Gut integrierte Familie muss in Glonn Abschiebung fürchten – Ebersberg | ABC-Z

Wenn es etwas zu tun gibt, wenn jemand Hilfe braucht in Glonn, dann sind sie zur Stelle. Walid Yousof hilft beim Glonner Tisch und beim Bund Naturschutz ehrenamtlich mit, geleitet die Glonner Kinder als Schulweghelfer sicher über die Straße und hatte bis vor Kurzem auch einen guten Job bei einem Glonner Friseur. Auch seine Frau Zhian und die gemeinsamen Kinder Malak, 14, Avand, 13, Mirva, elf, und Ayan, sechs Jahre alt, haben in der oberbayerischen Marktgemeinde eine neue Heimat gefunden, in der sie sich wohlfühlen und in der sie wertgeschätzt werden.
„Sie sind Menschen, die man in einer Dorfgemeinschaft gut brauchen kann“, drückt es Jutta Gräf aus, die sich seit 2021 um die Familie kümmert, die aus dem Irak geflüchtet ist. Doch kurz vor Weihnachten kam die Hiobsbotschaft: Die letzte Hoffnung der Familie auf eine Aufenthaltsgenehmigung ist geplatzt – vom 5. Januar an droht die Abschiebung.
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„Wir sind alle miteinander sehr beunruhigt“, sagt Gräf, doch die Hoffnung wollen sie und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter nicht aufgeben. In einem offenen Brief haben sie sich nun an Landrat Robert Niedergesäß (CSU) gewandt, „weil wir eine Entscheidung nicht nachvollziehen können, die das Leben einer Familie – und insbesondere das Leben von vier Kindern im Alter von sechs, elf,13 und 14 Jahren in existenzieller Weise bedroht“. Ihr Argument: Wer, wenn nicht diese Familie, hätte ein Recht auf eine Aufenthaltsgenehmigung laut Artikel 25 des Aufenthaltsgesetzes, das „nachhaltige Integration“ als Bedingung voraussetzt?
Die Familie ist nach eigenen Angaben aus dem Irak geflüchtet, weil Walid Yousof bedroht wurde, nachdem er Informationen über einen illegalen Waffentransport aufgedeckt hatte. Doch schon 2021 wurde der erste Asylantrag abgelehnt. Gegen diese Entscheidung wurde damals Klage erhoben. Das folgende Verfahren dauerte vier Jahre, wie die Unterstützer der Familien in ihrem offenen Brief schreiben: „Vier Jahre der Unsicherheit, aber auch vier Jahre, in denen die Familie alles getan hat, was von ihr erwartet wurde, um sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren.“
Der Vater fand schnell einen Job, die Kinder schreiben gute Noten
Die Familie lernte Deutsch, absolvierte Integrationskurse, nimmt teil am sozialen und gesellschaftlichen Leben, in Vereinen und im Ehrenamt. Ein Sohn kickt im örtlichen Fußballverein, alle haben Freunde gefunden. Gerade erst ist das letzte der Kinder eingeschult worden. Laut ihren Unterstützern besuchen alle vier Kinder die Grund- und Mittelschule Glonn „mit gutem Erfolg, guten Noten und ohne irgendwelche sozialen oder schulischen Probleme oder Förderungsbedarfe“.
Nach langen Bemühungen erhielt Walid Yousof eine Arbeitserlaubnis und arbeitete bis zum behördlichen Arbeitsverbot zunächst in Teilzeit bei einem Friseur in Höhenkirchen, dann in Vollzeit bei Friseur Oberloher in Glonn. Beste Zeugnisse lägen vor, heißt es in dem Brief an den Landrat, auch die Bestätigung der sofortigen Wiedereinstellung, sobald eine neuerliche Arbeitserlaubnis vorliege.

:Nigerianische Familie wird abgeschoben – Mutter springt aus dem Fenster
Die 41-Jährige und ihre sieben und elf Jahre alten Kinder werden von der Polizei nachts aus einer Asylunterkunft im Landkreis Starnberg geholt und zum Flughafen gebracht. Helferkreis und Flüchtlingsrat reagieren schockiert. Für diesen Dienstag ist eine Solidaritätsaktion geplant.
„Mit fester Überzeugung können wir heute sagen, dass jedes einzelne Familienmitglied in diesen vier Jahren sich nachhaltig und überzeugend in unsere Gesellschaft eingefügt hat. Die Familie Yousof ist in Glonn angekommen“, konstatiert die Gruppe der Unterstützer in ihrem Brief. Für die Kinder sei Deutschland längst Mittelpunkt ihres Lebens geworden.
Umso unverständlicher ist es für die Unterstützer der Familie, dass nach dem Asylantrag – der im Sommer 2025 abgelehnt wurde – nun auch der Antrag nach Paragraf 25b des Aufenthaltsgesetzes abgewiesen wurde. Sie setzen jetzt nicht nur auf die Hilfe des Landrats, sondern haben zusätzlich auf der Plattform gofundme.com eine Spendenkampagne für Anwaltskosten wieder aufleben lassen, um auch juristisch gegen die Abschiebung zu kämpfen.





















