Industrieproduktion – Rettet die Autoindustrie die Konjunktur? | ABC-Z

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Wird ausgerechnet die kriselnde Autobranche die Konjunktur wieder anschieben? Zuletzt fiel das Produktionsplus der Autoindustrie besonders kräftig aus. Vor allem deutsche E-Autos sind gefragt.
Die deutsche Autoindustrie könnte sich doch noch als Konjunkturmotor erweisen. Die Industrieproduktion legte im November zum dritten Mal in Folge zu – auffallend stark entwickelte sich dabei nach Daten des Statistischen Bundesamts die Produktion in der Autobranche.
Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,8 Prozent mehr als im Vormonat. Das Produktionsplus in der Autoindustrie fiel mit einem Zuwachs von 7,8 Prozent dagegen deutlich kräftiger aus. “Die positive Entwicklung der Produktion im November 2025 ist maßgeblich auf die Zuwächse in der Automobilindustrie zurückzuführen”, schreiben die Statistiker.
“Begründeter Anlass zur Hoffnung”
Ökonominnen und Ökonomen sehen in den frischen Daten längst noch keine Trendwende, aber die Zuversicht beginnt zu wachsen: “Eine solide Produktionszahl, welche den Eindruck der gestrigen Auftragseingänge unterstreicht, dass es langsam aufwärts geht mit der Konjunktur der deutschen Industrie”, kommentiert Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der LBBW.
Es gebe begründeten Anlass zur Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026 um einiges stärker wachsen werde, meint Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.
Elektromobilität als Konjunkturtreiber?
Und gerade Elektromobilität könnte dabei eine wichtige Rolle spielen. Denn im vergangenen Jahr wurden besonders viele Elektroautos und Plugin-Hybride verkauft – insgesamt 43,2 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit. Davon profitieren vor allem die deutschen Autokonzerne.
Bei den Neuzulassungen reiner Stromer beispielsweise belegten VW und seine Töchter Audi, Skoda und Seat, sowie BMW und Mercedes 2025 die ersten sechs Plätze. Tesla verlor dagegen fast die Hälfte seines Absatzes. Der US-Konzern stürzte vom dritten auf den neunten Rang ab.
Trend geht zum Elektroauto
Allein im Dezember seien laut KBA in Deutschland knapp 55.000 batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (BEV) neu zugelassen worden. Das entspreche mehr als 22 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen.
Im neuen Jahr dürfte der Trend auch dank der geplanten Kaufprämie an Geschwindigkeit zulegen. Nach einer Erholung des Marktanteils neuer reiner batterieelektrischer Autos (BEV) auf 19 Prozent im vergangenen Jahr sagen Verbände und Autoforscher für 2026 einen Zuwachs auf 25 Prozent voraus.
“Wenn dieser Trend sich auch im Jahr 2026 fortsetzt, kann der Hochlauf der Elektromobilität dieses Jahr wirklich Fuß fassen”, erklärte Thomas Peckruhn, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).
Stimmung in der Branche verbessert sich
Auch die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie hat sich im Dezember leicht verbessert, teilte das Münchner Ifo-Institut heute mit. “Einen Lichtblick stellt die Entwicklung bei der Elektromobilität dar”, sagte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.
“Die Elektromobilität scheint in Deutschland angekommen zu sein”, sagte Wölfl. Hinzu komme, dass die BEV-Neuzulassungen im Jahresverlauf nahezu kontinuierlich gewachsen seien. Die Pkw-Neuzulassungen bei Benzin- und Dieselfahrzeugen hätten dagegen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat stetig abgenommen.
Auto-Aktien führen DAX an
Am deutschen Aktienmarkt sind heute deshalb besonders Auto-Aktien gefragt. Sie legen deutlich stärker als der Gesamtmarkt zu: Aktien von BMW, Mercedes und VW steigen zwischen 1,5 und drei Prozent.
Nachdem der DAX heute zunächst kaum von der Stelle gekommen war, erreichte er nun erneut ein Allzeithoch bei 25.229 Punkten. In dieser Woche waren die Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA und sinkende Ölpreise bislang die wesentlichen Kurstreiber.





















