Aleppo: Syrische Übergangsregierung verkündet Waffenruhe in Aleppo | ABC-Z

Nach tödlichen Gefechten in Aleppo hat die
syrische Übergangsregierung eine temporäre Waffenruhe in mehreren Vierteln der Großstadt im Norden Syriens verkündet. Die Waffenruhe solle eine “erneute militärische
Eskalation” verhindern. Sie werde in den Vierteln Scheich Maksud, Aschrafijeh und
Bani Seid bereits in der Nacht in Kraft treten, teilte das syrische
Verteidigungsministerium in der Nacht zum Freitag mit. Von 1 Uhr bis 7 Uhr MEZ solle demnach in den umkämpften Stadtteilen eine Feuerpause gelten.
Bewaffnete Gruppen seien aufgefordert, die betroffenen Viertel zu verlassen. Den abziehenden Kämpfern sei es gestattet, “persönliche leichte Waffen” mitzuführen. Die syrische Armee werde den Rückzug begleiten und für einen sicheren Transport in die nordöstlichen Regionen des Landes sorgen, hieß es weiter. Von kurdischer Seite gab es zunächst keine Reaktion auf die Ankündigung.
Seit mehreren Tagen liefern sich Truppen der
islamistischen Übergangsregierung und kurdische Kämpfer in Aleppo
Gefechte. Mindestens 21 Menschen wurden dabei getötet. Die Angriffe von Regierungstruppen hatten Zehntausende Menschen in der nordsyrischen Provinz zur Flucht veranlasst. Örtliche Behörden sprachen von mindestens 46.000 Vertriebenen. Zuvor hatte die Armee die Zivilbevölkerung mehrfach aufgerufen, zwei kurdisch geprägte Viertel von Aleppo umgehend zu verlassen. Dort seien Einsätze gegen kurdische Kräfte sowie das Errichten eines “militärischen Sperrbezirks” geplant.
Rückzug aus zwei Stadtvierteln geplant
Seit dem Sturz des Machthabers Baschar al-Assad
im Dezember 2024 wird Aleppo von der
neuen Übergangsregierung kontrolliert. Scheich Maksud und Aschrafijeh waren die einzigen Stadtviertel Aleppos, die nach dem Sturz des Diktators nicht unter der Kontrolle der neuen Regierung unter Interimspräsident Ahmed al-Scharaa standen. Bis zuletzt wurden sie von Einheiten kontrolliert, die Verbindungen zu den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) unter kurdischer Führung haben.
Gemäß einem im März geschlossenen Abkommen sollten die zivilen und militärischen Institutionen der Kurden
eigentlich bis zum Jahresende 2025 in die syrische Zentralregierung und
Armee integriert werden. Zudem hatten die kurdischen Kämpfer zugestimmt,
sich aus den beiden Stadtvierteln in Aleppo zurückzuziehen. Beides
wurde jedoch bisher nicht umgesetzt.





















