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München: Konzerte mit Stargeigerinnen – München | ABC-Z

Der Januar wird ein Fest. In jedem Fall für alle, die den Klang der Violine lieben. Auf Münchens Konzertbühnen sind gleich drei Leading Ladys der internationalen Geigenelite vertreten, beinahe wären es sogar vier gewesen. Und dann stellt sich auch noch ein sehr junges, hochinteressantes Talent aus Österreich vor.

„PatKop“ nennen sie ihre Fans: Patricia Kopatchinskaja ist definitiv die Eigenwilligste unten den Stargeigerinnen. Man soll das Wort „unvergleichlich“ ja nicht leichtfertig verwenden, auf die Moldawierin, die in der Schweiz zu Hause ist, trifft es zu. Ebenso wie die anderen Adjektive, mit denen man sie zu fassen versucht: revolutionär, radikal, kompromisslos, exzentrisch, unkonventionell, bizarr, manieriert, verrückt gar. Da sind ihre Barfuß-Auftritte, in oft sehr expe­ri­men­tierfreudigen Outfits, mitsummend, zischend, stampfend und doch Feen gleich leicht agiert sie auf der Bühne. Langweilig ist es nie in ihren Konzerten. Doch wer das Immergleiche, den klassischen Konzertritus erwartet, ist bei ihr falsch. Wer sich Irritationen hingeben will, wird von ihr reichlich beschenkt. Denn diese leidenschaftliche Musikerin nimmt die Musik todernst.  Will immer Neues entdecken.

Unvergleichlich: Geigerin Patrica Kopatchinskaja ist in den nächsten Wochen gleich zweimal in München zu erleben. (Foto: Marco Borggreve)

Neues präsentiert die 49-Jährige auch am 15. Januar im Prinzregententheater: Márton Illés Violinkonzert „Vont-tér“ entstand 2019 als Auftragswerk des Münchener Kammerorchesters und des WDR Sinfonieorchesters und ist nun erstmals in München zu hören. Am Pult des MKO steht Bas Wiegers.

Und noch eine Abkürzung: „Sol & Pat“. Am 15. Februar steht Patricia Kopatchinskaja schon wieder in München auf der Bühne. Dann in der Isarphilharmonie, zusammen mit der Cellistin Sol Gabetta.

Eine andere Weltklasse-Geigerin, ein anderes Temperament: Hilary Hahn hat ihren Fans zuletzt große Sorgen bereitet. Doppelte Nerveneinklemmung, immer wieder Konzertabsagen, zuletzt im Oktober in Berlin. Am 27. Januar wird die 46-Jährige in der Isarphilharmonie erwartet. Zusammen mit der Philharmonia Orchestra London unter ihrem Chefdirigenten Santtu-Matias Rouvali wird sie dort Werke von Sibelius, Prokofjew und Rachmaninow präsentieren.

Elfe aus dem hohen Norden: Eine gute Marketingstrategie für norwegische Geigerin Eldbjørg Hemsing, die allerdings bei ihrem eigenen Hemsingfestival in ihrem Heimatort sehr nahbar ist.
Elfe aus dem hohen Norden: Eine gute Marketingstrategie für norwegische Geigerin Eldbjørg Hemsing, die allerdings bei ihrem eigenen Hemsingfestival in ihrem Heimatort sehr nahbar ist. (Foto: Nikolai Lund)

Leider abgesagt hat ihre Kollegin Eldbjørg Hemsing. Die 35-jährige Norwegerin wollte am 31. Januar im Prinze eigentlich ihr Programm „Colours of Bach“ präsentieren. Daraus wird nun nichts, ein Ersatztermin in München ist laut Veranstalter nicht vorgesehen. Ihre Fans wissen allerdings, wo sie die Geigerin gewiss antreffen werden. Im norwegischen Aurdal, einem winzigen Ort, wo die musikalischen Schwestern Eldbjørg und Ragnhild Hemsing aufgewachsen sind und jährlich bei Schnee und Eis ihr Hemsingfestival veranstalten. Am 19. Februar geht’s dort los. Ein Gast aus München reist gewiss an: Cellistin Raphaela Gromes wird dort am 21. Februar gemeinsam mit Eldbjørg Hemsing musizieren.

Nicht aus dem hohen Norden, sondern aus München, genauer gesagt aus Gauting, kommt Julia Fischer. Auch sie gehört zur weltweiten Geigenelite. Und schafft es, neben ihrer Konzert-Karriere, ihrem Leben als Mutter auch noch, eine engagierte Pädagogin zu sein. Das Unterrichten liegt Julia Fischer am Herzen. 2011, da war sie gerade mal 28 Jahre alt, übernahm Fischer an der Hochschule für Musik und Theater München die Geigenprofessur von Ana Chumachenco, bei der sie selbst als neunjährige Jungstudentin gelernt hatte.

Zusammen mit Studierenden der Hochschule wird Julia Fischer am 22. Januar in der Allerheiligen-Hofkirche beim dritten Odeon Konzert in dieser Saison auftreten. Auf dem Programm des Abends stehen unter anderem Werke von Béla Bartók,Miklós Rózsa und Antonín Dvořák.

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Im Alter von Fischers Studentinnen und Studenten, vielleicht sogar jünger ist Leonard Baumgartner. Auf den 19-jährigen Wiener schwenkt gerade das Spotlight der internationalen Konzertagenturen. 2024 gewann er die Eurovision Young Musicians Competition. Und eine besondere Ehre: Er durfte die erste Violine in der Weltersteinspielung der Deutschen Grammophon von Mozarts neu entdeckter Serenade KV 648, auch „Ganz kleine Nachtmusik“ genannt, spielen. Die Aufnahme entstand 2024 in Salzburg.

In München spielt er bei seinem Konzert am 18. Januar in der Isarphilharmonie mit den Münchner Symphonikern unter Joseph Bastian Tschaikowskys Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 und  Rimsky-Korsakow „Scheherazade“.

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