Ukraine-Krieg: ++ Soldaten mit Knochenbrüchen an die Front? Bericht enthüllt 6000 Beschwerden über Russisches Militär ++ Liveticker | ABC-Z

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Geheimdienstchef Kyrylo Budanow die Leitung des Präsidialamts übertragen. Budanow wird damit Nachfolger von Andrij Jermak, der nach Hausdurchsuchungen der Korruptionsbehörden Ende November zurückgetreten war.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die Sicherheitspolitik in Europa im Liveticker:
04:00 Uhr – Ukraine-Unterstützer schicken Sicherheitsberater nach Kiew
In Kiew kommen heute die nationalen Sicherheitsberater der Koalition der Willigen zu Beratungen zusammen. Vertreter von etwa 15 Unterstützer-Staaten werden an den Gesprächen teilnehmen, darunter auch Deutschlands. Auch Vertreter der EU und der Nato sind dabei. Eine US-Delegation nimmt per Videoanruf an dem Treffen teil.
03:00 Uhr – Aus Angst vor Instrumentalisierung – Yad Vashem verweigerte Selenskyj Rede
Der Vorsitzende der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Dani Dayan, hat Wolodymyr Selenskyj 2024 eine Rede vor örtlichem Publikum untersagt. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf ein Gespräch mit Dayan in Jerusalem. Demnach habe Selenskyj kurz nach dem russischen Angriff vor 300 Gästen sprechen wollen, verbunden mit einer weltweiten Übertragung.
„Ich habe das abgelehnt“, sagte Dayan. Er hätte befürchtet, der Auftritt habe den Holocaust mit dem Krieg in der Ukraine gleichsetzen sollen. „Nicht jedes Kriegsverbrechen ist ein Genozid, und nicht jeder Genozid ist ein Holocaust“, sagte Dayan. Zudem verwies er darauf, dass es in der Ukraine während des Völkermords im Zweiten Weltkrieg auch einheimische Täter gegeben habe.
„Yad Vashem ist den Opfern des Holocausts gewidmet. Dabei muss es bleiben“, erklärte der Vorsitzende der Gedenk- und Forschungseinrichtung in Jerusalem. Die Entscheidung bedeute keine mangelnde Solidarität mit der Ukraine, sondern diene dem Schutz der historischen Einzigartigkeit der Shoa.
00:48 Uhr – CSU-Landesgruppe will Bundeswehr zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ machen
Die CSU-Landesgruppe im Bundestag will die Bundeswehr stark aufrüsten – unter anderem mit Marschflugkörpern, Drohnen mit hohen Reichweiten sowie kleinen, günstigen Lenkflugkörpern. Auf ihrer Klausur im bayerischen Kloster Seeon wollen die Christsozialen nach Informationen von WELT AM SONNTAG eine sicherheitspolitische Agenda beschließen. „Deutschland muss Verantwortung übernehmen und die stärkste konventionelle Armee Europas stellen, um gemeinsam mit unseren Bündnispartnern verteidigungsbereit und abschreckungsfähig zu sein“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann.
21:40 Uhr – Selenskyj will erneut Verteidigungsminister auswechseln
Wolodymyr Selenskyj will erneut den Posten des Verteidigungsministers neu besetzen. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, solle das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, kündigte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft an. Das ukrainische Parlament muss der Personalie zustimmen.
Schmyhal war erst im Sommer als Regierungschefs entlassen und anstelle von Rustem Umjerow als Verteidigungsminister eingesetzt worden. Er solle eine andere, für die Stabilität des Landes nicht weniger wichtige Aufgabe übernehmen, sagte Selenskyj. Fedorow beschäftige sich intensiv mit dem Einsatz von Drohnen in dem Krieg und arbeite sehr effektiv an der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und Prozesse.
19:12 Uhr – Ukraine: Viele Verletzte nach Einschlag in Wohngebiet in Charkiw
In der Ukraine sind bei einem Angriff auf die Großstadt Charkiw nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden. Nach vorläufigen Informationen hätten zwei Raketen ein Wohngebiet getroffen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Die genaue Zahl der Opfer sei noch unbekannt. Selenskyj warf Russland vor, trotz internationaler diplomatischer Bemühungen das Töten fortzusetzen. Der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow schrieb bei Telegram am Abend von 30 Verletzten und erheblichen Schäden nach einem Treffer auf ein Hochhaus.
18:26 Uhr – Kiew ordnet Evakuierung von 3000 Kindern aus Saporischschja und Dnipropetrowsk an
Die ukrainischen Behörden haben die Evakuierung von mehreren tausend Kindern und deren Eltern aus umkämpften Gebieten in den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk angeordnet. Wegen der „schwierigen Sicherheitslage“ sei beschlossen worden, mehr als 3000 Kinder sowie deren Eltern aus 44 Ortschaften in Sicherheit zu bringen, die an vorderster Front in den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk liegen, erklärte Wiederaufbauminister Oleksij Kuleba am Freitag im Onlinedienst Telegram. Russische Soldaten waren in den vergangenen Monaten in beiden Gebieten vorgerückt.
18:00 Uhr – Mehr als 6000 Beschwerden russischer Soldaten über Brutalität der Militärführung
Der „New York Times“ liegen mehr als 6000 vertrauliche Beschwerden über den russischen Angriffskrieg vor. Sie kritisieren schwere Misshandlungen, die sich besonders in Einheiten, in denen Soldaten aus Gefängnissen und Untersuchungshaft rekrutiert wurden, häuften.
Soldaten sollen trotz schwerer Erkrankungen an die Front geschickt werden, etwa mit gebrochenen Gliedmaßen, Krebs im Endstadium oder Epilepsie. Freigelassene Kriegsgefangene sollen zudem unmittelbar wieder in aktive Kampfhandlungen geschickt werden. Einige Kommandeure sollen ihre Soldaten auch erpressen, etwa indem sie Geld verlangen, um sie von lebensgefährlichen Einsätzen zu verschonen. Soldaten, die sich beschweren, aussichtslose Missionen infrage stellen oder sich weigern, Bestechungsgelder zu zahlen, werden geschlagen, in Kellern eingesperrt, in Gruben geworfen oder an Bäume gefesselt.
Die vertraulichen Beschwerden wurden bei der russischen Menschenrechtsbeauftragten Tatjana N. Moskalkowa eingereicht, die an Putin berichtet. Nach einem Fehler ihrer Behörde wurden die zwischen April und September eingereichten Beschwerden online zugänglich, wie Maxim Kurnikow, Gründer und Chefredakteur des in Berlin ansässigen russischen Onlineportals „Echo“, erklärte. Er und sein Team sammelten die Dokumente und stellten sie der „New York Times“ zur Verfügung.
14:50 Uhr – Selenskyj macht Geheimdienstchef Budanow zu neuem Stabschef
Neuer Stabschef von Wolodymyr Selenskyj wird der bisherige Leiter des Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow. Der 39-jährige General teilte am Freitag mit, er habe das Angebot von Selenskyj angenommen, den einflussreichen Posten als Chef des Präsidialamts zu übernehmen. Budanow soll den langjährigen Selenskyj-Vertrauten Andrij Jermak ersetzen, der im November im Zuge eines Korruptionsskandals im Energiesektor zurückgetreten war.
„Die Ukraine muss sich derzeit stärker auf Sicherheitsfragen, die Entwicklung der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sowie auf diplomatische Verhandlungen konzentrieren“, erklärte Selenskyj auf der Online-Plattform X. Das Präsidialamt werde in erster Linie diesen staatlichen Aufgaben dienen. „Kyrylo verfügt in diesen Bereichen über spezielle Erfahrung und hat die nötige Stärke, um Ergebnisse zu liefern“, fügte er hinzu.
Jermak war vor dem Hintergrund eines Skandals um Schmiergeldzahlungen in Höhe von 100 Millionen Dollar im Energiesektor als Selenskyjs Stabschef zurückgetreten. Der Skandal hatte in der Öffentlichkeit für großen Unmut über die anhaltende Korruption auf hoher Ebene gesorgt, während das Land gegen Russland um sein Überleben kämpft. Jermak selbst, der auch Chefunterhändler der Ukraine bei den von den USA unterstützten Friedensgesprächen war, wird in den Ermittlungen jedoch nicht als Verdächtiger geführt.
Budanow war im August 2020 von Selenskyj an die Spitze des Militärgeheimdienstes GUR berufen worden. Seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 war er an Gefangenenaustauschen beteiligt und leitete ein Gremium zur Koordinierung der Behandlung von Kriegsgefangenen. Er wurde als „Held der Ukraine“ ausgezeichnet und hat wiederholt an Sondereinsätzen teilgenommen.
08:15 Uhr – Russland hat 2025 weniger als ein Prozent der Ukraine erobert
Laut einer Jahresendbewertung des Kartierungsprojekts „DeepState“ haben russische Streitkräfte im vergangenen Jahr 4336 Quadratkilometer der Ukraine eingenommen. Das entspricht 0,72 Prozent der Fläche des Staats, wie das Online-Medium „The Kyiv Independent“ berichtet.
Mit zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete Russland in der Oblast Donezk den höchsten prozentualen Zugewinn. Insgesamt sind bereits etwa 78 Prozent des Gebietes besetzt. In den Oblasten Saporischschja erzielte der Staat nur geringe, in Cherson praktisch keine Gebietsgewinne. Allerdings halte Russland laut „DeepState“ in beiden Gebieten bereits über 70 Prozent der Fläche besetzt.
Seit Beginn der Annexion des Donbas und der Krim im Jahr 2014 haben russische Streitkräfte insgesamt etwas mehr als 116.000 Quadratkilometer besetzt. Damit kontrolliert Moskau etwa 19 Prozent des ukrainischen Territoriums.
00:43 Uhr – Angriff auf Putin-Residenz? Russland übergibt angebliches Drohnenteil dem US-Militärattaché
Russland hat nach eigenen Angaben auf einer ukrainischen Drohne Navigationsdaten entschlüsselt, die einen angeblich geplanten Angriff auf eine Residenz von Wladimir Putin beweisen sollen. Die Materialien mit entschlüsselten Routing-Daten in einer Mappe sowie ein Bauteil der Drohne seien einem Vertreter des Militärattachés der US-Botschaft in Moskau übergeben worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Das Ministerium veröffentlichte auch ein Video von dieser ungewöhnlichen Begegnung des Chefs des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, mit den Uniformierten. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA war zur Auffassung gekommen, dass die Ukraine die Putin-Residenz nicht angegriffen hat oder dies wollte.
Donnerstag, 1. Januar:
22:30 Uhr – Russland erhöht Mehrwertsteuer
Für die Russen wird das Leben wegen des Ukraine-Kriegs teurer: Seit Jahresbeginn beträgt die Mehrwertsteuer 22 statt 20 Prozent. Allein in diesem Jahr sollen damit zusätzlich umgerechnet rund 13 Milliarden Euro (1,187 Trillion Rubel) in die Staatskasse fließen. Der Steuersatz für Lebensmittel, Medikamente und Kinderbedarf soll bei zehn Prozent bleiben.
Die Mehrwertsteuererhöhung war im Herbst beschlossen worden. Wladimir Putin hatte erklärt, dass die Mehrwertsteuererhöhung nötig sei, um den Haushalt auszugleichen. Schon im laufenden russischen Haushalt 2025 machen Militär und Sicherheit Berechnungen zufolge etwa 40 Prozent aller staatlichen Ausgaben aus.
19:53 Uhr – Verhandlungen gehen am 3.1. weiter
Wolodymyr Selenskyj erwartet bei den Verhandlungen mit Amerikanern, Europäern und Vertretern der Nato in den nächsten Tagen weitere Fortschritte. „Das Wichtigste sind die Sicherheitsgarantien für die Ukraine“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. „Politisch ist fast alles vorbereitet, und es ist wichtig, jedes Detail zu klären, wie die Garantien in der Luft, zu Lande und zu Wasser funktionieren werden, wenn es uns gelingt, den Krieg zu beenden“, führte er aus.
Beim Treffen der nationalen Sicherheitsberater an diesem Samstag (3. Januar) in Kiew hätten 15 Länder, Vertreter der EU und der Nato ihre Teilnahme zugesagt. Das amerikanische Team werde online zugeschaltet, sagte Selenskyj. Am 5. Januar solle es Gespräche auf Ebene der Generalstabschefs geben, gefolgt von einem Gipfel der „Koalition der Willigen“ am Dienstag. Die Ukraine bereite sich auf ein produktives Treffen vor, sagte Selenskyj.
16:20 Uhr – Ukraine greift Energieanlagen in Russland an
Die Ukraine hat Öl- und Industrieanlagen in mindestens zwei russischen Regionen angegriffen. In einer Raffinerie in Krasnodar und einem Lager der Energiebranche in Tatarstan seien Brände ausgebrochen, erklären russische Behörden. Das ukrainische Militär bestätigt die Angriffe. Nach russischen Angaben wurde auch eine Industrieanlage in der Region Kaluga südwestlich von Moskau angegriffen.
16:06 Uhr – Ukrainischer Geheimdienst täuschte Tod von Milizenführer vor
Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat Ende Dezember den Tod eines russischen Milizenführers fingiert, der in der Ukraine gegen Moskaus Truppen kämpft. Geheimdienstchef Kyrylo Budanow zeigte am Neujahrstag in einem Video den totgeglaubten Denis Kapustin, Chef des russischen Freiwilligenkorps RDK. Es kämpft an der Seite ukrainischer Truppen gegen die russische Invasion.
In einer komplizierten Aktion sei es dem HUR gelungen, im russischen Geheimdienst die Drahtzieher eines geplanten Attentats auf Kapustin zu ermitteln, hieß es in einer Mitteilung. Das von Moskau ausgesetzte Kopfgeld von 500.000 US-Dollar (425.000 Euro) sei sichergestellt worden und komme nun der Verteidigung der Ukraine zugute. Unabhängige Quellen zu dieser Darstellung aus Kiew gab es indes nicht.
Kapustins Truppe hatte am 27. Dezember mitgeteilt, ihr Kommandeur sei im Gebiet Saporischschja durch einen russischen Drohnenangriff getötet worden. Es wurde Rache für den Tod des Rechtsextremisten mit dem Kampfnamen White Rex angedroht. Das RDK war in der Vergangenheit in dem Krieg auch mit Kämpfern und schwerer Militärtechnik auf russisches Gebiet vorgedrungen und hatte dort zeitweilig Ortschaften kontrolliert.
Ukrainische Geheimdienste hatten schon 2018 einen Todesfall vorgetäuscht und weltweit Schlagzeilen gemacht. Damals hieß es, der kremlkritische russische Kriegsberichterstatter Arkadi Babtschenko sei in Kiew bei einem Anschlag getötet worden. Einen Tag später zeigte sich, dass Babtschenko noch lebte. Mithilfe dieser Finte seien die Attentäter entlarvt worden.
15:49 Uhr – Selenskyj in Neujahrsansprache: Ukraine „zehn Prozent“ von Friedensabkommen entfernt
Nach wochenlangem diplomatischen Ringen ist die Ukraine nach den Worten Wolodymyr Selenskyj „zehn Prozent“ von einem Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Russland entfernt. „Das Friedensabkommen ist zu 90 Prozent fertig“, sagte Selenskyj in seiner Neujahrsansprache.
„Zehn Prozent bleiben“, sagte Selenskyj in seiner Neujahrsansprache mit Blick auf die Verhandlungen. Dies seien „die zehn Prozent, die das Schicksal des Friedens, das Schicksal der Ukraine“ bestimmen würden, fügte er hinzu. Sein Land wolle ein Ende des Krieges, aber nicht „um jeden Preis“. Ein Abkommen müsse starke Sicherheitsgarantien beinhalten.
15:37 Uhr – Ausgedehnte Stromausfälle in Ukraine nach russischen Angriffen
Russland hat die Ukraine nach deren Angaben erneut mit Luftangriffen auf die Energieversorgung überzogen und die Stromversorgung zahlreicher Haushalte unterbrochen. In der Neujahrsnacht seien mehr als 200 Drohnen gezählt worden, erklärte Präsident Selenskyj. Die Angriffe hätten sich gegen die Energieinfrastruktur in sieben Regionen gerichtet. Dem Energieministerium zufolge fiel in Teilen der Regionen Wolhynien (Wolyn) im Westen, Odessa im Süden und Tschernihiw im Norden der Strom aus. Allein in der an Polen und Belarus grenzenden Region Wolhynien sind nach örtlichen Angaben mehr als 103.000 Haushalte betroffen.
14:59 Uhr – Russland bekräftigt Vorwurf eines Drohnenangriffs auf Putins Residenz
Das russische Verteidigungsministerium hält an seinem Vorwurf fest, das ukrainische Militär habe eine Residenz von Wladimir Putin mit Drohnen angegriffen. Das Ministerium behauptete, seine Spezialisten hätten sich Zugriff auf das Navigationssystem einer der mutmaßlich eingesetzten Drohnen verschafft. Anhand der Daten sei bestätigt worden, dass Putins Residenz das Ziel der Drohne gewesen sei. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden, weil das Ministerium keine Beweise vorlegte. Russische Vertreter gaben jedoch an, die Daten würden über etablierte Kanäle an US-Behörden weitergeleitet.
12:40 Uhr – Ukraine setzt zwei neue Patriot-Flugabwehrsysteme ein
Die Ukraine hat nach Militärangaben mit deutscher Hilfe zwei weitere leistungsstarke Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot erhalten. Die Waffen seien bereits zum Schutz ukrainischer Städte und wichtiger Infrastruktur in Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Nach Angaben von Verteidigungsminister Denys Schmyhal sei dies möglich geworden „dank der jüngsten Vereinbarungen mit der deutschen Regierung“.
Das Bundesverteidigungsministerium hatte im vergangenen August die schrittweise Lieferung von Komponenten für zwei Patriot-Systeme angekündigt. Deutschland werde im Gegenzug von den USA bevorzugt und schnell mit Patriots der neuesten Generation beliefert, hieß es damals. Norwegen kündigte im Sommer an, die Lieferung der zwei Systeme an Kiew finanziell zu unterstützen.
09:47 Uhr – Berichte: Laut CIA kein Angriff Kiews auf Putins Residenz
Der US-Geheimdienst CIA hat Medienberichten zufolge die Erkenntnis erlangt, dass die Ukraine weder den russischen Präsidenten Putin ins Visier genommen noch eine seiner Residenzen angegriffen hat. Das berichteten das „Wall Street Journal“ sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung. Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst schweren Vorwürfen aus Moskau vom Montag.
Kiew hat vehement bestritten, eine Residenz Putins angegriffen zu haben. Die Ukraine sah in Moskaus Behauptung einen russischen Vorwand, den Krieg trotz laufender Verhandlungen um eine Friedenslösung weiter fortzusetzen und erneut auch Regierungsgebäude in Kiew angreifen zu wollen.
Russland präsentierte am Mittwoch erstmals mögliche Beweise für den Angriff, darunter Reste einer mutmaßlich ukrainischen Drohne. Der ukrainische Auslandsgeheimdienst sprach von gefälschten Karten und Attrappen. Viele Experten bezweifeln ebenfalls, dass der von Russland geschilderte Angriff so stattgefunden hat.
09:36 Uhr – Ukrainische Drohnen attackieren russische Ölanlagen
Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf auch in der Neujahrsnacht russische Ölanlagen mit Drohnen angegriffen. Im Gebiet Kaluga südwestlich von Moskau wurde nach Informationen russischer Telegramkanäle ein Tanklager getroffen. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Auch die Raffinerie von Ilski in Südrussland wurde Berichten zufolge zum wiederholten Mal attackiert.
Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es seien über Nacht 168 ukrainische Kampfdrohnen abgeschossen worden. Solche Militärzahlen sind nicht überprüfbar. Die genannte hohe Zahl lässt aber auf einen intensiven Angriff schließen, was sich mit Angaben ukrainischer Militärbeobachter deckt.
Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete nach Mitternacht immer wieder von Drohnen, die im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen worden seien. Zu Schäden wurde nichts mitgeteilt.
08:40 – Gouverneur: Angeblich mindestens 24 Tote nach ukrainischem Angriff
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Hotel und ein Café in der Region Cherson sind nach Angaben des von Russland eingesetzten Gouverneurs Wladimir Saldo mindestens 24 Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere Menschen seien verletzt worden, teilt Saldo auf Telegram mit. Der Angriff habe sich in dem Küstenort Chorly ereignet. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten in dem Hotel und dem Cafe Neujahrsfeierlichkeiten stattgefunden. Für den Angriff liegen bislang keine Foto- oder Videobelege vor.
04:26 Uhr – Angeblicher Angriff auf Putin-Residenz ist „Lug und Trug“, sagt Strack-Zimmermann
Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann warnt davor, den russischen Angaben über einen ukrainischen Drohnenangriff auf eine Residenz von Präsident Wladimir Putin zu glauben. „99,9 Prozent der Nachrichten, die aus dem Kreml kommen, sind Lug und Trug“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament der Funke Mediengruppe. Putins „menschenverachtende Geschichte“ über den angeblichen Drohnenangriff gehöre „in die Tonne“, fügte sie hinzu.
00:22 Uhr – Putin als Hürde: Trump teilt russlandkritischen Artikel
Donald Trump hat überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social geteilt. Das Boulevardblatt „New York Post“ stellt in dem Stück Wladimir Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht. Trump verbreitet regelmäßig Artikel von Medien, die ihm nahestehen. In manchen Fällen kommentiert der Präsident die Texte – diesmal allerdings nicht.
Unter anderem heißt es in dem Beitrag, der Angriff auf Putin sei „mehr als gerechtfertigt“. „Wir brauchen seine Krokodilstränen nicht, stattdessen sollte der Druck erhöht werden“. Es wird dafür plädiert, dass Russland keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden sollten, sondern ein härteres Vorgehen nötig sei. Kiew habe seinen Teil beigetragen – nun liege es an Putin, zu handeln.
dpa/AP/AFP/rtr/lay/ll/sebe/saha/rct/doli





















