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Pascal Kaiser: Queerer Amateurschiedsrichter mutmaßlich mehrfach angegriffen | ABC-Z

Der bisexuelle Schiedsrichter Pascal Kaiser ist nach Angaben seines Anwalts zweimal in der Nähe seines Hauses tätlich angegriffen worden. Die Polizei bestätigte der ZEIT den Eingang zweier Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung, ohne den Namen Kaisers zu nennen. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen. Auch ein homophober Hintergrund werde geprüft.

Ende Januar machte Kaiser seinem Freund im voll besetzten Stadion des 1. FC Köln einen Heiratsantrag, kurz vor Anpfiff des Bundesligaspiels gegen den VfL Wolfsburg. Das Video des Antrags ging viral.

Nach Angaben seines Anwalts Moritz Lange erhielt der Amateurschiedsrichter daraufhin mehrfach Drohungen. Einige hätten homophobe Äußerungen enthalten, sagte Lange der ZEIT. Zudem sei seinem Mandanten teils Gewalt angedroht worden. Kaiser habe die Polizei verständigt, die ihn auch zu Hause aufgesucht habe, jedoch nicht dauerhaft vor Ort geblieben sei.

Unbekannte sollen tätlich angegriffen haben

Am Samstagabend wurde Kaiser nach Angaben des Anwalts von drei Unbekannten vor seinem Haus angegriffen und im Gesicht verletzt. Nach dem Angriff habe er im Krankenhaus behandelt werden müssen. In der Nacht auf Dienstag habe es dann einen neuen Vorfall gegeben, bei dem er vor seiner Haustür tätlich angegriffen worden sei.

Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD),
verurteilte die mutmaßlichen Angriffe. “Pascal wurde Opfer feiger und
menschenverachtender Gewalt”, schrieb sie auf Instagram. “Aus hässlichen
Worten werden noch hässlichere Taten.” Es liege an allen, “entschieden
zu widersprechen, solidarisch zu handeln und keinerlei verbale oder
körperliche Gewalt zu akzeptieren”.

Vorwürfe gegen Kaiser

Kurz nach Kaisers Antrag Ende Januar berichteten mehrere Medien über Vorwürfe gegen ihn. Sein früherer Arbeitgeber, der Betreiber einer Bar in Köln, warf Kaiser demnach vor, mehrere Tausend Euro unterschlagen zu haben. Den Berichten zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft, ohne Kaisers Namen zu nennen.

Kaiser bestreitet die Vorwürfe, wie sein Anwalt Lange mitteilte. Die Staatsanwaltschaft habe auf eine Anfrage, welche Ermittlungen gegen seinen Mandanten laufen, bisher nicht reagiert. Außerdem gebe es Anhaltspunkte dafür, dass der frühere Arbeitgeber Kaisers Wohnadresse veröffentlicht habe. Ob die Angriffe mit dem Fall zu tun haben könnten, sei unklar, sagte Lange.

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