Winterwanderung im Grunewald: Vom Teufelssee zum Teufelsberg und weiter zum Drachenberg | ABC-Z

Ein Winterspaziergang durch den Berliner Grunewald gehört zu den schönsten Naturerlebnissen der Hauptstadt. Besonders reizvoll ist die Rundwanderung vom S‑Bahnhof Pichelsberg über den Teufelssee hinauf zum Teufelsberg und weiter zum Drachenberg. Die rund acht Kilometer lange Tour verbindet Natur, Geschichte und beeindruckende Ausblicke – ideal für Berliner*innen und Besucher, die eine abwechslungsreiche Wanderroute suchen.
🚶♂️ Start am S‑Bahnhof Pichelsberg
Die Wanderung beginnt am vorderen Ausgang des S‑Bahnhofs Pichelsberg. Von dort führt der Weg über die Schirwindter Allee zur Heerstraße und weiter an den „Tiroler Stuben“ vorbei in die Straße Am Postfenn. Nach wenigen Minuten erreicht man die Stallupöner Allee, wo der Einstieg in den Grunewald beginnt. Ein breiter Waldweg führt etwa 500 Meter geradeaus, bevor man sich rechts hält und auf die Alte Spandauer Poststraße gelangt. Nach rund einem Kilometer zweigt links der Schildhornweg ab – und schon steht man am mystischen Teufelssee.
Der Teufelssee: Eiszeitliches Naturdenkmal
Der Teufelssee ist ein stiller, abflussloser Teich, der während der letzten Eiszeit entstand. Mit bis zu sechs Metern Tiefe zählt er zu den markantesten Kleingewässern im Grunewald. Sein Name geht vermutlich auf einen vorchristlichen Kultplatz zurück. Trotz seiner idyllischen Lage sollte man ihn nicht mit dem gleichnamigen See in Köpenick verwechseln. Umgeben von dichtem Wald und einem kleinen Wasserwerk bietet der Teufelssee zu jeder Jahreszeit eine besondere Atmosphäre.

Aufstieg zum Teufelsberg – Berlins berühmtester Trümmerberg
Hinter dem See führt die Route zur Teufelsseechaussee und von dort über einen linken Abzweig hinauf zum Teufelsberg. Der Grunewald ist eines der größten Waldgebiete Berlins und ein beliebtes Ausflugsziel. Der Teufelsberg selbst entstand aus Millionen Kubikmetern Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs. Auf seinem Gipfel errichteten die US‑Streitkräfte während des Kalten Krieges eine Abhörstation, deren markante Radarkuppeln bis heute sichtbar sind.

Der Aufstieg über rund 120 Höhenmeter lohnt sich: Von oben eröffnet sich ein weiter Blick über Berlin – besonders eindrucksvoll an klaren Wintertagen.
Drachenberg: Panorama und Sportparadies
Nur wenige Meter nordöstlich liegt der 99 Meter hohe Drachenberg. Sein breites Plateau ist ein beliebter Treffpunkt für Freizeitsportler, Spaziergänger und Sonnenuntergangs‑Fans. Der freie Blick über die Stadt macht ihn zu einem der schönsten Aussichtspunkte im Westen Berlins.

Historische Skisprungschanze im Grunewald
Weniger bekannt ist die sportliche Vergangenheit des Areals. Auf dem Drachenberg und Teufelsberg stand einst eine große Berliner Skisprungschanze, entworfen vom berühmten Schanzenbauer Heini Klopfer. 1955 fand hier das erste Springen statt, 1962 wurde die große Schanze vor 5.000 Zuschauern eingeweiht. Olympiasieger Georg Thoma sprang hier ebenso wie Wolfgang Müller, der mit 47,5 Metern den Schanzenrekord hält. Eine Beschneiungsanlage, Flutlicht und ein Lift machten das Gelände bis Ende der 1960er‑Jahre zu einem Zentrum des Berliner Wintersports. 1999 wurde die marode Anlage abgerissen, doch Reste sind im Wald noch erkennbar.

Rückweg zum S‑Bahnhof Heerstraße
Über versteckte Treppenstufen gelangt man zurück zur Teufelsseechaussee. Ein ruhiger Waldweg führt schließlich zum S‑Bahnhof Heerstraße, dem Endpunkt der Tour. Die gesamte Strecke lässt sich in zweieinhalb bis drei Stunden bequem bewältigen – ein idealer Ausflug für Naturfreunde, Geschichtsinteressierte und alle, die Berlin einmal von einer anderen Seite erleben möchten.
Text und Fotos: Klaus Tolkmitt
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