Morddrohung gegen Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Büttner | ABC-Z

Nach einem Brandanschlag auf das Grundstück des Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Büttner ist nun ein Brief mit einer Morddrohung und Beschimpfungen gegen den Politiker eingegangen. Die Polizei ermittelt.
- Antisemitismus-Beauftragter Brandenburgs hat Morddrohung erhalten
- Im Landtag in Potsdam ging am Montag ein entsprechender Brief ohne Absender ein
- Brief enthielt auch ein Symbol, das der Terrororganisation Hamas zugeordnet wird
- Am Wochenende gab es einen Brandanschlag auf das Privatgrundstück von Büttner
Im Brandenburger Landtag in Potsdam ist ein Brief mit einer Morddrohung und Beschimpfungen gegen den Antisemitismus-Beauftragten des Landes, Andreas Büttner (Linke), eingegangen. Das teilte die Landtagsverwaltung am Dienstagmittag mit.
Der Brief ging demnach am Montag ein. Die Polizei sei umgehend informiert worden und habe das Schreiben und eine im Umschlag enthaltene weiße Substanz untersucht. Diese wurde nach kriminaltechnischer Untersuchung als ungefährlich eingestuft.
Die Polizei bestätigte Ermittlungen gegen einen unbekannten Absender wegen Bedrohung und Beleidigung. Absender, Motivation und Ziel der Postsendung seien Gegenstand dieser Ermittlungen, in die das LKA eingebunden sei.
Verletzt wurde niemand.
Büttner will sich nicht einschüchtern lassen
Nach Angaben des Landtags enthielt der an Büttner gerichtete Brief ein Blatt Papier mit Verunglimpfungen und der Ankündigung “Wir töten dich” sowie einem gezeichneten Dreieck, das als Symbol für die radikalislamische Hamas steht.
Das bestätigte Büttner auch im Gespräch mit dem rbb: “Der an mich gerichtete Brief hatte keinen Absender. Auf ihm prangte ein Hamas-Symbol. In dem Brief war ein Schreiben mit einer an mich gerichteten Morddrohung, sowie ein weißes Pulver.” Er werde sich nicht einschüchtern lassen und meine Arbeit ganz normal fortsetzen, betonte Büttner.
Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) verurteilte die Drohung und erklärte, Gewalt und Einschüchterung hätten in der politischen Auseinandersetzung keinen Platz. Büttner habe die volle Unterstützung und Solidarität des Landtags.
“Die Täter werden hoffentlich schnell ermittelt, um strafrechtliche Maßnahmen gegen sie einleiten zu können”, führte Liedtke weiter aus. Der Staatsschutz ermittelt.
Gebäude auf Büttners privatem Grundstück in Brand gesetzt
Erst am Wochenende war ein Gebäude auf Büttners privatem Grundstück in Templin (Uckermark) in Brand gesetzt worden. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen wegen Brandstiftung auf. Auch hier soll auf der Haustür ein rotes Dreieck als Symbol der Hamas aufgebracht worden sein.
Im August des Jahres 2024 war das Auto des Antisemitismus-Beaufragten in Templin mit Hakenkreuzen und anderen rechtsextremen Symbolen beschädigt worden.
Der Brandenburger Landtag hatte den ehemaligen Polizeibeamten nach langem Ringen Mitte Juni des Jahres 2024 zum ersten Antisemitismus-Beauftragten des Landes ernannt. Das neue Amt wurde auf Beschluss des Landesparlaments vom November 2023 geschaffen. Büttners Aufgabe ist laut Angaben des Landtags die Bekämpfung antisemitischer Haltungen und Äußerungen sowie die Beratung hiervon betroffener Menschen.
Büttner war früher bei der CDU und der FDP, bevor er 2015 Mitglied der Linken wurde. Bis Mitte Juni 2024 war er Landtagsabgeordneter.
Sendung: Antenne Brandenburg vom rbb, 06.01.2026, 13:00 Uhr





















