Champions League: Nico Schlotterbeck rechnet mit BVB-Kollegen ab | ABC-Z

Das musste offenbar raus: Nach dem enttäuschenden 2:2 (1:1)-Remis von Borussia Dortmund in der Champions League gegen Bodø/Glimt hat Nico Schlotterbeck sehr klare Worte an seine Mitspieler gerichtet.
Nachdem seine Mannschaft zwei Führungen gegen den norwegischen Außenseiter (Julian Brandt hatte beide Treffer erzielt) hergegeben hatte und so zwei Punkte im Kampf um den direkten Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse liegen ließ, war der BVB-Abwehrchef bedient. Nur Minuten nach dem Abpfiff stand Schlotterbeck beim Streamingdienst “DAZN” im Interview Rede und Antwort, ließ dort seinen Gefühlen freien Lauf. Und er nahm dabei kein Blatt vor den Mund.
“Das ist nicht bitter, sondern richtig schlecht”
Auf die Frage, wie bitter das 2:2 gegen Bodø/Glimt gewesen sei, gab es von Schlotterbeck Klartext. “Was heißt bitter? Ich habe schon in der Halbzeit angesprochen, dass wir nach der Führung angefangen haben, extrem fahrig zu spielen und unfassbar schlechte erste Kontakte hatten. Jeder spielt so ein bisschen sein Spiel, die Spieler, die reinkommen, verlieren jeden Ball. Ich sage immer, Gewinner-Mentalität ist auch, das Spiel zu killen – das haben wir gar nicht hinbekommen”, so der deutsche Nationalspieler.
Und weiter: “Wir chippen vor dem Torhüter, umkurven noch ein, zwei Spieler, wollen es ein bisschen schön machen. Das reicht dann nicht, weil wir spielen Champions League und das ist viel zu wenig. Wir können hier auf 13 Punkte gehen und ich glaube, manchen war nicht bewusst, wie wichtig das hier ist. Deswegen ist das nicht bitter, sondern richtig schlecht.”
Mit einem Sieg wäre der BVB bis auf Rang vier vorgerückt und hätte einen großen Schritt Richtung direkter Qualifikation für das Achtelfinale gemacht, für die man es unter die Top 8 in der Gruppenphase der Champions League schaffen muss. Stattdessen belegt Dortmund nun nur Rang zehn vor den übrigen Partien bei den Tottenham Hotspur (21. Januar 2026) und gegen Inter Mailand (28. Januar).
Die BVB-Joker waren diesmal keine Hilfe
Was Schlotterbeck vermutlich neben dieser verpassten Chance so sehr ärgerte, war, dass seine Worte in der Kabine nach dem ersten Durchgang nicht genügend bei seinen Mitspielern bewirkt hatten: “Wir kommen gut aus der Halbzeit, haben dann auch eins, zwei gute Phasen. Aber das Spiel zu killen, ist eine Qualitätssache – und wenn du das nicht machst, kommst du zum 2:2, das ist dann nicht gut genug. Das muss man auch ansprechen. Ich habe es in der Halbzeit laut zur Mannschaft gesagt.”
Am wenigsten einverstanden war Schlotterbeck allerdings mit den Leistungen der Spieler, die eingewechselt wurden. Was er am meisten vermisste? “Intensität! Wenn man in der 60. Minute reinkommt, erwarte ich 30 Minuten Volldampf. Das sah alles schön aus, wir haben rechts und links kombiniert, aber du musst killen, das haben wir nicht gemacht”, so der 26-Jährige. Dazu passte, dass mit Karim Adeyemi einer der Betroffenen von einem seiner “schlechtesten Spiele” sprach. “Das war nichts”, sagte der Stürmer bei “DAZN”.
Schlotterbeck: “Das kann nicht der Anspruch sein”
Und so gab es sogar beinahe noch eine Niederlage, weil Bodø/Glimt in den letzten Minuten zwei große Gelegenheiten zum 3:2 hatte, während beim BVB nichts mehr ging. “Nach dem 2:2 hatten wir keine Torchance mehr, wir haben die letzten 15 Minuten unfassbar unsauber gespielt. Der Gegner hatte in den letzten Minuten mehr Ballbesitz als wir, das kann nicht der Anspruch sein, vor allem nicht in einem Heimspiel”, sagte Schlotterbeck.
Der wiederholte zum Abschluss, wie wegweisend dieser am Ende unschöne Abend für Dortmund war: “Das war zu wenig und ich glaube, manchen war nicht bewusst, wie wichtig das heute war. Weil jetzt müssen wir wieder beide Spiele gewinnen, sonst sind wir nicht unter den Top 8. Dann haben wir wieder zwei Spiele mehr (der BVB müsste sich über die Playoffs für das Achtelfinale qualifizieren, d. Red.) und jeder regt sich auf, dass er zu viel spielt.”





















