Dachau: Nach dem Tod der Eltern muss ein 17-Jähriger das Leben allein meistern – Dachau | ABC-Z

In Jonas’ (Name von der Redaktion geändert) Leben verläuft vieles anders als bei Gleichaltrigen. Ein Kind ist er schon lange nicht mehr, und auch seine Jugend ist nicht von Unbeschwertheit geprägt. Stattdessen trägt der 17-Jährige Verantwortung, die die eines gewöhnlichen Menschen seines Alters weit übersteigt. Der Tod seiner Eltern hat alles verändert und stellt den 17-Jährigen vor emotionale und finanzielle Herausforderungen, die für einen Jugendlichen kaum zu bewältigen sind. Aufgeben kommt für Jonas trotz allem nicht infrage. Er will eine gute Zukunft für sich. SZ Gute Werke hilft dabei und möchte dem Jugendlichen bei der Einrichtung eines Wohnzimmers helfen.
Wenn Jonas nach der Schule nach Hause kommt, ist die Wohnung leer. Wenn er nicht selbst einkaufen war, ist es auch der Kühlschrank. Niemand nimmt ihm die Schultasche ab. Niemand hat ein Mittagessen vorbereitet. Niemand sorgt für Ordnung und denkt an Termine. Niemand schenkt ihm ein Lächeln, wenn der Schultag besonders schwer war.
Vor mehr als fünf Jahren verlor Jonas seinen Vater. Er war gerade zwölf Jahre alt, als der Krebs ihm seinen Papa nahm. Ein Schicksalsschlag, der die Familie erschütterte. Die Leichtigkeit des Alltags, das Spielen, der Spaß seiner Kindheit: All das verschwand von einem Tag auf den anderen. Es wurde still. Und doch fand Jonas Worte. Worte, um seiner Mutter beizustehen. Er wurde ihre moralische Stütze, so wie sie die seine blieb. In all dem Schmerz hatten sie zumindest noch einander.
Doch im vergangenen Frühjahr nahm der Krebs ihm auch seine Mutter. Die Krankheit war lang und zehrend. Am Ende fiel ihr selbst das Atmen schwer. Jonas wich nicht von ihrer Seite. Die Schule besuchte er nur noch selten, denn er wollte jede Minute bei seiner Mama sein. Im Wissen, dass jede die letzte sein könnte. In ihrem Zimmer stand ein großes Krankenbett, umgeben von komplexen, medizinischen Geräten. Ein Pflegedienst war da und half. Doch die wichtigste Aufgabe, den seelischen Beistand, den Zuspruch, die tröstenden Worte, das Lächeln übernahm Jonas selbst.
Nach ihrem Tod war Jonas allein. Allein mit seinem Schmerz, seinen Gedanken und der Verantwortung, ein Leben zu organisieren, das plötzlich ganz auf seinen Schultern lag. Ein gesetzlicher Betreuer hilft dem 17-Jährigen bei Behördengängen und rechtlichen Angelegenheiten. Hinzu kommt die schwierige finanzielle Situation des Jugendlichen. Die langen Krankheitsphasen seiner Eltern und der Tod haben die Familie wirtschaftlich belastet. Ersparnisse und Rücklagen der Eltern gibt es nicht. Unterstützung erhält Jonas vom Jobcenter. Doch diese reicht bei Weitem nicht aus, um die notwendigen Anschaffungen und das tägliche Leben zu decken.
Im Sommer möchte er den Schulabschluss machen
Immerhin kann Jonas in der Wohnung bleiben, in der er groß geworden ist und unzählige Erinnerungen weiterleben. Dieser Ort ist von großer Bedeutung für ihn, dieser Ort gibt ihm Halt. Hier war Jonas ein ganz normales Kind, umgeben von Mama und Papa. Doch manche Türen in dieser Wohnung sind für ihn noch schwer zu öffnen. Das ehemalige Schlafzimmer seiner Eltern betritt er nur selten. Zu viel darin erzählt von Krankheit und Tod. Doch Jonas will leben! Er blickt nach vorn und ist optimistisch. Er zeigt jeden Tag aufs Neue, dass er es schaffen kann. Sein Glaube an ein gutes Leben treibt ihn an.
Derzeit konzentriert sich Jonas ganz auf die Schule. Er ist ehrgeizig und will im Sommer seinen Abschluss machen. Anschließend möchte er eine Ausbildung beginnen, am liebsten im IT-Bereich. Jonas hat viele Pläne und Ideen für sein Leben und tut alles ihm Mögliche, damit sie Realität werden.
Damit Jonas’ Zuhause wohnlicher wird, sind einige Anschaffungen nötig, die der Jugendliche nicht bezahlen kann. Das Krankenzimmer seiner Eltern soll zu einem Wohnzimmer werden. Zu einem Ort, der nicht mehr von Abschied geprägt ist, sondern mit Leben gefüllt wird. Dafür benötigt er Möbel, einen Teppich, eine Lampe, vielleicht ein Bild. Dinge, die das Zimmer bunt und lebensfroh machen. Genauso wie Jonas selbst ist.
Wer helfen will, wird um ein Geldgeschenk gebeten, Sachspenden können leider nicht entgegengenommen werden. Bareinzahlungen sind im SZ Servicepunkt, im Kaufhaus Ludwig Beck, Eingang Dienerstraße, 1.OG., Marienplatz 11, möglich. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr.
Banküberweisung an:SZ Gute Werke e.V. HypoVereinsbank IBAN: DE04 7002 0270 0000 0822 28 BIC: HYVEDEMMXXX Sicher online spenden können Leserinnen und Leser im Internet unter www.sz-gute-werke.de.





















