Mondmission: Nasa verschiebt Start von Artemis 2 auf frühestens März – Wissen | ABC-Z

Nach Problemen bei einem Bodentest wird die geplante astronautische Mondmission Artemis 2 nicht vor März stattfinden. Ursprünglich war der Start zwischen dem 6. und 11. Februar geplant. „Wir verschieben den Starttermin vom Februar und planen nun den März als frühestmöglichen Starttermin für Artemis 2“, schreibt Nasa-Chef Jared Isaacman auf X.
Bei der mehrstündigen Generalprobe („Wet Dress Rehearsal“) am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida sollten ab Samstag sämtliche Abläufe bis 30 Sekunden vor dem Start durchgespielt werden. Dazu zählten das Betanken der Rakete Space Launch System mit flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff sowie das kontrollierte Abbrechen und erneute Hochfahren der Startsequenz, um den Fall von technischen Problemen oder ungünstigen Wetterbedingungen durchzuspielen. Haltepunkte in diesem Test-Countdown waren geplant.
Aber verschiedene Dinge liefen nicht nach Plan: Unter anderem habe es wegen eines Lecks Unterbrechungen beim Betanken gegeben, sagte die Nasa. Zudem habe sich die winterliche Kälte am Startplatz in Cape Canaveral auf einige Kameras ausgewirkt, und die Audioübertragung am Boden sei zeitweise ausgefallen. Ein Ventil, das den Druck in der Crewkapsel sicherstellt, musste neu festgezogen werden.
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Die SLS-Rakete soll die Orion-Kapsel aus der Erdatmosphäre heraustragen. Das gesamte System steht schon am Startplatz: oben die Kapsel, in der die Astronauten sitzen werden, und darunter die orange gestrichene Hauptstufe der Rakete, an der außen zwei Feststoffantriebe befestigt sind.
Die Hauptstufe wird von einem Mast aus mit 2,6 Millionen Litern Wasserstoff und Sauerstoff befüllt. Bei der Generalprobe sollten die Flüssigtanks komplett gefüllt und wieder entleert werden, aber wegen eines Wasserstofflecks musste der Vorgang unterbrochen werden. Die Ingenieursteams konnten das Leck während des laufenden Tests so weit beheben, dass die Hauptstufe am Ende mit Sauerstoff- und Wasserstoff vollgetankt war.
Weil beim letzten Schritt – dem „Vollhalten“ der Tanks mit Flüssigwasserstoff – die Leckrate zu hoch wurde, sei der Test automatisch früher beendet worden, teilt die Nasa mit. Der Countdown lief nur bis fünf Minuten und 15 Sekunden herunter. Das Startkontrollteam stelle nun sicher, dass die Rakete in einem sicheren Zustand ist und beginne dann mit dem Entleeren der Tanks.
„Wir haben absolut damit gerechnet, auf Herausforderungen zu stoßen“, sagt Nasa-Chef Isaacman. Es gehe bei solchen Tests genau darum, auf Problemquellen aufmerksam zu werden, um sie vor dem Starttag lösen zu können. Ein konkreter neuer Starttermin soll erst nach Auswertung aller Testdaten festgelegt werden.
Sicherheit für Astronauten, Mitarbeiter, Systeme und die Öffentlichkeit habe oberste Priorität, betont Isaacman. Der Start würde nur erfolgen, „wenn wir davon überzeugt sind, dass wir für diese historische Mission bereit sind“.
Auch bei der Vorgängermission Artemis 1 hatten Probleme mit der Betankung den Start hinausgezögert, zwei Startversuche mussten abgebrochen werden. Die SLS-Rakete mit der Orion-Kapsel war schließlich Monate später als geplant im November 2022 erfolgreich für einen unbemannten Flug um den Mond gestartet.
Mit der Artemis-2-Mission sollen noch in diesem Jahr erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen sollen den Mond bei der etwa zehntägigen Mission umrunden. Sie hatten sich bereits seit dem 21. Januar in Quarantäne im texanischen Houston befunden. Wegen der Verschiebung werden sie dort jedoch wieder entlassen, heißt es bei der Nasa. „Die Besatzung wird etwa zwei Wochen vor dem nächsten geplanten Starttermin erneut in Quarantäne gehen“, teilt die Nasa mit. Zuletzt waren 1972 US-Astronauten auf dem Mond.





















