Wintersport am Alpenrand: Skifahren zum kleinen Preis – Starnberg | ABC-Z

Wer schon einmal dieses fast schwerelose Gefühl beim Abfahren mit Alpinskiern erlebt hat, weiß, wie sehr dieser Sport süchtig machen kann. Besonders dann, wenn die Sonne bei blauem Himmel über den Bergen die Schneekristalle glänzen lässt. Andererseits ist Skifahren keine billige Sportart. Die Kosten für Ausrüstung und Bekleidung summieren sich. Die Skipasspreise erreichen immer höhere Dimensionen. Zahlten erwachsene Freizeitsportler zur Saison 2021/2022 für den Tagesskipass im Schnitt 42 Euro, sind es in diesem Skiwinter bereits 53 Euro. Ein Sprung von 26 Prozent. Zeit, sich einmal die Frage zu stellen, wie es kostengünstiger auf den Berg zum Skisport gehen kann.
Wer unter der Woche Zeit hat, kann am Lenggrieser Hausberg als Erwachsener für 37 Euro Skifahren – ein deutlicher Kostenvorteil. Wenn alle Lifte laufen, stehen am Brauneck um die 34 Pistenkilometer für Freizeitsportler bereit. Und das in allen Schwierigkeitsstufen, auch wenn die leichten Pisten eher an den Talliften in Wegscheid und am Streidlhang bei der Talstation der Kabinenbahn zu finden sind.
Das Skigebiet Brauneck bietet Buckelpisten und ein Dutzend Hütten
Wer es sportlich anspruchsvoll mag, ist am legendären Garlandhang mit seinen schwarzen Pisten gut aufgehoben. Eine besondere Herausforderung ist die Buckelpiste, die mit ihren teils tief ausgefahrenen Schwunggruben eine gute Abfahrtstechnik voraussetzt. Die meisten Pisten sind mittelschwer. Zudem warten im Skigebiet Brauneck ein Dutzend Hütten auf Gäste.
Viele Winter stellen alle, die allein auf Naturschnee setzen, auf die Probe. Doch wenn es einmal genügend schneit, ist das Gipfelerlebnis auf einer Skitour etwas Besonderes. Wer mit eigener Kraft gipfelwärts steigt, erlebt die Bergwelt noch einmal intensiver. Gleichzeitig ist die Bewegung an der frischen Winterluft ein gutes Konditionstraining.
Wer den Reiz des Skitourengehens einmal ausprobieren will, ohne sich sofort eine komplette Ausrüstung inklusive Sicherheitsausstattung zu kaufen, kann sich das benötigte Material auch beim Deutschen Alpenverein (DAV) leihen. Für ein Tourenski-Set inklusive Felle, Bindung und Harscheisen zahlen Mitglieder in der Sektion für München und Oberland 22 Euro pro Tag. Für ein Lawinenverschütteten-Suchgerät, Lawinenschaufel und Sonde kommen nochmal acht Euro für jeden Tag obendrauf. Das macht 30 Euro insgesamt. Wer noch einmal zwölf Euro darauf legt, kann sich noch einen Lawinenairbag-Rucksack ausleihen, dessen Luftkissen sich bei einem Lawinenabgang aufblasen lassen. Das soll verhindern, dass der Sportler tief unter den Schneemassen verschüttet wird.
Alpine Gefahren wie das Lawinenrisiko gilt es im freien Gelände natürlich immer zu beachten. Um die Situation einschätzen zu können, helfen der tägliche Lawinenlagebericht für die Region der geplanten Skitour. Ausschlaggebend sind allerdings immer die individuellen Bedingungen am örtlichen Berg und Hang. Dafür gibt es jedoch ein Naturerlebnis abseits des Skibetriebs mit Beschneiung, Liften und Bahnen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zum Einstieg die vom Alpenverein ausgewiesene Skiroute auf das Brauneck nehmen. Startpunkt ist der Draxlhang. Abgefahren wird über die Pisten des Skigebiets. Eine schöne Tour im freien Gelände ist die auf das Seekarkreuz vom Lenggrieser Ortsteil Hohenburg aus. Zudem wartet eine Einkehr auf der Lenggrieser Hütte. Wer es anspruchsvoller und länger mag, ist im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf dem Schafreuter im Risstal vor der alpinen Karwendel-Kulisse nahe der Tiroler Grenze am richtigen Platz. Beliebt ist auch die Skitour auf den Herzogstand von der Passhöhe am Kesselberg aus.
Der Herzogstand wartet als Naturschneeparadies auf geübte Skifahrer
Für nostalgisches Skivergnügen mit reinem Naturschnee steht der Herzogstand, einer der Lieblingsberge König Ludwig II. Oben am Fahrenberg erschließt der Doppelbügel-Schlepplift aus dem Jahr 1969 eine 1,3 Kilometer lange Piste. Das Gelände ist für geübte Skifahrer ideal. Die Hänge mit ihren Kuppen und Übergängen sind noch genauso naturbelassen wie anno dazumal. Auch wenn der Skibetrieb ein Zuschussgeschäft ist, bekennt sich die Gemeinde Kochel am See dazu, das Angebot weiter aufrechtzuerhalten.

Der Tagesskipass kostet ab 9 Uhr 24 Euro. Wer nur zu Fuß hinauffährt, zahlt 21 Euro. Seit diesem Winter offiziell nicht mehr in Betrieb ist die 4,2 Kilometer lange Talabfahrt mit ihren imposanten Ausblicken auf den Walchensee. Laut Seilbahn-Geschäftsführer Jörg Findeisen kosteten die Maßnahmen zur Vegetationspflege, für die Instandhaltung von Brücken über Bachläufe oder das Fällen umsturzgefährdeter Bäume einen fünfstelligen Betrag im Jahr. Das Geld wollten die Gesellschafter der Bahn lieber in den Erhalt des Skibetriebs am Schlepplift investieren. Denn die Talabfahrt sei pro Saison meist sowieso nicht lange am Stück in Betrieb gewesen, so Findeisen.
Wenn ausreichend Schnee bis zum Walchensee hinunter liegt, fährt also jeder die Talabfahrt auf eigene Gefahr. Der Pendelbus zur Talstation der Kabinenbahn fährt nicht mehr. Über die genauen Betriebszeiten sollten sich Freizeitsportler auf der Homepage der Bergbahn informieren.

:Skifahren bleibt beliebt – auch wenn die Kosten steigen
Wenn Kinder und Jugendliche im alpinen Rennsport aktiv sein wollen, ist das ziemlich zeitaufwendig und teuer. Doch die Nachfrage ist ungebrochen – auch wenn manche Vereine nicht mehr für alle Altersklassen Training anbieten.
Eltern mit kleinen Kindern brauchen meist kein großes Skigebiet, um mit dem Nachwuchs Spaß zu haben. Zwar sind die Winter wärmer geworden, der Skibetrieb in tieferen Lagen vielfach nur kurzfristig möglich. Sobald aber einmal genügend Schnee liegt, gibt es viele kleine Anlagenbetreiber, wie etwa an den Ötzliften in Pessenbach bei Kochel am See (Tagespass 25 Euro), den Reiserlift bei Gaißach, den Jachenauer (Tageskarte zwölf Euro) sowie den Beuerberger Skilift (zehn Fahrten für zwölf Euro).





















