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Liveblog zum Sturmtief: ++ Bahn rechnet bis Samstag mit Einschränkungen ++ | ABC-Z


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Stand: 09.01.2026 21:46 Uhr

Wintertief “Elli” zieht über Deutschland und bringt viel Schnee und Eis. Im Norden Deutschlands wird der Zugverkehr erst morgen schrittweise wieder aufgenommen. Das Unternehmen rechnet bundesweit mit Zugausfällen.

Die wichtigsten Informationen im Überblick

Frost und Temperaturen bis Minus achtzehn Grad – für Obdachlose ist die Wetterlage lebensgefährlich. Die Wohnungslosenhilfe unterstützt die Betroffenen mit Notunterkünften, Wärmestuben und Bussen. Viele Ehrenamtliche versorgen die Obdachlosen mit Schlafsäcken und warmen Getränken. Mindestens vier von Menschne sind in diesem Winter bereits erforen.

Der Busverkehr in der Stadt und Region Hannover (Niedersachsen) ist wegen des Winterwetters seit dem Abend komplett eingestellt. Nach Vorfällen mit festgefahrenen und rutschenden Bussen sei die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr gewährleistet, teilte das zuständige Verkehrsunternehmen Üstra mit.

Im Umland der Stadt wurde der Busverkehr demnach in großen Teilen bereits bis zum späten Mittag eingestellt. Wegen des Sturmtiefs “Elli” schränkt die Üstra auch den Stadtbahnverkehr in Hannover deutlich ein.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für Norddeutschland nicht mehr mit großem Schneefall. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern könne es zwar im Laufe des Samstags noch einzelne Schneeschauer von der Ostsee her geben. Mit Blick auf die Schneemengen sei aber nichts Großartiges mehr zu erwarten, sagte der Meteorologe vom Dienst, Christian Paulmann. Allerdings stünden vor allem im Nordosten Tage mit strengem Frost bevor.

Ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Aida ist wegen des Sturmtiefs “Elli” vorzeitig nach Hamburg zurückgekehrt. Das Schiff kam am frühen Freitagmorgen im Hamburger Hafen an, wie die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida mitteilte. Ursprünglich hätte es am Samstagmorgen Hamburg erreichen sollen.

Nach Reedereiangaben hätte die “Aidanova” am Donnerstag eigentlich die englische Hafenstadt Southampton anlaufen sollen. Der Stopp entfiel, und das Schiff begab sich am Mittwochabend ab Cherbourg in Nordfrankreich direkt auf Fahrt nach Hamburg. Aida teilte mit, die Gäste könnten in Hamburg auf dem Schiff bleiben. Die Reise ende offiziell wie geplant am Samstag. Wie viele Gäste mit dem Schiff unterwegs waren, geht aus der Antwort des Unternehmens nicht hervor.

Seitdem die Durchsage kam, dass kein Zug mehr aus Hamburg abfährt, habe sich die Stimmung auf dem Hamburger Hauptbahnhof verändert, berichtet NDR-Reporter Andreas Hilmer. Die Menschen in den Aufenthaltszügen machten sich auf den Weg in Hotels oder suchten nach anderen Gestrandeten, um sich ein Taxi teilen. Die meisten hätten es aber mit Gelassenheit genommen.

In Flensburg sind die ersten Straßen am Hafen überflutet, berichtet NDR-Reporterin Lisa Knittel. Das Wasser sei hier auf 1,2 Meter über Normal-Null gestiegen und über die Hafenkante getreten. Schon zuvor sei Wasser aus der Kanalisation hochgedrückt worden. Der Höhepunkt der Sturmflut wird für Mitternacht erwartet.

Manche können dem Schnee auch Gutes abgewinnen: Junge Schlittenfahrer springen mit ihrem Rodel über eine kleine Schanze im tief verschneiten Schanzenpark in Hamburg.

Die Deutsche Bahn nimmt ihren wegen der Auswirkungen des Wintersturms “Elli” unterbrochenen Fernverkehr in Norddeutschland erst am Samstag “schrittweise” wieder auf. Das teilte der Konzern mit. Am Samstag sei “bundesweit noch mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen”, erklärte sie in ihrem Lageupdate.

Das Bundesliga-Heimspiel von Werder Bremen gegen Hoffenheim wird verschoben. Eigentlich sollte es am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr starten, der neue Termin ist noch nicht festgesetzt. Zunächst hieß es noch, Werder Bremen plane 50 zusätzliche Mitarbeiter ein, um das Spiel stattfinden zu lassen. Die sollten dafür sorgen, dass die Bereiche rund um das Weserstadion vom Schnee befreit und auch während der Partie geräumt werden können. Von diesem Plan wurde nun abgerückt.

Das Schlimmste sei noch nicht überstanden, meint Karsten Schwanke in seine Einschätzung zum Sturmtief “Elli”. In den nächsten zwölf bis 24 Stunden müssen insbesondere die bisher weniger betroffenen Gegenden mit extremen Wetterlagen rechnen.

In Großbritannien und Frankreich hat der Sturm “Goretti” massive Stromausfälle verursacht. Viele Schulen blieben zu, Züge stehen still. In Frankreich wurde das Atomkraftwerk Flamanville vorübergehend abgeschaltet.

Weil Rettungshubschrauber wegen des Schneesturms derzeit nicht abheben können, haben Seenotretter einen Patienten per Schiff von der ostfriesischen Insel Spiekeroog ans Festland gebracht. Es habe sich um einen dringenden Krankentransport gehandelt, sagte ein Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen. Trotz Windstärke acht und Schneetreibens auf der Nordsee sei der Einsatz gut verlaufen. Die freiwilligen Seenotretter der Station Neuharlingersiel machten sich nach Angaben der DGzRS mitten im Wintersturm “Elli” mit dem Seenotrettungsboot “Courage auf den Weg zur Insel. Nach der Rückkehr nach Neuharlingersiel übergaben sie den Patienten an den Rettungsdienst.

Hamburgs staatliche Schulen nehmen am Montag wieder den regulären Unterrichtsbetrieb auf. “Nach unserer heutigen Einschätzung, in Abstimmung mit der Senatskanzlei, wird der Unterricht am Montag, 12. Januar 2026, grundsätzlich stattfinden können”, heißt es in einem Schreiben von Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack an alle Schulleitungen. Die Schulbehörde wolle die Schulen am Sonntag gegen 17 Uhr abschließend informieren.

Auch am Hamburger Hafen sorgt der Schnee für Probleme. Die Hafenbahn hat bis auf weiteres den Betrieb vollständig eingestellt. Damit werden innerhalb des Hafens keine Güterzüge mehr bewegt. Einige Weichen der Bahn sind von bis zu 40 Zentimeter hohen Schneewehen bedeckt, sagte eine Sprecherin der Hafenverwaltung HPA dem NDR.

Für größere Schiffe gibt es wegen des starken Windes zusätzliche Auflagen, wenn sie den Hafen anlaufen oder wieder verlassen. Besonders große Frachter und Kreuzfahrer dürfen gar nicht mehr unterwegs sein.

Arbeiter räumen bei starkem Schneefall an den Landungsbrücken in Hamburg Schnee und schieben ihn in die Elbe.

Wegen eisiger Temperaturen gibt es in Berlin in den kommenden Tagen zusätzliche Übernachtungsplätze für obdachlose Menschen. Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe kündigte an, die Zahl der Plätze in den Notübernachtungen an diesem Wochenende kurzfristig um mehr als 100 auf 1.256 Betten zu erhöhen.

Dies erfolge durch Erweiterungen bei bestehenden Nachtcafés sowie durch die Eröffnung weiterer Standorte. Zugleich rief Kiziltepe dazu auf, auf hilfsbedürftige Menschen in der Kälte zu achten. In den kommenden Nächten werden in der Hauptstadt zweistellige Minusgrade erwartet.

Mitarbeiter der Stadtreinigung Hamburg räumen eine Bushaltestelle von Eis und Schnee frei. Mehr als 700 von ihnen sind heute im Einsatz.

Hamburgs staatliche Schulen nehmen zum Wochenstart wieder den Regelbetrieb auf. Die Schulbehörde beschloss laut eigener Mitteilung, dass nach aktueller Lageeinschätzung am Montag wieder regulärer Unterrichtsbetrieb stattfinden wird, lediglich die Sporthallen bleiben aus Sicherheitsgründen mindestens bis Montagabend gesperrt. Die Behörde behält sich vor, die Entscheidung im Laufe des Wochenendes je nach Wetterentwicklung anzupassen.

Im Norden Deutschlands blieben heute vielerorts die Schulen geschlossen.

Eisschollen schwimmen auf der Elbe vor der historischen Altstadtkulisse von Dresden.

Bis 18 Uhr steht am Hamburger Hauptbahnhof fast alles still, berichtet NDR-Reporter Andreas Hilmer vom Hamburger Hauptbahnhof. Die Bahn hat Aufenthaltszüge bereitgestellt, in denen gestrandete Reisende Schutz vor der Kälte suchen können.

Ein Angler steht auf dem mit Rissen überzogenen Eis des zugefrorenen Trepliner Sees im östlichen Brandenburg – obwohl das sehr gefährlich sein kann. Denn die Eisschicht kan stabil aussehen und dennoch leicht einbrechen.

In Südniedersachsen und Nordhessen hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser vor dem Betreten zugefrorener Gewässer gewarnt. Die Eisdecken an Werra, Fulda, Weser, Aller und Leine sowie am Diemel- und am Edersee seien aktuell nicht tragfähig, teilte eine Sprecherin mit. Es bestehe akute Lebensgefahr.

Die Zahl der infolge des Sturmtiefs “Elli” gestrichenen Flüge am Airport Hamburg steigt. Inzwischen seien 25 Starts und 22 Landungen abgesagt worden, teilte der Flughafen auf seiner Internetseite mit. Am Morgen war noch von 18 Starts und 19 Landungen die Rede. “Aufgrund der anhaltenden Extremwetterlage kommt es zu Beeinträchtigungen im Luftverkehr, nicht nur in Hamburg, sondern auch an wichtigen Luftfahrt-Drehkreuzen wie Amsterdam oder Paris”, sagte eine Flughafen-Sprecherin dem NDR.

Das Winterdienstteam sei wie in den vergangenen Tagen ununterbrochen im Einsatz. “Die Pisten und Betriebsflächen müssen geräumt und jedes Flugzeug vor dem Start aufwendig enteist werden.” Flugreisende wurden aufgefordert, sich vor Abflug bei ihrer Airline über den Status des Fluges zu informieren.

In Hannover seien bisher fünf Flüge abgesagt worden, sagte Airport-Sprecherin Kristin Stelling. Bei allen bisher gestarteten Flügen gibt es allerdings Verzögerungen. Die 30 bis 60 Minuten kämen daher, dass der Winterdienst noch räumen müsse oder die Flugzeuge seien schon verspätet in Hannover angekommen, so Stelling. Insgesamt ist es den Angaben nach aber eine ruhige Lage mit nur leichten Einschränkungen

In Hamburg blieben die meisten Menschen zuhause, sagt NDR-Reporter Andreas Hilmer im ARD Mittagsmagazin. Wer Home Office machen könne, würde das tun. 730 Mitarbeiter des Winterdienstes seien im Einsatz, um die Straßen freizuhalten. “Die Stadt ächzt und stöhnt, aber das Chaos ist ausgeblieben”, die viele Menschen gar nicht erst die Wohnung verlassen würden, so Hilmer.

Im Osten Deutschland sei die Lage zwar etwas entspannter, aber auch hier sei der Winterdienst auf den Autobahnen im Dauereinsatz, berichtet MDR-Reporterin Susann Blum aus Dessau.

Auf der ostfriesischen Insel Norderney ist bei einer mehrere Zentimeter hohen Schneedecke niemand am Strand. Die Fährverbindungen auf die Insel fallen aufgrund des Wetters aus.

Das Bundesliga-Spiel zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig fällt nach starkem Schneefall aus. Die für morgen geplante Partie der beiden Fußball-Erstligisten wurde wegen der extremen Witterungsbedingungen und Sicherheitsrisiken abgesagt, wie die Deutsche Fußball Liga und die Clubs mitteilten.

Das Sturmtief “Elli” bremst bei VW nun auch in Wolfsburg die Produktion: Weil wegen verschneiter Straßen nicht genug Teile von den Zulieferern ankommen, ist im Stammwerk eine der drei geplanten Spätschichten abgesagt worden. Betroffen sei ausschließlich die Golf-Fertigung, die vorzeitig ins Wochenende gehe. Tiguan, Touran und Tayron laufen laut Volkswagen auf zwei Produktionslinien weiter.

In Emden hatte VW die Produktion bereits vorsorglich komplett gestoppt. Ein eigentlich für Ende Januar in Emden geplanter Ruhetag sei auf diesen Freitag vorgezogen worden. Der Standort hat mehr als 8.000 Mitarbeiter.

Bis zum Abend erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiter teils kräftige Schneefälle und schwierige Verkehrsverhältnisse. Von der Nordsee bis in den Osten Deutschlands falle verbreitet Schnee, örtlich auch intensiv. “Teilweise kommen zwei bis drei Zentimeter Neuschnee pro Stunde zusammen”, sagte ein DWD-Meteorologe der Nachrichtenagentur dpa. Im Laufe des Nachmittags lasse der Schneefall zwar etwas nach, halte regional aber an.

Im Südwesten gehen schauerartige Regenfälle am Nachmittag und Abend wieder zunehmend in Schnee über. Besonders in den Mittelgebirgen sind kräftige Schneefälle zu erwarten. Gleichzeitig warnt der Deutsche Wetterdienst im Südwesten vor Sturm mit Böen von 70 bis 80 Kilometern pro Stunde, in höheren Lagen teils darüber. Der DWD rechnet vor allem durch Schnee, Verwehungen und Sturm weiter mit erheblichen Beeinträchtigungen im Straßen- und Schienenverkehr. Im Laufe der Nacht sollen sich die Schneefälle dann zunehmend in die Südhälfte des Landes verlagern

Die starken Einschränkungen im Bahnverkehr im Norden halten nach Angaben der Deutschen Bahn an. Bis auf Weiteres können in Norddeutschland keine Fernzüge fahren. Auch in Ostdeutschland sei im Laufe des Tages mit weiteren Einschränkungen zu rechnen, wie die Bahn mitteilt.

Der Schnee wurde vom Wind bis in die Halle des Bremer Hauptbahnhofes geweht.

Alle Fahrgäste, die ein Ticket für eine Reise vom 8. bis zum 11. Januar 2026 erworben haben und diese aufgrund der Winterwitterung verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Diese Regelung gilt für alle bis zum 7. Januar 2026 gekauften Tickets.

Auch in Großbritannien beherrscht “Elli” – dort unter dem Namen “Goretti” – den Alltag vieler Menschen. Mehr als 55.000 Haushalte müssen nach Angaben des Stromnetzbetreibers National Grid am Vormittag ohne Strom auskommen, die meisten davon im Südwesten und in den westlichen Midlands. Vielerorts bleiben die Schulen zu, Straßen sind durch umgestürzte Bäume und beschädigte Stromleitungen gesperrt, Züge stehen still.

Im stark betroffenen Cornwall in England wurden die Bewohner gebeten, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Der Nachrichtenagentur PA zufolge wurden am Londoner Flughafen Heathrow mindestens 69 Starts und Landungen gestrichen, die meisten davon Kurzstreckenflüge der Fluggesellschaft British Airways. Etwa 9.000 Fluggäste dürften demnach betroffen sein. Auch Flüge nach Deutschland wurden gestrichen, wie auf der Webseite des Flughafens zu sehen ist.

Nach den erheblichen wetterbedingten Verkehrsbehinderungen auf drei Autobahnen in Osthessen am frühen Morgen beginnt sich die Lage nach Angaben der Polizei wieder zu entspannen. Die Autobahnen A4 und A5 seien in den zuvor blockierten Abschnitten zwischen Kirchheimer Dreieck und Friedewald beziehungsweise vom Hattenbacher Dreieck bis Alsfeld Ost wieder frei, teilte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Fulda mit. Die A7 sei zwischen Homberg und Bad Hersfeld wieder einspurig befahrbar.

Winterliche Straßenverhältnisse hatten zuvor für massive Probleme auf den Autobahnabschnitten gesorgt. Grund waren laut Polizei zumeist festgefahrene und querstehende Lastwagen. Diese Fahrzeuge seien inzwischen aus ihrer Lage befreit worden, teilte die Sprecherin mit.

Am Morgen lag ein LKW nach einem Glätteunfall auf der Autobahn 7 (A7) zwischen Homberg und Bad Hersfeld auf der Seite.

Die Polizei hatte die Fahrer von Lastwagen dazu aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und Rastplätze anzusteuern. Räumfahrzeuge und das Technische Hilfswerk halfen dabei, die Situation zu entschärfen. Auf der A4 hatten sich nach Angaben eines Polizeisprechers gleich vier Sattelzüge “neben der Fahrspur eingegraben”. Auf der A7 war schon am frühen Morgen ein Lkw umgekippt und auf dem Seitenstreifen liegengeblieben. Auf der A5 rutschte ein Sattelzug von der Fahrbahn.

Der Fährverkehr an der niedersächsischen Nordseeküste ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Mehrere Inseln sind nach NDR-Informationen aktuell nicht per Schiff erreichbar – darunter Langeoog, Spiekeroog, Norderney und Wangerooge. Bei den Elbfähren fährt östlich von Hamburg nur noch die Fähre in Neu Darchau, die Fähre Glückstadt-Wischhafen im Westen pausiert zeitweise wegen Niedrigwasser.

Die Elbfähre Westprignitz zwischen Lenzen und Pevestorf (Niedersachsen) hat ihren Betrieb benfalls eingestellt. Das teilte das Amt Lenzen-Elbtalaue auf seiner Webseite mit. Demnach ist auch die Fähre Ilka außer Betrieb. Sie verkehrt normal zwischen Lütkenwisch und Schnackenburg (Niedersachsen).

Die Bahn stellte ihren Verkehr im Norden ein, Flüge fallen aus, es gibt zahlreiche Unfälle auf den Straßen.

Im Osten Deutschlands sei man gut auf Schnee vorbereitet, aber in den letzten Stunden sei in Dessau einiges zusammengekommen, sagt MDR-Reporterin Susann Blum. Das stelle auch die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei vor Herausforderungen.

In Hamburg blieben die Menschen nach Möglichkeit drinnen im Warmen, berichtet NDR-Reporter Johannes Jolmes, und spricht von “feiertagsähnlichen” Zuständen.

Der strenge Wintersturm hält auch den Profifußball in Atem. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) ist wegen der extremen Wetterlage mit teils heftigen Schneefällen, Winden und Glatteis alarmiert. Bislang sind aber noch keine Spiele abgesagt.

Der Sprecher der Deutschen Bahn, Achim Stauß, hat sich in der ARD zu den Gründen geäußert, warum der Zugverkehr im Norden bis auf weiteres eingestellt wurde. “Vor allem das ganz wichtige Eisenbahn-Drehkreuz Hannover ist sehr stark beeinträchtigt”, so Stauß. Die Bahn wolle Situationen vermeiden, das Züge auf freier Strecke steckenbleiben. “Wir können uns um unsere Fahrgäste viel besser in den Bahnhöfen kümmern als auf freier Strecke.”

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos sind in Niederbayern zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie ein Polizeisprecher sagte, war eines der Autos auf einer Landstraße im Landkreis Dingolfing-Landau ins Schleudern geraten – vermutlich wegen des Winterwetters. Das Fahrzeug geriet daraufhin auf die Gegenspur, es kam zum Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Auto.

Ein Fahrer und sein Beifahrer erlitten tödliche Verletzungen, der Fahrer des anderen Wagens wurde laut Polizei schwer verletzt. Die Straße war bis in den Morgen gesperrt, die Einsatzkräfte waren vor Ort, wie die Polizei erklärte. Zunächst gab es keine weiteren Informationen zu dem Unfall.

In Hamburg und Umgebung haben sich viele Berufstätige, denen zum Teil Homeoffice möglich ist, auf die Situation eingestellt und morgens das Haus nicht verlassen. Das berichtet NDRReporter Andreas Hilmer. Die Hansestadt liegt unter einer dicken Schneedecke.

Wegen des schweren Wintersturms, der in Frankreich nicht “Elli”, sondern “Goretti” heißt, waren dort heute früh Hunderttausende Haushalte ohne Strom. Wie der französische Versorger Enedis mitteilte, fiel in rund 380.000 Haushalten der Strom aus, vor allem in der Normandie. Auch Haushalte in der Bretagne, der Picardie nördlich von Paris und der Region Île-de-France waren betroffen.

Der französische Wetterdienst warnte vor heftigen Sturmböen, insbesondere im Département Manche an der Küste des Ärmelkanals, wo die höchste Unwetterwarnstufe ausgerufen wurde. In der Nacht wurden in dem Département Sturmböen von 213 Stundenkilometern gemessen, wie die Behörden mitteilten. Die Präfektur rief die Menschen auf, zu Hause zu bleiben und nicht mit dem Auto zu fahren. In der Region kommt es auch zu Einschränkungen im Bahnverkehr.

Im Emsland hat es deutlich weniger geschneit als erwartet, so NDR-Reporter Joop Wösten. Er berichtet bei tagesschau24 aus Meppen. Die dortigen Straßenmeistereien sind nach eigener Darstellung gut vorbereitet und haben ausreichend Streusalz, um etwaiges Glatteis zum Schmelzen zu bringen.

Danijel Stanic aus dem Wetter-Kompetenzzentrum beim hr warnt durch die Kombination von Sturm und starkem Schneefall vor Schneeverwehungen. Die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes gelten danach für eine Streifen von der Nordsee bis zur Lausitz.

In Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg ist die Lage auf den Autobahnen den Umständen entsprechend entspannt. Das berichtet mdr-Reporterin Vera de Wel aus der Verkehrszentrale Ost in Halle an der Saale. Nach dortigen Informationen halten sich die Autofahrerinnen und Autofahrer an die durchgängig geltende Geschwindigkeitsbegrenzung 80.

In Schleswig-Holstein ist die Schneefront noch nicht angekommen, berichtet NDR-Reporter Jonas Salto. Wie ihm die zuständigen Stellen sagten, könnte dort das Streusalz nur noch bis Sonntag ausreichen.

Der gesamte Schienenverkehr im Großraum Hannover ist bis mindestens heute Mittag eingestellt. Dies ist notwendig, um Fahrgäste, Mitarbeitende und Fahrzeuge zu schützen. Die Züge werden an geeigneten Bahnhöfen zurückgehalten. Die DB versorgt ihre Fahrgäste vor Ort und hat zusätzliche Mitarbeitende im Einsatz. In Hannover stellt die DB Aufenthaltszüge bereit. Damit ist eines der wichtigsten Drehkreuze betroffen und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich.

Die Deutsche Bahn rechnet nach den aktuellen Unwettern durch Sturmtief “Elli” von morgen an mit einer Entspannung im Zugverkehr. Eine generelle Reisewarnung gebe es derzeit nicht, sagte Bahnsprecher Achim Stauß im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Sicherheit habe für die Bahn weiterhin oberste Priorität.

“Wir wollen natürlich auch nicht in unsicheren Situationen Züge auf die Strecke schicken, die dann vielleicht das Ziel nicht erreichen oder nicht wieder zurückfahren können”, sagte der Bahnsprecher. Da sei es besser, den Zug am Bahnhof zurückzuhalten. Bis dahin komme es vor allem auf Strecken in Richtung Norden weiter zu Einschränkungen, unter anderem an die Nordsee sowie nach Kiel, Rostock und Rügen.

Als Vorsichtsmaßnahme habe die Bahn dort bereits rund die Hälfte der Züge aus dem Verkehr genommen, um nach Abklingen der Wetterlage schneller wieder einen stabilen Betrieb aufnehmen zu können. Fahrgäste würden darüber rechtzeitig über die Auskunftssysteme informiert.

Probleme in den Zügen selbst, zum Beispiel bei Heizung, Toiletten oder Bordgastronomie, erwartet die Bahn nach eigenen Angaben eher weniger. Die Fahrzeuge würden vorgeheizt, auch Werkstätten seien entsprechend vorbereitet, sagte Stauß.

Schwierig könne es erst dann werden, wenn es durch Eisbildung an Oberleitungen zu Stromausfällen komme. Sicherheit habe in solchen Fällen Vorrang, weshalb Züge teils vorsorglich gar nicht erst auf die Strecke geschickt würden.

Die Bahn empfiehlt, Verbindungen vor Reiseantritt zu prüfen oder Reisen nach Möglichkeit zu verschieben. Fahrkarten seien derzeit flexibel nutzbar, sodass auch zu anderen Zeiten ohne Zugbindung gefahren werden könne.

Derzeit ist der Zugverkehr vor allem in Norddeutschland noch eingeschränkt, aber von morgen an rechnet die Deutsche Bahn mit einer Normalisierung der Lage.

Sturm- und Orkantiefs wie aktuell das Sturmtief “Elli” treten hierzulande häufig im Winter auf, wenn die Temperaturunterschiede zwischen der kalten Luft aus dem Norden und der wärmeren Luft aus dem Süden besonders groß sind. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist gerade im Winter der Jetstream stärker ausgeprägt – in diesem Starkwindband hoch oben in der Atmosphäre sind im Winterhalbjahr demnach Windgeschwindigkeiten mit bis zu 500 Kilometern pro Stunde möglich.

Bei Winterstürmen entstehen meist weniger Baumschäden als bei Unwettern im Sommer. Der Grund: Bodenfrost hält die Baumwurzeln fest. Zudem bieten die Bäume in Sommer und Herbst mit ihren Blättern eine größere Angriffsfläche für den Wind und können leichter entwurzelt werden. Nicht selten werden Menschen von umstürzenden Bäumen erschlagen.

Zu den zehn verheerendsten Naturkatastrophen in Deutschland seit 2002 hinsichtlich der versicherten Schäden zählt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vier Winterstürme, darunter “Kyrill” (2007) und “Friederike” (2018), bei denen auch Menschen ums Leben kamen.

Der angekündigte Schneefall bleibt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in weiten Teilen Brandenburgs und Berlin nun aus. Es werde in der Nordhälfte Brandenburgs und in Berlin deutlich weniger Schnee herunterkommen als vorhergesagt, sagte ein DWD-Sprecher. Die Unwetterwarnung vor starkem Schneefall sei für Berlin und Brandenburg aufgehoben. “Wir sehen keine Gefahr von Leib und Leben”, betonte der Sprecher.

Am Nachmittag soll es dennoch leicht schneien, jedoch nicht in der zunächst vorhergesagten Intensität. Von den schlimmsten Befürchtungen bleibt Berlin und die Nordhälfte Brandenburgs verschont. Kalt werde es aber weiterhin. Bei teils starken Böen könne die gefühlte Temperatur bei Minus 20 Grad liegen. Der Süden Brandenburgs soll wie angekündigt mehrere Zentimeter Neuschnee bekommen.

Die Lagezentren in den Bundesländern sprachen in den frühen Morgenstunden insgesamt von einem bis dahin ruhigen Verlauf. Auf den Straßen ereigneten sich eher kleine Unfälle.

In den Bundesländern berichten die regionalen ARD-Programme über die jeweilige Lage vor Ort – zum Teil mit Livetickern.

In Hannover schneite es am frühen Morgen heftig, doch Straßenbahnen fuhren.

Einsatzkräfte arbeiten an der Unfallstelle auf der Autobahn 70 im Landkreis Schweinfurt. Der Sattelzug kam auf der schneebedeckten Autobahn ins rutschen, krachten in die Mittelschutzplanke und drehte sich um 180 Grad. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Die A70 wurde in Richtung Schweinfurt gesperrt.

Tief “Elli” zieht über Deutschland hinweg. Vor allem im Norden wird vor heftigem Sturm, dichtem Schneefall mit Verwehungen und Glätte gewarnt. Über den Süden des Landes ist Elli bereits hinweggezogen. Willkommen zu unserem heutigen Liveblog. Den von gestern können Sie hier nachlesen:

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