Wolfratshausen: Kreisklinik muss sieben Millionen in den Brandschutz investieren – Bad Tölz-Wolfratshausen | ABC-Z

Der Brandschutz in der Kreisklinik Wolfratshausen weist erhebliche Mängel auf. Zu diesem Schluss kommt ein Sachverständigenbüro, das im Auftrag von Klinik-Geschäftsführer Ingo Kühn die landkreiseigene Gesundheitseinrichtung unter die Lupe genommen hat. Nicht nur, dass das Haus eine neue Brandmeldeanlage braucht, auch Brandschutztüren schließen nicht richtig, Rettungswege fehlen, ein neues Evakuierungskonzept muss erarbeitet werden. Alle Nachbesserungen kosten nach den Berechnungen der Fachleute circa sieben Millionen Euro.
Die Hiobsbotschaft überbrachte Kühn dem Kreisausschuss. Denn das Gremium des Kreistags Bad Tölz-Wolfratshausen musste eine Kreditaufnahme genehmigen. Mit 1,5 Millionen Euro sollen die ersten Mängel so schnell wie möglich behoben werden. Dazu zählt die neue Brandmeldeanlage für 500 000 Euro. Dass sie ausgetauscht werden müsse, sei bekannt gewesen, sagte Kühn in der Sitzung. Alle anderen Mängel seien in dem neuen Gutachten aufgelistet.
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Da Brandschutzkonzepte aus den Jahren 2002 und 2015 vorlagen, in denen bereits Maßnahmen aufgezählt, aber nie umgesetzt worden seien, habe er den Kontakt zu den damaligen Verfassern gesucht. Doch die Brandschutz-Sachverständigen seien nicht mehr aufzufinden gewesen – „weder telefonisch noch per E-Mail“, betonte Kühn. Er selbst sei durch die Klinik gegangen und habe die Mängel etwa an den Türen bemerkt. Eine Brandschutzüberprüfung der Stadt Wolfratshausen deckte ebenfalls Lücken in der Sicherheit auf. Daher habe er ein neues Expertenbüro beauftragt, so der Geschäftsführer, der seit 2020 das Krankenhaus leitet.

Dessen Untersuchungsergebnisse sind verheerend. So fehlt etwa eine Außentreppe, die bereits 1984 als zweiter Fluchtweg gefordert worden war. Aus Sorge um die Sicherheit von Patienten, Besuchern und den Krankenhaus-Mitarbeitern wolle er noch in diesem Jahr die Arbeiten beginnen lassen, betonte Kühn. Brandmeldeanlage und die Ertüchtigung der Brandschutztüren stünden als Erstes an. Ein Evakuierungskonzept werde in Kooperation mit der Stadt Wolfratshausen erstellt.
Die Bilder der Brandkatastrophe in Crans-Montana waren wohl einigen Kreisräten noch gut im Gedächtnis. Er sei sehr über die Ergebnisse des Gutachtens verwundert, sagte Klaus Koch (Grüne). Auch wenn eine Klinik nicht mit einer Disco vergleichbar sei, sei er schon davon ausgegangen, dass in dem Haus am Moosbauerweg regelmäßige Kontrollen stattfinden würden, wie in den landkreiseigenen Schulen, so Koch, der Leiter des Tölzer Förderzentrums ist. Und der Wolfratshauser Bürgermeister und Kreisrat Klaus Heilinglechner (FW) hielt es für „fast ein bisserl fahrlässig“, dass den Mängeln, die seit 2015 bekannt waren, nicht nachgegangen worden sei.





















