Generation Deutschland: „Wir sind Preußen…“ – Neue AfD-Jugendorganisation in Berlin und Brandenburg gegründet | ABC-Z

Nach der Auflösung der Jungen Alternative ist nun die Generation Deutschland die neue AfD-Jugendbewegung. Sie geht nun auch in den Ländern an den Start, und das mit viel Selbstbewusstsein: „Wir sind die Jugendorganisation der stärksten politischen Kraft in Brandenburg“, hieß es.
Die neue AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland hat nun auch in Brandenburg einen Landesverband gegründet. „Wir wollen keine Clique sein, sondern wir sind die Jugendorganisation der stärksten politischen Kraft in Brandenburg“, sagte der Bundesvorsitzende der AfD-Jugend, Jean-Pascal Hohm, in seiner Begrüßungsrede in Königs Wusterhausen.
Die Generation Deutschland wurde im November vergangenen Jahres in Gießen gegründet. Sie folgt der aufgelösten Jungen Alternative (JA), die vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft worden war. Anders als die JA ist die neue Jugendorganisation vollständig in die AfD eingebunden. Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft den AfD-Landesverband als rechtsextrem ein.
Die jungen Menschen der Parteiorganisation würden „an unser Volk“ glauben, sagte Hohm. Aus ihrer Gruppe sollten sich in Zukunft auch die Nachwuchskräfte der Partei rekrutieren. Das sei einer ihrer Kernaufträge. „Wir haben die besseren Charaktere, die besseren Politiker und die besseren Inhalte.“ Von diesen Inhalten wolle man keinen Zentimeter abweichen. „Am Ende werden wir siegen, da bin ich mir ganz sicher“, schloss Hohm seine Rede.
„Wir sind Preußen, wir wollen es nicht umsonst gewesen sein“
Das Amt des Landesvorsitzenden in Brandenburg übernahm Fabian Jank. Der studierte Landwirt hatte im Wahlkreis Oberspreewald-Lausitz/Spree-Neiße ein Direktmandat für den Brandenburger Landtag geholt. Der Luckauer wurde als einziger Kandidat ohne Gegenstimme gewählt. „Wir müssen junge Leute schulen, politisch, sportlich, charakterlich“, sagte er in seiner Bewerbungsrede. „Wir sind Preußen, wir wollen es nicht umsonst gewesen sein.“
Im Einstufungsvermerk, der den Landesverband der AfD als rechtsextrem einstuft, wird Jank als Aktivist der Identitären Bewegung (IB) bezeichnet. Wörtlich heißt es: „Aktive und/oder ehemalige IB-Protagonisten agieren im AfD-Landesverband Brandenburg oder sprechen in seinem Namen, wie der (…) in der Landtagswahl 2024 in den Landtag eingezogene ehemalige Aktivist Fabian Jank.“ Der Verfassungsschutz stuft die Identitäre Bewegung ebenfalls als rechtsextremistisch ein.
In seiner Rede warf der Landtagsabgeordnete den etablierten Parteien pauschal Gewalt vor. „Wir haben gesehen, wer auf Gewalt als politisches Mittel setzt“, sagte Jank mit Blick auf die Gründung der Generation Deutschland in Gießen vor einigen Wochen. Das seien aus seiner Sicht die etablierten Parteien. Der Gründungskongress der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen im vergangenen Jahr hatte wegen Straßenblockaden und Protesten mit mehr als zwei Stunden Verspätung begonnen.
„Wir haben gesehen, wer auf Gewalt als politisches Mittel setzt. Das sind die Altparteien“, sagte er mit Blick auf die Gründung der GD in Gießen vor einigen Wochen. Ihn interessiere nicht, was der Verfassungsschutz zu seiner Organisation zu sagen habe. Die Behörde sei dafür da, der „parteipolitischen Konkurrenz das Leben schwer zu machen“, so Jank. Die Wahl in Berlin für den dortigen Landesvorstand sollte um 14 Uhr starten.
Innenministerium: Ähnliche Einstufung wie AfD wahrscheinlich
Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, es sei davon auszugehen, dass die Generation Deutschland Brandenburg als Unterorganisation der Landespartei inhaltlich identisch zur AfD wirke und ebenfalls als gesichert rechtsextrem einzustufen sei. Allerdings habe die Generation Deutschland Brandenburg die Möglichkeit, sich vom verfassungsfeindlichen Gedankengut der AfD Brandenburg abzugrenzen und damit eine andere Einschätzung zu befördern.
Begleitet wurde das Treffen von einem Gegenprotest mit etwa 60 Teilnehmern. Die Jusos Brandenburg und die Grüne Jugend Brandenburg rufen zum Protest auf. „Brandenburg darf nicht zum Experimentierfeld für die nächste Tarnorganisation der extremen Rechten werden“, sagte der Landeschef der SPD-Jugend Jusos, Leonel Richy Andicene.
Die Sprecherin der Grünen Jugend, Anna Hilsenbeck, sagte: „Mit unserer Gegendemonstration zeigen wir klar, dass Hass, Ausgrenzung und antidemokratisches Denken keinen Platz haben – nicht in Brandenburg und auch nirgendwo anders.“
dpa/krott





















