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Weiteres Rekordjahr: Mehr Menschen investieren in Fonds | ABC-Z

Stand: 10.02.2026 12:50 Uhr

Anlegerinnen und Anleger haben zum dritten Mal in Folge mehr Geld in Fonds gesteckt und der Branche in Deutschland ein Rekordjahr beschert. Besonders beliebt waren 2025 Aktien- und Anleihe-ETFs.

Fonds und ETFs werden immer beliebter: Die Fondsgesellschaften in Deutschland haben im vergangenen Jahr über 4,85 Billionen Euro verwaltet – so viel wie noch nie. Das waren rund 8,5 Prozent mehr als 2024, wie der Branchenverband BVI heute mitteilte.

Ein Grund für das dritte Rekordjahr in Folge sind gestiegene Kurse. Ein anderer ist aber eben das wachsende Interesse. Zwar liegt laut BVI fast die Hälfte der gigantischen Summe in Spezialfonds für institutionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen. Doch gleichzeitig habe die Fondsbranche bei sogenannten Publikumsfonds das beste Neugeschäft seit 2021 verbucht.

Auch Zahl der Depots stark gestiegen

Publikumsfonds richten sich an breitere Anlegerschichten und sammelten im vergangenen Jahr 86 Milliarden Euro ein. Allein 57 Milliarden Euro gingen davon in Aktien- und Anleihe-ETFs. Insgesamt flossen Investmentfonds 2025 netto 154 Milliarden Euro zu.

Auch 2026 habe sich der Trend mit einem positiven Jahresstart fortgesetzt, berichtete der BVI. “Immer mehr Menschen erkennen, dass Wertpapiere ein zentraler Baustein für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind”, sagte BVI-Präsident Matthias Liermann.

Die Entwicklung spiegele sich nicht nur in der großen Zahl von Fondssparplänen wider, sondern auch in dem Anstieg bei den Wertpapierdepots. Der Bundesbank zufolge gibt es inzwischen 37 Millionen Depots in Deutschland. Das seien 14 Millionen mehr als 2020, allein in den letzten beiden Jahren seien sechs Millionen hinzugekommen, hieß es vom BVI.

Altersvorsorge mit Hilfe der Börse

Auch bei der Reform des Rentensystems fordert die Branche mehr Offenheit für die Finanzmärkte. “In der gesetzlichen Rente ist der Einstieg in die Kapitaldeckung notwendig, um die wachsende Abhängigkeit des Rentensystems von Steuerzuschüssen mittelfristig zu verringern”, meinte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte jüngst beim Neujahrsempfang der Deutsche Börse einen “Paradigmenwechsel” in der deutschen Rentenpolitik angekündigt: “Die gesetzliche Rentenversicherung wird bleiben. Aber sie wird eben nur ein Baustein eines neuen Gesamtversorgungsniveaus werden, in dem die private Altersvorsorge und die betriebliche Altersversorgung eine wesentlich größere Rolle spielen werden als bisher”, sagte der CDU-Chef.

“Wir haben es im Koalitionsvertrag bereits beschlossen und wir werden daraus eine vernünftige Reform im Laufe des Jahres machen, die genau an dieser Stelle ansetzt, nämlich eine Stärkung der kapitalgedeckten privaten und betrieblichen Altersversorgung”, so Merz.

Mit Informationen von Till Bücker, ARD-Finanzredaktion.

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