Wirtschaft

Konjunktur: Industrieproduktion ist im Dezember nach Monaten wieder gesunken | ABC-Z

Erstmals seit mehreren Monaten ist die Produktion in der deutschen Industrie im Dezember vergangenen Jahres wieder gesunken. Vor allem in der Autoindustrie ging die Produktion überraschend deutlich zurück. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe inklusive Baugewerbe und Energieproduktion fiel im Monatsvergleich um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. 

Neben der geringeren Produktion in der Autoindustrie, die im Monatsvergleich um 8,9 Prozent gesunken sei, habe es auch deutliche Rückschläge bei der Fertigung im Maschinenbau sowie bei der Wartung und Montage von Maschinen gegeben, teilten die Statistiker mit. Das Bundeswirtschaftsministerium bleibt aber positiv gestimmt: “Angesichts der spürbaren Produktionsausweitung in den Vormonaten ist der Rückgang im Dezember jedoch eher als Pause zu sehen.” Der zuletzt gemeldete Anstieg der Auftragseingänge deute auf eine Erholung hin.

Deutsche Industrie laut IMK “massivem Gegenwind” ausgesetzt

Auch Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, sieht in dem Rückgang im Dezember “keinen Grund zur Sorge“: “Die Industrie ist trotz des Minus auf dem Weg zur Erholung, wie man an dem – wenn auch leichten – Plus im Quartalsvergleich sieht”, sagte er. Über das Quartal gesehen blieb in der Industrieproduktion dem Statistischen Bundesamt zufolge ein Anstieg um 1,0 Prozent zum Vorquartal.

Es zeigt sich laut Dullien aber auch deutlich, dass die deutsche Industrie international “massivem Gegenwind” ausgesetzt ist, zum Beispiel durch die “aggressive Industriepolitik” Chinas und eine “aggressive Handelspolitik” der USA

Experten der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sprachen noch nicht von einer Trendwende. “Strukturelle Probleme wie hohe Kosten für Personal oder Energie halten die Wirtschaft fest im Griff”, sagte DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen. “Besonders im Inland ist in der Breite der Wirtschaft kein Aufbruch erkennbar, der zu einer steigenden Nachfrage nach Industriegütern führen würde.”

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