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Marktbericht: Deutscher Aktienindex-Anleger können Nervosität nicht abschütteln | ABC-Z


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Stand: 05.02.2026 18:51 Uhr

Der DAX hat mit weiteren Verlusten seinen Abstand zur 25.000-Punkte-Marke vergrößert. Die Stimmung am Markt ist immer noch geprägt von Nervosität, insbesondere bei Edelmetallen und Kryptowährungen.

Am deutschen Aktienmarkt hat der DAX mit weiteren Verlusten seinen Abstand zur runden 25.000-Punkte-Marke vergrößert. Am Tag der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) verbuchte der deutsche Aktienindex letztlich einen Abschlag von 0,5 Prozent auf 24.491 Punkte. Im Tagesverlauf war das Börsenbarometer um bis zu 1,3 Prozent abgerutscht und hatte damit fast sein bisheriges Jahrestief erreicht.

DAX-Schlusslicht war heute der Rüstungskonzern Rheinmetall. Die Papiere gaben unter dem Eindruck fortdauernder Ukraine-Gespräche nach. Bei Rheinmetall machen sich Anleger aber vor allem Sorgen, dass die Erwartungen an 2026 zu hoch sein könnten. Die Anteile sackten am DAX-Ende um mehr als sechs Prozent ab. Die Kursgewinne im laufenden Jahr sind damit aufgezehrt.

Die Stimmung am Markt ist immer noch geprägt von Nervosität, insbesondere bei Edelmetallen und Kryptowährungen. Der Silberpreis ging erneut auf Talfahrt und könnte laut Jochen Stanzl, Analyst bei der Consorsbank, in Richtung 60 US-Dollar oder tiefer die Angst vor Anschlussverkäufen in anderen Anlageklassen sofort wieder ins Bewusstsein der Anleger rufen.

Zudem sackte der Bitcoin weiter ab – seit dem Rekordhoch von mehr als 126.000 Dollar im Oktober hat der Bitcoin mittlerweile etwa 45 Prozent an Wert verloren. Der Kurs fiel heute unter die Marke von 70.000 Dollar und erreichte auf der Handelsplattform Bitstamp bei 69.049 US-Dollar den tiefsten Stand seit November 2024. Durch die Verluste in den vergangenen Tagen baute die älteste und bekannteste Kryptowährung das Minus in diesem Jahr auf rund 20 Prozent aus.

“Am Markt herrscht ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geldpolitischen Unwägbarkeiten, befürchteter Liquiditätsverknappung und dem Rückzug institutionellen Kapitals”, beschrieb Analyst Timo Emden von Emden-Research die Stimmung. “Anleger zeigen sich nach wie vor spürbar verunsichert.”

Interessiert verfolgten Anleger heute auch die Zinsentscheidung der EZB in Frankfurt am Main und die anschließende Pressekonferenz der EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Die Leitzinsen im Euroraum bleiben auch im neuen Jahr vorerst unverändert. Damit wurde am Markt gerechnet. Lagarde bekräftigte nach der Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt: “Wir sind in einer guten Lage und die Inflation ist in einer guten Lage.”

Zuletzt hatte der im Vergleich zum Dollar derzeit starke Euro Fragen über den künftigen geldpolitischen Kurs der EZB aufgeworfen. Denn ein starker Euro könnte die Inflation potenziell weiter dämpfen, da Importe billiger werden – und zugleich die wirtschaftliche Entwicklung exportorientierter Volkswirtschaften wie Deutschland eintrüben. Diese Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar kommentierte die Französin betont gelassen: Der Eurokurs sei seit März 2025 gestiegen, dies sei in den Szenarien der Europäischen Zentralbank eingepreist.

Der Euro ist heute gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1798 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8476 Euro.

Schwache Signale vom US-Arbeitsmarkt setzten die Kurse heute zusätzlich unter Druck. In den USA hatten in der vergangenen Woche weit mehr Menschen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet. Tags zuvor hatte bereits der Arbeitsmarktdienstleister ADP schwache Beschäftigungszahlen im Januar aus der US-Privatwirtschaft bekannt gegeben. Nun wird mit Spannung auf den Bericht der Regierung gewartet, der jedoch erst am 11. Februar veröffentlicht wird.

“Die schwachen Arbeitsmarktdaten in den USA sind der deutlichste Ausdruck der K-förmigen Konjunktur”, sagte Strategiechef Joachim Klement bei Panmure Liberum. “Während der Technologiesektor boomt, leidet der Rest der Wirtschaft unter höheren Zöllen und mangelnder Nachfrage. Dies führt zu einem scheinbar widersprüchlichen Bild: Das BIP-Wachstum ist solide, der Arbeitsmarkt jedoch schwach”, sagte er.

Die US-Börsen sind entsprechend schwach in den vorletzten Handelstag gestartet. Es folgte zwar eine gewisse Erholung, doch war sie nicht von Dauer – rasch ging es erneut spürbar abwärts. Im Fokus standen neben den schwache Daten vom Arbeitsmarkt im Januar auch weitere enorme KI-Investitionen der Google-Mutter Alphabet.

Der Dow Jones Industrial sank im frühen Handel um 0,9 Prozent auf 49.073 Zähler, hatte allerdings am Vortag ein Rekordhoch erreicht. Der breite S&P 500 gab um 1,1 Prozent auf 6.808 Zähler nach. Der Nasdaq 100 sackte mit minus 1,4 Prozent auf 24.540 Punkte auf den tiefsten Stand seit November.

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