Ratgeber

Schutz vor dem finanziellen Ruin: Das sind die besten Haftpflichttarife | ABC-Z

Schutz vor dem finanziellen RuinDas sind die besten Haftpflichttarife

06.02.2026, 07:22 Uhr

Alte Policen sollten insbesondere bei den Deckungssummen überprüft werden. (Foto: imago stock&people)

Wer andere aus Unachtsamkeit verletzt oder einen Schaden verursacht, haftet oft finanziell. Das Analysehaus Franke und Bornberg hat für ntv untersucht, welche Tarife in der Tier- und Privathaftpflicht am besten abschneiden und ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Freizeitaktivitäten, moderne Technik, Haustiere – vieles, was den Alltag bereichert, birgt auch Risiken. Wer eine Drohne fliegen lässt oder vorübergehend den Hund eines Freundes betreut, kann schneller als erwartet mit Haftungsfragen konfrontiert werden. Doch auch vermeintlich gewöhnliche Situationen können Schäden nach sich ziehen, die finanziell erheblich werden.

Risiken im Alltag

Hier greifen Privathaftpflicht- und Tierhalterhaftpflichtversicherungen. Sie übernehmen Kosten, wenn Dritte zu Schaden kommen, und schützen vor den finanziellen Folgen berechtigter Ansprüche. Eine leistungsstarke Privathaftpflichtversicherung gehört deshalb zu den wichtigsten Absicherungen. Für Hunde- und Pferdehalter ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung, wenn nicht sogar verpflichtend, auf jeden Fall sinnvoll.

2026-01-FuB-ntv-Mustersiegel-PHV-Testsieger_16zu9

Für die Neuauflage 2026 hat Franke und Bornberg im Auftrag von ntv untersucht, welche Leistungen dabei besonders wichtig sind. Auf Grundlage eines eigenen Ratings identifizierten die Analysten Tarife, die ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Privathaftpflicht: Die besten Tarife für Singles und Familien

In der Analyse der privaten Haftpflichtversicherung unterscheidet Franke und Bornberg nach Tarifen für Familien und Singles. Die Kosten für einen guten Vertrag liegen für Familien bei etwa 70 Euro, für Singles bei etwa 50 Euro pro Jahr. Leistungsstärkere Tarife kosten kaum mehr, bieten dafür umso mehr Sicherheit. “Geiz lohnt sich an dieser Stelle nicht, ganz im Gegenteil. Wer am falschen Ende spart, zahlt im Schadenfall oft drauf”, sagt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg.

Das Analysehaus vergleicht die Tarife anhand von 72 Kriterien. Für die Bestnote müssen Tarife zusätzlich bestimmte Mindeststandards erfüllen: eine Deckungssumme für Personen- und Sachschäden von mindestens 50 Millionen Euro sowie einen Rechtsschutz für Schadensersatzansprüche – für den Fall, dass der Verursacher eines Schadens gegenüber der eigenen Person nicht zahlen kann.

Klassische Streitfälle: Schlüssel und mehr

Ein klassischer Streitfall in der Praxis ist der Verlust eines fremden Schlüssels. Dabei kann es sich um den Haustürschlüssel eines Freundes oder sogar um den Schlüssel zu einer kompletten Schließanlage eines Bürogebäudes handeln. Ob der Schaden übernommen wird, hängt stets vom jeweils abgeschlossenen Tarif ab. Eine gute Privathaftpflichtversicherung schließt den Verlust fremder Schlüssel mit ein.

Neue Risiken: Drohnen und Co.

Ein Beispiel, das zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Besitz einer Drohne. Sie sind heute keine Seltenheit mehr und werden häufig genutzt, um beeindruckende Urlaubsaufnahmen zu machen. Der Gesetzgeber schreibt für den Betrieb von Drohnen in Deutschland eine Haftpflichtversicherung vor. Die private Haftpflichtversicherung kann die Anforderung, etwaige Schäden durch die Drohne zu tragen, erfüllen. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen ist dennoch wichtig, denn einige Tarife enthalten Einschränkungen – etwa hinsichtlich des maximalen Fluggewichts, der Motorisierung oder des erlaubten Einsatzortes.

Was Top-Tarife zusätzlich leisten

Was sollten Top-Tarife zusätzlich leisten? Sie zahlen zum Beispiel bei Schäden durch Gefälligkeitsleistungen, übernehmen den Schutz für deliktunfähige Kinder oder Haftpflichtansprüche aus Betreuung und Pflege. Basistarife zeigen in diesen Punkten Schwächen und bieten zudem wenig Schutz bei nebenberuflichen Tätigkeiten, bei Schäden an Sachen von Arbeitskollegen oder Arbeitgebern, bei Verlust von beruflichen Schlüsseln sowie beim Schadenersatzrechtsschutz.

Versicherungen, die mit dem Rating FFF+ ausgezeichnet sind, bieten eine herausragende Qualität. Für ntv hat Franke und Bornberg die besten Policen für verschiedene Musterfälle ermittelt. Die Bewertung gewichtet Preis und Leistung im Verhältnis 30 zu 70 Prozent.

Tierhalterhaftpflicht: Die besten Tarife für Hunde- und Pferdehalter

In der Tierhalterhaftpflichtversicherung bewertet Franke und Bornberg Hunde- und Pferdetarife getrennt. Viele der Mindeststandards gelten für beide Bereiche: 20 Millionen Euro Deckungssumme für Personen- und Sachschäden, Versicherungsschutz für Schäden an gemieteten und geliehenen beweglichen Sachen sowie Schadensersatzrechtsschutz im Rahmen der Forderungsausfalldeckung. Auch Leistungen wie die Versehensklausel bei Obliegenheiten oder die Best-Leistungs-Garantie, die aus der Privathaftpflicht bekannt sind, fließen in die Bewertung ein.

An einzelnen Punkten weichen die Anforderungen jedoch voneinander ab. Insgesamt prüften die Analysten in der Hundehalterhaftpflicht 35 Kriterien, in der Pferdehalterhaftpflicht 37 Kriterien.

2026-01-FuB-ntv-Mustersiegel-THV-Hund-Testsieger_16zu9

Die besten Tarife für Hundehalter

Beim Herumtollen eines Hundes kann einiges passieren. So kann beispielsweise ein kleinerer Hunde-Spielkamerad verletzt werden oder ein vorbeikommender Radfahrer stürzen. Auch in der Hundeschule oder bei Spezialausbildungen können Menschen zu Schaden kommen. Deshalb untersucht Franke und Bornberg auch, ob Schäden an sogenannten Figuranten mitversichert sind – also an Menschen, die für die Ausbildung eingesetzt und bei bewusst herbeigeführten Aktionen verletzt werden. Zu beachten ist zudem, dass in einigen Bundesländern die Hundehalterhaftpflichtversicherung sogar eine Pflichtversicherung ist. In weiteren Bundesländern gelten individuelle Regelungen etwa nach Größe oder Rasse des Hundes.

Ein Thema, das viele Hundebesitzer immer wieder umtreibt, ist das sogenannte Hüten fremder Hunde. Die Frage ist, ob auch Schäden versichert sind, die ein Hund anrichtet, wenn er von einer anderen Person betreut wird. Hier können Hundehalter aufatmen: Das Hüten fremder Hunde ist grundsätzlich in allen geprüften Tarifen enthalten.

Die Bestnote FFF+ erhalten in der Hundehalterhaftpflicht nach wie vor nur wenige Angebote – obwohl die Tarife in einzelnen Bereichen Verbesserungen zeigen. Punktabzüge gibt es häufig, weil Schäden an gemieteten oder geliehenen beweglichen Sachen und am Inventar der Reiseunterkunft nicht oder nur unzureichend versichert sind. Auch die Aspekte Forderungsausfalldeckung, Neuwertentschädigung sowie Leistungen für geschädigte Figuranten zeigen bei schlechteren Tarifen oft Schwächen.

Die Höhe der Prämie hängt von der Rasse ab. Ein guter Tarif kostet für einen Labrador, eine der beliebtesten Rassen, 60 Euro oder mehr im Jahr. Für einen Jack Russell zahlen Besitzer mindestens 40 Euro. Bei als gefährlich geltenden Hunden wie Staffordshire und American Pitbull Terrier liegt die Prämie zwischen 84 und 223 Euro im Jahr.

Die besten Tarife für Pferdehalter

2026-01-FuB-ntv-Mustersiegel-THV-Pferd-Testsieger_16zu9

“Eine Haftpflicht für Pferdehalter ist nicht vorgeschrieben, aber unbedingt empfehlenswert”, sagt Michael Franke. Denn Schäden an Boxen und Anhängern sind schnell passiert. Verursacht ein Pferd einen Verkehrsunfall oder verletzt es eine Person, kann dies existenzbedrohende Folgen haben. Ein leistungsstarker Tarif bietet hier wie beschrieben eine Deckungssumme von 20 Millionen Euro.

Wichtig sind außerdem Mietsachschäden an Transportanhängern, Kutschen und Schlitten sowie die zeitweise Mitversicherung von Jungtieren und Fohlen. Bei Letzterem bieten gute Tarife Versicherungsschutz für mindestens zwölf Monate an.

Auch in diesem Segment variiert die Tarifqualität stark. Zwar zeigen neuere Tarife im Vergleich zu älteren Policen deutliche Verbesserungen, dennoch bleiben Leistungsunterschiede. Ein guter Versicherungsschutz für Pferde ist ab etwa 100 Euro im Jahr erhältlich, die Prämien können jedoch bis zu rund 260 Euro steigen. Ein höherer Beitrag bedeutet laut Franke und Bornberg nicht automatisch eine verbesserte Leistung.

Fazit: Vergleichen lohnt sich

Sowohl in der Privat- als auch in der Tierhalterhaftpflicht zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Tarifen. Wer nur auf den Preis schaut, riskiert im Schadenfall empfindliche Lücken im Versicherungsschutz. Die Analysen von Franke und Bornberg zeigen: Leistungsstarke Tarife sind oft nur geringfügig teurer als Basisangebote – bieten aber deutlich mehr Sicherheit. Ein genauer Vergleich lohnt sich.

Quelle: ntv.de, awi

Back to top button