Schüsse an Bondi Beach in Sydney – zwölf Tote – Politik | ABC-Z

Bei einem Terrorangriff auf Juden am berühmten Strand Bondi Beach sind in Sydney zwölf Menschen gestorben. Mehrere wurden verletzt. In einem Pressestatement sprach Chris Minns, Gouverneur von New South Wales, von zwölf Toten, darunter sei auch der Schütze. Der andere Schütze sei in einem kritischen Zustand. Elf Menschen, darunter zwei Polizeibeamte, sollen verletzt worden sein. Rettungskräfte waren im Einsatz, um Verletzte zu versorgen. Der Angriff ereignete sich im Archer Park im nördlichen Teil des Strandes.
Ziel des Angriffs war eine Veranstaltung zum jüdischen Chanukka-Fest. Das Lichterfest beginnt in diesem Jahr an diesem Sonntag und endet am 22. Dezember. Die Polizei stuft die Tat als „terroristischen Vorfall“ ein. Premierminister Anthony Albanese sprach auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Canberra von „einem gezielten Terroranschlag auf die jüdische Gemeinschaft“. Der Anschlag sei ein „bösartiger Fall von Antisemitismus“.
Es sei ein „improvisierter Sprengsatz“ im Auto einer der Täter gefunden worden, sagte der Polizeipräsident von New South Wales, Malcolm Arthur Lanyon. Der Sprengsatz, die für den Angriff genutzten Langwaffen sowie das Ziel des Anschlags – die jüdische Gemeinde – führten dazu, dass man den Anschlag als terroristischen Vorfall einstufe, so Lanyon.
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Auch weiterhin forderte die Polizei die Menschen auf, das Gebiet zu meiden. Lanyon sagte, er habe der Polizei Sonderbefugnisse erteilt, für den Fall, dass es einen dritten Täter gebe. Das werde derzeit noch untersucht. Einer der Täter war der Polizei bekannt. Die Polizei habe aber keine akute Bedrohung von dem Mann erkennen können. Auf die Frage von Journalisten, wie man die Planung einer solchen Tat übersehen haben könne, antwortete Lanyon ausweichend. Der Polizeipräsident versicherte, dass Beamte rund um die Chanukka-Veranstaltung im Einsatz gewesen seien, was auch die prompte Reaktion der Sicherheitskräfte belege.
Der israelische Staatspräsident Isaac Herzog sprach kurz nach den Schüssen von einem Anschlag auf die jüdische Gemeinde. „In genau diesen Momenten sind unsere Schwestern und Brüder in Sydney, Australien, von abscheulichen Terroristen angegriffen worden – bei einem äußerst grausamen Angriff auf Juden, die sich versammelt hatten, um am Bondi Beach die erste Chanukka-Kerze zu entzünden“, erklärte Herzog in Jerusalem. „Wir wiederholen unsere Warnungen immer wieder gegenüber der australischen Regierung, um Maßnahmen einzufordern und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht.“
Der israelische Außenminister Gideon Saar reagierte ebenfalls mit scharfer Kritik an der australischen Regierung. „Ich bin entsetzt über den mörderischen Schussangriff bei einer Chanukka-Veranstaltung in Sydney, Australien“, schrieb er auf X. „Dies sind die Folgen der antisemitischen Randale auf den Straßen Australiens in den vergangenen zwei Jahren, die durch die antisemitischen und aufrührerischen Aufrufe ‚Globalisiert die Intifada‘ vorangetrieben wurde, die man heute umgesetzt hat“, sagte Saar. Mit Intifada sind zwei Palästinenseraufstände gegen die israelische Besatzung gemeint, bei denen in der Vergangenheit auch zahlreiche Israelis bei Terroranschlägen getötet worden waren. Der israelische Außenminister forderte: „Die australische Regierung, die unzählige Warnsignale erhalten hat, muss endlich zur Vernunft kommen!“
Der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierte bestürzt auf die Tat. Die Berichte hätten viele Menschen erschüttert, auch wenn die Hintergründe noch unklar seien. „In diesen schweren Stunden sind wir in Gedanken bei den Betroffenen, den Verletzten und den Angehörigen der Opfer“, hieß es.
Mehrere Videos in sozialen Medien geteilt
In sozialen Medien werden Videos geteilt, die die mutmaßlichen Schützen zeigen. Es sind mehrere Schüsse, Polizeisirenen und Schreie zu hören. Ein anderes Video zeigt Menschen, die in Panik den Strand verlassen. Auch ein Video von der augenscheinlichen Festnahme der Täter wird geteilt. Ein weiteres Video zeigt einen Mann, der sich von hinten dem mutmaßlichen Schützen nähert und ihn zu Boden ringt. Die Echtheit der Videos kann nicht verifiziert werden.
Das Chanukka-Fest erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels 164 vor Christus in Jerusalem und an den Sieg des jüdischen Volkes über die Besatzer. In Erinnerung daran wird in Häusern und Synagogen während des Lichterfestes jeden Abend eine neue Kerze am neunarmigen Chanukka-Leuchter entzündet.
Mit Material der dpa





















