Angriff am Bondi Beach war antisemitischer Terroranschlag | ABC-Z

Bei einem Schusswaffenangriff am australischen Strand Bondi Beach sind mindestens zwölf Personen getötet worden, darunter einer von mutmaßlich mindestens zwei Schützen. Das teilte die Polizei am Sonntag in einer Pressekonferenz mit. Australiens Ministerpräsident Anthony Albanese sprach von einem antisemitischen „Terroranschlag“.
Der Regierungschef des australischen Bundesstaats New South Wales, Chris Minns, sagte bei der Pressekonferenz: „Dieser Angriff zielte darauf ab, die jüdische Gemeinde Sydneys am ersten Tag von Chanukka anzugreifen.“
Aufnahmen vom Strand hatten zuvor mehrere Rettungswagen gezeigt, die sich um Verletzte kümmerten. Augenzeugen berichteten, dass Sanitäter und Umstehende sie auf dem Rasen in der Nähe des Strands medizinisch versorgten. In sozialen Medien waren Videos zu sehen, die zwei bewaffnete, schwarz gekleidete Personen zeigten, die von einer Brücke Schüsse abfeuerten.
Die jüdische Gemeinde in Australien reagierte entsetzt auf den mutmaßlichen Angriff auf ihre Angehörigen. „Schüsse bei einer Chanukka-Veranstaltung“, schrieb Australian Jewish Association auf X. „Wir haben so oft davor gewarnt, dass es so kommen würde.“
Viele Menschen waren in Panik von dem Strand geflüchtet. Sie standen offenkundig unter Schock. Ein ABC-Journalist berichtete von „sehr emotionalen Szenen, Menschen umarmen sich“.
Eine Anwohnerin hatte gerade in einem Restaurant in Strandnähe zu Abend gegessen, als sie Schüsse hörte. „Wir dachten, es seien Feuerwerkskörper, aber das war es nicht – es war etwas viel Schlimmeres“, erzählte sie ABC. „Die Menschen rannten den Strand hinauf. Es herrschte Panik“, so die Frau. „Es herrscht Chaos und wir wissen wirklich nicht, was los ist.“ Sie gehe davon aus, dass der Angriff nun vorbei sei. „Es ist erschreckend“, so die Frau. Den Journalisten zufolge war der normalerweise belebte Strand nach der Attacke verlassen und mit persönlichen Gegenständen übersät, die Besucher in Panik zurückgelassen hatten.
Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog teilte mit: „In genau diesen Momenten sind unsere Schwestern und Brüder in Sydney, Australien, von abscheulichen Terroristen angegriffen worden – bei einem äußerst grausamen Angriff auf Juden, die sich versammelt hatten, um am Bondi Beach die erste Chanukka-Kerze zu entzünden“.
„Unsere Herzen sind bei ihnen“, sagte Herzog. „Das Herz der gesamten Nation Israel setzt in diesem Augenblick einen Schlag aus, während wir für die Genesung der Verletzten beten, für sie beten und für jene beten, die ihr Leben verloren haben.“
Der Präsident sagte weiter: „Wir wiederholen unsere Warnungen immer wieder gegenüber der australischen Regierung, um Maßnahmen einzufordern und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht.“
Israels Außenminister kritisiert australische Regierung
Der israelische Außenminister Gideon Saar schrieb auf X: „Ich bin entsetzt über den mörderischen Schussangriff bei einer Chanukka-Veranstaltung in Sydney, Australien.“
Das seien „Folgen der antisemitischen Randale auf den Straßen Australiens in den vergangenen zwei Jahren, die durch die antisemitischen und aufrührerischen Aufrufe ‚Globalisiert die Intifada‘ vorangetrieben wurden, die man heute umgesetzt hat“, sagte Saar. Mit Intifada sind zwei Palästinenseraufstände gegen die israelische Besatzung gemeint, bei denen in der Vergangenheit auch zahlreiche Israelis bei Terroranschlägen getötet worden waren.
Der israelische Außenminister forderte: „Die australische Regierung, die unzählige Warnsignale erhalten hat, muss endlich zur Vernunft kommen!“
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete den Anschlag als „Angriff auf unsere gemeinsamen Werte“. Weiter schrieb er auf der Plattform X: „Der antisemitische Anschlag am Bondi Beach zu Chanukka lässt mich fassungslos zurück. Diesem Antisemitismus müssen wir Einhalt gebieten – hier in Deutschland und weltweit.“





















