Aktien, Anleihen, Gold …: Wohin mit 25.000 Euro im Februar? | ABC-Z

Aktien, Anleihen, Gold … Wohin mit 25.000 Euro im Februar?

Vor allem die großen US-Technologiekonzerne investieren unglaubliche Summen in KI. Immer mehr Anleger fragen sich, ob es sich dabei um eine Blase handelt oder um die nächste Gelddruckmaschine. Die Antwort lautet: beides.
Allein die Google-Mutter Alphabet will in diesem Jahr 175 bis 185 Milliarden Dollar investieren, den Großteil davon in KI. Zum Vergleich: SAP, bis vor Kurzem das wertvollste an der Börse notierte Unternehmen Deutschlands, hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von umgerechnet 43 Milliarden Dollar erzielt. Das zeigt, wo beim Thema KI die Musik spielt.
Nach aktuellen Schätzungen werden allein die großen US-amerikanischen Techkonzerne in den kommenden Jahren rund 500 Milliarden Dollar in KI investieren – per annum wohlgemerkt. Möglicherweise ist dieser Betrag sogar zu niedrig angesetzt. Da stellt sich die Frage, ob sie diese Mittel irgendwann zurückverdienen werden. Als Amazon vor weniger Tagen ankündigte, 2026 sogar 200 Milliarden Dollar für Investitionen ausgeben zu wollen, straften die Anleger die Aktie massiv ab.
Nach drei Jahren KI-Hype wachsen die Zweifel. Von großen US-amerikanischen KI-Werten wie Amazon oder Microsoft sind die Aktien in den zurückliegenden Monaten entweder nur seitwärts gelaufen oder sogar gefallen. Schlimmer noch: Die Broadcom-Aktie notiert fast ein Viertel unter dem Hoch im vergangenen Jahr, der Oracle-Kurs hat sich sogar mehr als halbiert. Spaß gemacht hat zuletzt eigentlich nur Alphabet, also genau das Unternehmen, das mit am meisten Geld in KI investieren will.
KI ist bislang noch nicht nachhaltig im Alltag angekommen. Klar, wer früher eine Google-Suche gestartet hat, fragt heute ChatGPT oder eine andere KI. Und bei Anrufen im Callcenter hat man es immer häufiger mit KI-Agenten und nicht mehr mit echten Menschen zu tun. Wesentlich gravierender wirkt sich KI jedoch bei den Unternehmen aus.
Tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaft
Beispiel Amazon: Das größte Online-Kaufhaus der Welt nutzt bereits heute KI, um seine Fahrtrouten zu optimieren, und spart so Hunderttausende Kilometer ein. Gleichzeitig werden die Verpackungen dank KI immer besser an die Größe der gelieferten Ware angepasst, das heißt, sie werden tendenziell kleiner. Dadurch spart Amazon Hunderttausende Tonnen Pappe und Plastik.
Kürzere Fahrtzeiten, weniger CO2-Ausstoß und weniger Verpackungsmüll sind natürlich zu begrüßen. Doch es gibt auch Schattenseiten: Amazon will dank KI weltweit bis zu 30.000 Stellen in der Verwaltung streichen. Damit würde fast jeder zehnte Bürojob dem technischen Fortschritt zum Opfer fallen.
Amazon ist längst kein Einzelfall mehr. In Indien bauen IT-Unternehmen seit einigen Monaten im großen Stil Mitarbeiter ab. So hat beispielsweise Tata Consultancy Services (TCS) im vierten Quartal 2025 rund 11.000 Stellen gestrichen. Nun sollen weitere 20.000 Arbeitsplätze folgen. Bis vor Kurzem galt der indische IT-Sektor noch als Jobmotor, doch nun werden Mitarbeiter umfangreich entlassen.
Das hängt keineswegs damit zusammen, dass die Geschäfte nicht mehr laufen. Vielmehr lässt sich durch den Einsatz von KI mit derselben Zahl an Mitarbeitern deutlich mehr Software in Form von Programmiercodes produzieren. Die Unternehmensberatung EY schreibt dazu: “Die alte Gleichung, dass man mehr Leute für mehr Leistung braucht, gilt nicht mehr.” Laut verschiedenen Unternehmen steigert KI den Software-Output um 20 bis 30 Prozent.
Deutliche Zunahme der Schwankungen
Die kaum fassbaren Investitionen in KI einerseits und die bereits heute immensen Produktivitätsfortschritte in der Industrie andererseits sorgen bei Anlegern für große Verunsicherung. Das zeigt sich an den extremen Bewegungen der Aktienkurse. Selbst bei Unternehmen wie Microsoft oder SAP, die eigentlich ganz ordentliche Zahlen vorgelegt haben, hat ein etwas verhaltener Ausblick ausgereicht, um die Aktien an einem Tag um mehr als zehn Prozent abstürzen zu lassen.
Eines scheint klar: KI wird das Leben der Menschen ähnlich stark verändern wie vor 25 Jahren das damals aufkommende Internet. Welche Unternehmen davon profitieren und welche scheitern werden, bleibt abzuwarten. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger weiterhin im KI-Sektor investiert sein, auch wenn dort nicht mehr die Renditen der vergangenen drei Jahre zu erwarten sind. Um die Einzelwertrisiken zu verringern, bietet sich jedoch eine breite Streuung per Fonds oder ETF an.
Die 25.000-Euro-Frage
Bei einer Anlage von beispielsweise 25.000 Euro kommt folgende Aufteilung infrage: Zehn Prozent der liquiden Mittel sollten in Cash angelegt werden, um bei Bedarf Korrekturen zum Nachkauf oder Einstieg zu nutzen. Für weitere zehn Prozent empfiehlt sich Gold, trotz der zuletzt hohen Schwankungen. Das Edelmetall ist und bleibt die stabilste Währung der Welt. Die übrigen 80 Prozent können jeweils zur Hälfte in Aktien, darunter auch KI-Werte, und in Anleihen weltweit investiert werden. Abschließend sei angemerkt, dass dies keine Anlageberatung darstellt.
Claus Langohr betreut bei Qcoon vermögende Privatpersonen, Unternehmen und ein Family Office. Zuvor war er bei Landesbank Baden-Württemberg sowie verschiedenen Banken aus der Schweiz und Liechtenstein tätig.
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