Kultur

Oksana Maksymchuk: Wie übersteht man den Krieg? | ABC-Z

Die Dichterin Oksana Maksymchuk hat ein Tagebuch über die russische Invasion verfasst – und darüber, wie man ihr poetisch standhält. Wir haben sie um ein Gedicht gebeten.

“Sehe ich etwas Schönes, will ich nur weinen”
© Rafal Milach/​Magnum Photos

Manche Gedichte brauchen keine Erklärung, weil sie direkt
sind, weil sie uns treffen. So ist es auch mit den Texten der ukrainischen
Dichterin Oksana Maksymchuk, 43, die im Februar 2022 von einer Auslandsreise
nicht in die Ukraine zurückkehrte. Im vergangenen Sommer erschien ihr
Gedichtband “Tagebuch einer Invasion” (Hanser), in dem sie vom Alltag des
Krieges berichtet, der sie auch in der Ferne nicht loslässt – in New York, wo
sie gerade als Writer in Residence lebt. Maksymchuks Lyrik kartografiert
Verluste, ohne sich ihnen zu ergeben: Im Zersprengten sucht sie die Möglichkeit
des Weiterdenkens, im Verstummen die Verantwortung des Sprechens. Auch das
folgende, bisher unveröffentlichte Gedicht öffnet einen solchen Denk- und Möglichkeitsraum.
Aber lesen Sie selbst.

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