Olympia: „Ohrfeige“ – Rückschlag für Eiskunstlauf-Wunderkind Malinin | ABC-Z

Ilia Malinin erlebt bei den Olympischen Winterspielen in Italien einen ersten Dämpfer. Im Kurzprogramm des Teamwettbewerbs reicht es für den neuen Superstar im Eiskunstlauf nur zu Platz zwei. Wird der 21-Jährige gerecht bewertet?
Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin hat im Teamwettbewerb den ersten Rückschlag bei den Olympischen Spielen in Italien hinnehmen müssen. Das US-Wunderkind belegte im Kurzprogramm mit 98,00 Punkten nur den zweiten Platz und hatte mehr als zehn Zähler Rückstand auf den Japaner Yuma Kagiyama, der mit einer fulminanten Darbietung auf 108,67 Punkte kam.
Malinin, Sohn usbekischer Einwanderer, wird wegen seiner vielen Vierfachsprünge auch als „Vierfach-Gott“ bezeichnet. Im Dezember hatte er beim Grand-Prix-Finale die beste jemals erreichte Punktzahl von 238,24 Zählern in einer freien Kür erzielt. In Mailand zeigte er bei seinem ersten Auftritt nun einige Schwächen – unter anderem beim dreifachen Axel. Auf Goldkurs ist der 21-Jährige mit den USA aber trotzdem.
Vielleicht stellt sich aber die Frage, ob der rasante Aufsteiger nur mit seiner Nervosität bei Olympia kämpfen muss oder auch mit den Kampfrichtern. Laut ARD-Kommentator Daniel Weiss, selbst zweimaliger Deutscher Meister im Eiskunstlauf, habe Malinin manchmal Probleme mit Dreifachsprüngen, weil er sie eigentlich vierfach springe.
„Er wird auch da sehr hart bestraft“
„Er ist gewohnt, den Axel viereinhalbfach zu zeigen und verpasst die Landephase deshalb“, sagte Weiss am Samstag. Bei einem weiteren Sprung, den der junge Amerikaner unterdreht haben soll, meinte Weiss: „Ich finde, er wird auch da sehr hart bestraft.“ Sein Fazit: „Diese 98 Punkte sind eine Ohrfeige für ihn. Das ist echt bitter.“
Und so führen die USA zur Halbzeit mit 34 Punkten nur knapp vor Japan (33 Punkte). Den dritten Platz belegt nach dem Rhythmustanz im Eistanz sowie den Kurzprogrammen bei den Paaren, Frauen und Männern mit 28 Zählern Gastgeber Italien.
Insgesamt zehn Nationen nahmen am Wettbewerb teil. Dabei werden für die Gesamtpunktzahl die Platzierungen zusammengerechnet – für einen Sieg gibt es die meisten Punkte, für den letzten Platz die wenigsten Zähler. Für die Kürprogramme qualifizierten sich die besten fünf Teams. Die Entscheidung fällt am Sonntagabend (21.55 Uhr) mit der Kür der Männer. Das deutsche Team hatte sich nicht qualifiziert.
SUF/mel/dpa





















