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Bayerischer Hof in Starnberg hat neuen Eigentümer – Starnberg | ABC-Z

Das Geschäft ist perfekt: Der Bayerische Hof in Starnberg ist in das Eigentum der Privatinitiative „European Heritage Project“ des Unternehmers Peter Löw übergegangen. Nachdem auch die Rechtsaufsicht im Landratsamt ihr Plazet zu dem Handel gegeben hat, dürfte der zeitnahen Sanierung des um 1865 errichteten ehemaligen Hotelgebäudes juristisch nichts mehr im Wege stehen. Am Montagvormittag haben der neue Eigentümer und Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik den ausgehandelten Vertrag mit allen Zusätzen beim Notar beurkundet, das teilten sie in einem Pressegespräch mit. Janik machte keinen Hehl daraus, das er froh sei, in Löw „einen Idealisten“ in Sachen Denkmalpflege gefunden zu haben.

Dem Vernehmen nach soll der Kaufpreis für das 2000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich die Traditionsimmobilie befindet, bei 100 000 Euro liegen. Diese Summe ist wohl eher als symbolischer Betrag anzusehen, denn der Firmenbesitzer und Unternehmer geht davon aus, dass es ihn an die 15 Millionen Euro kosten werde, das historische Bauwerk fachgerecht zu sanieren. Bereits seit fünf Jahren steht der denkmalgeschützte Bau in Seenähe nun leer und verfällt zunehmend. Offiziell gilt das Gebäude sogar bereits als einsturzgefährdet. Löw, der das Haus in den vergangenen Wochen mehrfach innen wie außen mit Fachleuten besichtigt hat, geht indes davon aus, dass der historische Komplex durchaus „solide gebaut“ ist.

Dass Löw ein Faible für historische Immobilien hat, zeigt sich darin, dass sein „European Heritage Project“ bereits eine stattliche Anzahl geschichtsträchtiger Bauten in Deutschland, Italien und Österreich renoviert hat, wie auf der Homepage der Firma ersichtlich ist. „Wir kümmern uns ganz besonders um Denkmäler, die für eine Region prägenden Charakter haben“, sagte Löw. Der Bayerische Hof zähle zu den ältesten Gebäuden der Stadt und sei auch wegen seiner geschichtlichen Bedeutung prägend für Starnberg. Löw: „Mit diesem Haus hat die Stadtbildung von Starnberg ihren Anfang genommen.“

Laut der beiden Vertragspartner ist festgeschrieben, dass der Unternehmer das Gebäude binnen fünf Jahren, also bis Ende 2030, fachgerecht saniert haben muss, sonst fällt die Immobilie wieder der Stadt Starnberg zu. So lange will Löw allerdings nicht brauchen. Für ihn muss alles schneller gehen: „Ich wäre gerne bis 2027 damit durch.“ So sollen alle Bauanträge in Einklang mit dem Denkmalschutz in den kommenden zwölf Monaten in trockenen Tüchern sein. Er wolle nichts hinzubauen, stellte er klar, und auch nachträglich keine Tiefgarage auf dem Grundstück graben.

Investor Peter Löw (links) und Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik unterzeichnen den notariellen Vertrag. (Foto: Andreas Heinrich)

Elektrik, Heizung und Sanitärausstattung seien für ihn jetzt ebenso vorrangige Themen wie die generelle Energieeffizienz des Gebäudes.  Zudem gelte es auch, einen zweiten Fluchtweg in den oberen Stockwerken sicherzustellen. Ob es möglich ist, einen Aufzug einzubauen, müsse man im Zuge der Planungen klären, sagte Löw.

Ebenfalls Gegenstand des Vertragswerks ist, wieder eine gastronomische Nutzung im Gebäude zu etablieren. Im Erdgeschoss plant der Unternehmer darum ein gemütliches Café, welches den Besuchern das Gefühl vermitteln soll, den Hoheiten vergangener Tage begegnen zu können. Bis zur Schließung gab es dort das bei Bürgern wie Vereinen gleichermaßen beliebte „Café Prinzregent“. Auch über eine bayerische Gastwirtschaft im Untergeschoss des Gebäudes, in dem sich früher ein griechisches Lokal befunden hatte, denkt der neue Hausherr eigenen Angaben zufolge nach. „Ich könnte mir auch eine Art Biergarten vorstellen“, sagt er.

Aber eines stellte Löw unumstößlich klar: Ein Hotel wird es im Bayerischen Hof unter seiner Ägide nicht mehr geben. „Das rechnet sich heutzutage nicht.“ Im obersten Geschoss sieht Löw Mitarbeiterwohnungen vor. Ob in den beiden dazwischen liegenden Stockwerken eine Form der Wohnnutzung für ihn denkbar ist, ließ er offen. Im Vordergrund steht für ihn offenbar, den Bayerischen Hof in altem Glanz neu erstrahlen zu lassen und aus ihm wieder einen historischen Vorzeigebau der Stadt zu machen. „Schließlich wohne ich hier ja auch“, sagte Löw nach der Pressekonferenz im Gespräch mit der SZ.

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