelhof – Vom vergessenen Geologen bis zum größten Ochsen Berlins | ABC-Z

Alt-Tempelhof gehört zu den geschichtsträchtigsten Ortsteilen Berlins. Bekannt ist der Stadtteil vor allem durch den ehemaligen Zentralflughafen Berlin-Tempelhof, der bereits 1923 den Linienverkehr aufnahm und bis 2008 zu den drei internationalen Flughäfen im Großraum Berlin zählte. Doch Tempelhof ist weit mehr als Luftfahrtgeschichte – ein Spaziergang durch Alt-Tempelhof führt tief hinein in spannende historische Ereignisse, architektonische Besonderheiten und überraschende Persönlichkeiten.

Askanisches Gymnasium
Gedenktafel Kunth
Gedenktafel Kunth

Rundgang durch Alt-Tempelhof: Historie hautnah erleben

Die ausführliche Tourbeschreibung – vom U-Bahnhof Alt-Tempelhof bis zum S-Bahnhof Priesterweg – bietet die lialo-App mit der Tour „In Tempelhof steht ein Ochse aus Berlin“. Sie lässt sich bequem auf dem Smartphone öffnen.

👉 Hier geht’s zur Tour: „In Tempelhof steht ein Ochse aus Berlin“.

Dies ist Teil 4 der Tour, die am Askanischen Gymnasium in der Kaiserin-Augusta-Straße beginnt, wo eine Gedenktafel an Albrecht Kunth erinnert – einen Geologen, der hier in einer ehemaligen Sand- und Kiesgrube nach dem Ursprung des Lebens forschte.

Von der Kaiserin-Augusta-Straße zum Alboinplatz

Der Weg führt auf der Kaiserin-Augusta-Straße zirka 200 Meter weiter bis zur Manteuffelstraße, die zu überqueren ist, um nach weiteren 400 Metern den Alboinplatz mit der „Blanken Helle“, einem kleinen See in der Mitte des Platzes, zu erreichen.

Dieses Gewässer ist ein Toteissee aus der Eiszeit – ein Relikt aus der Zeit, als ein Gletscher Berlin bedeckte und das Leben für 8.000 Jahre in Eisstarre versetzte. Nach dem Abschmelzen des Eises entstand ein Hohlraum, der später zum Toteisloch wurde.

Zu den Spuren der Eiszeit zählen auch große Findlinge in Berlin und Brandenburg sowie Mulden wie die Murellenschlucht in Charlottenburg. Zu den größten Berliner Seen aus dieser Zeit gehört der Weiße See in Pankow.

Berliner Ochse
Berliner Ochse
Berliner Ochse
Berliner Ochse

Der größte Ochse von Berlin am Hels Pfuhl

Die Anlage an der Blanken Helle, ursprünglich „Hels Pfuhl“ genannt, ist heute ein gepflegtes Gartendenkmal. Hier steht die markante Auerochs-Skulptur, auch bekannt als der größte „Ochse von Berlin“. Geschaffen wurde sie 1934 von Bildhauer Paul Mersmann aus 3.000 Muschelkalksteinen über einem Ziegelkern. Spannend: Im Inneren der Skulptur soll sich eine Kartusche mit einem Aufruf gegen Hitler befinden – ein mutiges Zeichen des Widerstands. Ob dies tatsächlich zutrifft, bleibt ungeklärt – denn eine Überprüfung wäre nur durch Zerstörung des Denkmals möglich.

„Hels Pfuhl“ am Alboinplatz
„Hels Pfuhl“ am Alboinplatz
Habichskraut
Habichskraut

Landschaftsfriedhof mit botanischen Schätzen

Weiter geht es zur Eythstraße und zum Landschaftsfriedhof mit seiner Jugendstil-Trauerhalle. Hier liegt der „Krumme Pfuhl“, ebenfalls ein Toteisloch und als Naturdenkmal geschützt. Der Friedhof ist zudem ein botanisches Kleinod: Neun seltene Arten der Habichskräuter sind hier angesiedelt – ein Schatz für den Naturschutz.

Landschaftsfriedhof Eythstraße
Landschaftsfriedhof Eythstraße

Fazit: Alt-Tempelhof – ein Ort voller Geschichte und Natur

Alt-Tempelhof ist ein faszinierender Stadtteil, der Geschichte, Natur und Kunst vereint. Ob Toteissee, monumentale Skulptur oder botanische Raritäten – ein Spaziergang lohnt sich für alle, die Berlin abseits der bekannten Pfade entdecken möchten.

Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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