Dieses Land hat das Verbrenner-Aus geschafft – ohne Verbote | ABC-Z

Während die Europäische Union das vollständige Verbrenner-Aus über das Jahr 2035 hinaus verschoben hat, ist ein europäisches Land in dieser Entwicklung bereits deutlich weiter. Dort lag der Anteil neu zugelassener Elektroautos zuletzt bei 95,9 Prozent. Damit ist das ambitionierte Ziel einer nahezu vollständigen Elektrifizierung des Pkw-Verkehrs im Jahr 2025 faktisch erreicht.
Verbrenner-Aus: Norwegen setzt ehrgeiziges Ziel um
Norwegen hatte sich bereits vor 30 Jahren das Ziel gesetzt, die Zukunft des Pkw-Verkehrs bis 2025 vollständig elektrisch zu gestalten. Was damals noch futuristisch und ehrgeizig erschien, erweist sich heute als wegweisend. Aktuellen Zahlen des norwegischen Straßenverkehrsverbands zufolge entfielen im vergangenen Jahr 95,9 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge auf reine Elektroautos. Im Dezember erreichte der Anteil sogar 98 Prozent.
Im Vergleich dazu wirken die Zahlen aus Deutschland eher bescheiden. Laut Kraftfahrt-Bundesamt lag der Anteil reiner Batterieautos im November 2025 bei 22 Prozent aller Neuzulassungen. Zwar entspricht dies einem Anstieg von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, doch an die norwegischen Werte reicht Deutschland damit noch lange nicht heran.
Anreize und Vergünstigungen legen den Grundstein für Verbrenner-Aus
Während in Deutschland und der EU lange Zeit über Verbote diskutiert wurde, um das Aus für Verbrennungsmotoren zu beschleunigen, hat Norwegen einen deutlich anderen Weg gewählt. Die Regierung setzte von Anfang an auf eine konsequente und langfristige Förderung von Elektroautos. So entfiel für Käufer von E-Autos über viele Jahre hinweg die reguläre Mehrwertsteuer von 25 Prozent, die beim Kauf eines Fahrzeugs normalerweise anfällt. Erst ab 2026 muss diese wieder entrichtet werden, weshalb die Nachfrage zum Jahresende 2025 noch einmal deutlich anstieg. Fahrzeuge mit einem Preis unter 300.000 norwegischen Kronen (ca. 25.000 Euro) bleiben weiterhin von der Steuer befreit.
Weitere Maßnahmen verstärkten die Wirkung der Förderung nachhaltig: Zwischen 1990 und 2023 wurden Elektroautos von der Importsteuer ausgenommen. Zudem profitieren Fahrer von E-Autos von einer Mautbefreiung, der Nutzung von Busspuren und dem Wegfall zusätzlicher Kosten auf Fähren. 2017 wurde gesetzlich festgelegt, dass Mieter Anspruch auf eine Ladesäule vor ihrer Wohnung haben, was den Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter vorantrieb.
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Parallel dazu wurde die Nutzung von Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor über die Jahre zunehmend teurer, unter anderem durch höhere Zulassungssteuern und steigende Kraftstoffpreise. Dieses Zusammenspiel aus Anreizen für Elektroautos und Kostensteigerungen für Verbrenner hat Norwegen an die Spitze der Elektromobilität in Europa gebracht.
Tesla bleibt Marktführer in Norwegen
Auch bei den beliebtesten Automarken zeigen sich in Norwegen deutliche Unterschiede zu Deutschland. Während in Deutschland im November 2025 der VW ID.7 das meistverkaufte Elektroauto war, konnte Tesla in Norwegen seine Marktführerschaft behaupten. Der US-amerikanische Hersteller erreichte einen Marktanteil von 19,1 Prozent, gefolgt von Volkswagen mit 13,3 Prozent und Volvo mit 7,8 Prozent.
Bemerkenswert ist zudem der Anstieg des Anteils in China produzierter Fahrzeuge von 10,4 auf 13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An der Spitze dieses Segments steht der Hersteller BYD, der seine Verkaufszahlen in Norwegen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln konnte.





















