Skandal, Frau, Vater – Infos zum neuen Dschungelkönig | ABC-Z

Im RTL-„Dschungel“ drehte sich 2026 alles um ihn: Gil Ofarim. Schon vor Start der Show gab es wegen seiner Teilnahme Boykottaufrufe. Im Camp selbst spaltete die Meinung über ihn die Camper – und doch haben ihn die Zuschauer zum Sieger von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ gewählt.
Doch warum ist Gil Ofarim überhaupt in die Schlagzeilen geraten? Welche Vorwürfe gibt es gegen ihn? Und wie wurde Ofarim ursprünglich berühmt? Ein Rückblick.
Skandal um die „Davidstern-Affäre“: Was hat Gil Ofarim getan?
Seine Anfänge nahm der Skandal, der Ofarim bis heute begleitet, 2021 in Leipzig. Damals, mitten in der Corona-Zeit, wollte der jüdische Musiker im Hotel „The Westin“ in der Sachsen-Metropole übernachten. Ein Hotelangestellter – so schilderte es Ofarim später in einem von ihm veröffentlichten Video auf Instagram – habe den Musiker beim Einchecken dazu aufgefordert, seinen Davidstern abzunehmen.
Prozess in Leipzig: Gil Ofarim neben seinem Anwalt Alexander Stevens (r.).
© DPA Images | Hendrik Schmidt
Die Aufregung war groß, es kam zu Demonstrationen vor dem Hotel und der beschuldigte Mitarbeiter erhielt wegen des vermeintlichen Antisemitismus gar Morddrohungen. Nur: So wie von Ofarim geschildert, war es wohl nicht. Wie ein Überwachungsvideo aus dem Hotel zeigt, war Ofarims Davidstern-Kette, die den angeblichen Streit ausgelöst haben soll, während seiner Zeit in dem Hotel gar nicht zu sehen. Mehrere Zeugen widersprachen zudem der Darstellung des TV-Stars.
Schließlich wurde Ofarim angeklagt – und legte vor Gericht ein Geständnis ab. Zudem entschuldigte er sich bei dem Hotelmanager, der als Nebenkläger auftrat. Für Ofarim gab es eine Geldstrafe, das Verfahren wurde eingestellt. Der Sänger wurde daher nicht verurteilt, gilt nicht als vorbestraft. Im Dschungel deutete er schließlich wiederholt an, dass alles ganz anders gewesen sei, als es die Öffentlichkeit wisse. So sprach er gar davon, dass das Video – ein zentraler Beweis vor Gericht – manipuliert worden sei. Beweise dafür gibt es nicht.
Sohn von Abi Ofarim: Diese Karriere machte Gil Ofarim
Für Schlagzeilen sorgte Gil Ofarim schon vor diesem Skandal – und lange vor dem „Dschungelcamp“: Geboren wird er am 13. August 1982 in München als erster Sohn des israelischen Musikers Abraham „Abi“ Ofarim und dessen dritter Ehefrau Sandra, einer deutschen Bürokauffrau.
Die Musik begleitet Gil Ofarim fast von der ersten Sekunde an. Immer wieder entert er die Bühne seines berühmten Vaters, spielt Schlagzeug, bringt sich das Gitarrespielen bei, wird zum „Kinderzimmerrockstar“.

Gil Ofarim mit seinem Vater Abi Ofarim
© imago/SKATA | imago stock&people
So erzählt er es in seinem Buch „Freiheit in mir“. Trotzdem fühle sich Ofarim immer wieder alleine, habe nach Bestätigung gesucht und unter der Scheidung der Eltern gelitten. Dass er, wie er sagt, ein besonders „leidensfähiges“ Kind gewesen sei und sich nie beklagt habe, habe dem jungen Ofarim bei der Jagd nach Bestätigung geholfen. Und bei seinem frühen Erfolg.
Gil Ofarim: Mit einer „Bravo“-Lovestory fing alles an
Als Gil Ofarim 1997 quasi über Nacht berühmt wird, ist er fast noch ein Kind. In einer Foto-Lovestory der Zeitschrift „Bravo“ spielt er den Musiker Toby. Der Teenager mit dem kindlichen Gesicht und dem langen, glatten Haar ist fortan der Schwarm zahlreicher Gleichaltriger, in vielen Kinderzimmern hängen Poster von ihm.
Der Musikstar Gil ist geboren, als Ofarim mit 15 Jahren seine erste Single „Round‘n‘Round“ veröffentlicht. Ofarims Vater Abi managt die Karriere seines Sohnes, es folgen Konzerte und eine dreijährige Tour durch Asien. Der junge Gil hatte einst eine jüdische Grundschule und später ein städtisches Gymnasium besucht. Doch dann verlässt er die Schule, hat nach eigener Aussage irgendwann nicht einmal mehr Privatunterricht, arbeitet beinahe rund um die Uhr.
Ofarim arbeitet extrem viel und erleidet einen Schwächeanfall
„Ein irrsinniges Pensum“, urteilt er rückblickend. Denn während die Bandmitglieder rund um seinen Bruder Tal abends noch gelegentlich weggehen, fühlt sich Gil finanziell für die Familie verantwortlich. Bis er eines Tages in Hongkong einen Schwächeanfall auf der Bühne erleidet – und am nächsten Tag trotzdem wieder für Termine bereitsteht.

Gil Ofarim als Teenager in der Show von Harald Schmidt.
© PB Archive/Getty Images | Getty Images
Der Name „Gil“, unter dem Ofarim in jenen Jahren berühmt wird, bedeutet auf Hebräisch „Freude“. Doch die junge Karriere des Teenagers ist nicht immer positiv geprägt. „Mit 17 Jahren hatte ich alles, was ich mir je gewünscht hatte“, schreibt Ofarim in seiner Biografie. „Aber: Ich war trotzdem der einsamste Junge der Welt.“
Unter Xavier Naidoo feiert Gil Ofarim sein Comeback
Als Ofarim 2012 an der zweiten Staffel von „The Voice of Germany“ teilnimmt und es unter dem damaligen Coach Xavier Naidoo ins Viertelfinale schafft, dürften die allermeisten Poster von ihm von den Kinderzimmerwänden verschwunden gewesen sein. Obwohl er auch nach der Jahrtausendwende in mehreren Fernsehproduktionen zu sehen war und mit neuen Musikprojekten auftrat, war es lange ruhig um den einstigen Teenie-Rockstar.
Doch das Comeback gelang: In seinen Dreißigern besuchte Gil Ofarim, der mittlerweile unter seinem vollen Namen auftrat und zu seinen langen Haaren Bart, Tattoos und Nasenring trug, zahlreiche Fernsehshows – von „Schlag den Star“ über „Grill den Henssler“ bis hin zu „The Masked Singer“. Bei „Let‘s Dance“ gewannen er und seine Tanzpartnerin Ekaterina Leonova 2017 sogar den Pokal.
Gil Ofarim beschreibt Yoga als seine Rettung
Auch privat machte Ofarim eine Reihe an Lebenserfahrungen: Hochzeit mit seiner Partnerin Verena Brock im Jahr 2014, die Geburten ihres Sohnes und ihrer Tochter, Scheidung im Jahr 2018. Im Mai desselben Jahres starb Vater Abi Ofarim. Im August 2025 heiratete Ofarim zum zweiten Mal.
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Die Schicksalsschläge verarbeitet Ofarim unter anderem mit Yoga. In Interviews spricht er über die Kraft der indischen Lehre: „Die Haltung, anderen um jeden Preis gefallen zu wollen, habe ich schon vor Jahren abgelegt“, erklärt er dort. Diese Einstellung könnte ihm auch im Dschungel geholfen haben – bis hin zur Krone.
Eine erste Fassung dieses Textes erschien im November 2023.
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