Stromausfall in Berlin: Polizei hält Bekennerschreiben von Linksextremisten für glaubhaft | ABC-Z

Der große Stromausfall im Südwesten Berlins ist nach Einschätzung von Polizei und Landesregierung Folge eines politisch motivierten Anschlags. Ein Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppierung namens Vulkangruppe sei nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen als “glaubhaft” eingestuft worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen zum Tathintergrund gingen aber weiter.
Auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, dass die Täter “offenkundig Linksextremisten” waren. “Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden”, sagte Wegner. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach von einem “menschenverachtenden Angriff auf die Berlinerinnen und
Berliner, der Menschenleben mutwillig gefährdet”.
Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. Laut Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wurden insgesamt fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel “durch mehrere Brandsätze” zerstört oder beschädigt.
Der Anschlag löste einen großen Stromausfall aus, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7.000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.
Unternehmen erwarten Schäden in Millionenhöhe
Unternehmen in Berlin gehen infolge des Stromausfalls von hohen finanziellen Schäden aus. “Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe an Anlagen und Maschinen und durch hohe Umsatzausfälle”, teilte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, mit. Der Stromausfall führe zu extremen Belastungen für die Unternehmen.
Der Verband fordert deshalb besseren Schutz für wichtige Versorgungsanlagen. Der Stromausfall habe gezeigt, dass die Infrastruktur nicht ausreichend vor Angriffen oder Unfällen geschützt sei, sagte Schirp. Das sorge für Unsicherheit in der Wirtschaft. Nötig seien bessere Schutzmaßnahmen und klare Notfallpläne für Krisensituationen.





















