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FC Bayern München besiegt St. Pauli in Fußball-Bundesliga 2025 3:1 | ABC-Z

Es lief die 90. Minute in der Münchner Arena, da hätte der Serienverlierer der vergangenen Wochen beinahe den Seriensieger der Fußball-Bundesliga düpiert. Aber Louis Oppie, der Einwechselspieler des FC St. Pauli, vergab die große Chance auf die Führung. Gut sechs Minuten später war die Partie beendet – und gejubelt hat doch wieder der FC Bayern. In der Nachspielzeit erzielte der dieses Mal nicht sehr souveräne Tabellenführer noch zwei Tore und gewann 3:1. „Solche Siege gehören zu einer Saison“, sagte Münchens Trainer Vincent Kompany.

Bayern-Präsident Herbert Hainer sprach von einem „zähen Spiel“, was fast noch ein bisschen zu positiv für den Auftritt des Rekordmeisters klang. Denn drei Tage nach der Champions-League-Niederlage beim FC Arsenal, der ersten in dieser Saison, fehlte den Münchnern Esprit, Schwung und Durchschlagskraft, weshalb eine Mannschaft wie der FC St. Pauli, die zuvor acht Spiele nacheinander verloren hatte, beinahe zum Stolperstein geworden wäre. Aber die beiden Tore in der Schlussphase hätten auch gezeigt, sagte Hainer, „dass die Moral der Mannschaft stimmt, dass sie an sich glaubt und dann auch zum Schluss noch ein Spiel drehen kann“.

Vor der Partie hatte es noch einen Ausflug in die Vergangenheit gegeben. Kingsley Coman wurde fast ein halbes Jahr nach seinem Wechsel in die saudi-arabische Profi-Liga mit dem obligatorischen Blumenstrauß, der ebenfalls üblichen Bilder-Collage und Applaus vom Münchner Publikum verabschiedet. Das, was Coman dann von seinem Sitzplatz auf der Tribüne sah, dürfte ihn zunächst ein wenig an die Fehler erinnern, die sich die Bayern gelegentlich in den vergangenen Jahren geleistet hatten.

Dieses Mal war es ein Missverständnis zwischen Konrad Laimer und Joshua Kimmich in der eigenen Hälfte, das zum Ballverlust führte. Der für Dayot Upamecano in die Startelf gerückte Minjae Kim (im Sprint deutlich langsamer als der Franzose) schaffte es zuerst nicht, den Pass auf Andréas Hountondji zu verhindern und dann kam er dem Stürmer von St. Pauli nicht mehr hinterher. Hountondji schoss den Ball in die kurze Ecke, die im Fußball-Jargon als Torwart-Ecke bezeichnet wird – das nächste Gegentor, bei dem der zuletzt nicht fehlerfreie Manuel Neuer unglücklich aussah.

Zwei Pfostentreffer, dann der Ausgleich

Und es war auch der nächste Rückstand für die Münchner. Zuletzt hatte der FC Bayern gegen Paris Saint-Germain in der Champions League Anfang November das erste Tor der Partie erzielt, seitdem viermal das 0:1 kassiert, gegen Freiburg sogar noch einen zweiten Gegentreffer kassiert, ehe sie die Partie allerdings fulminant drehten.

Dieses Mal ließ die Antwort lange auf sich warten, länger als zuletzt. Erst kurz vor der Pause nutzte Raphael Guerreiro eine leichte Orientierungslosigkeit der Hamburger Abwehr zum 1:1 (44.). Zuvor hatten drei Verteidiger Luis Díaz bearbeitet, weshalb die Zuordnung nicht mehr passte, als der Kolumbianer im Fallen den Ball zu Guerreiro spitzelte. Der Ausgleich war nicht unverdient. Die Bayern hatten davor schon zweimal den Pfosten getroffen, einmal Lennart Karl, dann Tom Bischof, und die Partie dominiert, aber aus ihren gut 80 Prozent Ballbesitz zu wenig gemacht.

In der Halbzeit nahm Kompany eine erste Personalkorrektur vor. Er hatte die Mannschaft im Vergleich zur Arsenal-Niederlage auf vier Positionen gewechselt, sicher auch mit Blick auf das Pokalspiel am kommenden Mittwoch bei Union Berlin (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal, im ZDF und bei Sky). Neben Upamecano, der nicht einmal im Kader stand, schauten auch Michael Olise, Josip Stanisic und Serge Gnabry zunächst zu. Nach der Pause Olise für Laimer, der gewohnt fleißig, aber nicht besonders glücklich agiert hatte.

Das Spiel der Bayern wurde etwas druckvoller, auch schafften sie es öfter einmal, den Ball gefährlich vor das Tor zu bringen. Aber zunächst ohne Folgen für St. Pauli – auch weil Harry Kane an diesem Tag kaum etwas gelang. In der ersten Hälfte war er überhaupt nicht präsent, was aber daran lag, dass die Bayern kaum Gelegenheit bekamen, ihn in Szene zu setzen. Nach der Pause durfte er dann endlich mitmachen, aber zuerst schlug er über den Ball und dann scheiterte er an St.-Paulis Torwart Nikoka Vasilij.

Die Gäste schöpften hingegen ihre im Vergleich mit den Bayern spielerisch limitierten Möglichkeiten besser aus, sie standen in der Defensive gut. „Vielleicht wird es in München einfacher, weil wir krasser Außenseiter sind und wir mit dem Gefühl ins Spiel gehen können, dass wir nichts zu verlieren haben“, hatte St.-Pauli-Trainer Alexander Blessin vor der Reise zum FC Bayern gesagt und als Ziel formuliert, „das Spiel so lange wie möglich offen zu gestalten.“

Das ist St. Pauli bis zur Nachspielzeit gelungen, dann drehten die Bayern das Spiel. Nach der verpassten Torchance von Oppie traf zuerst Díaz mit der Schulter zum 2:1, ehe der eingewechselte Nicolas Jackson das 3:1 erzielte. „Es war nicht einfach heute“, sagte Kompany. Sein Kollege Blessin sah trotz der neunten Niederlage nacheinander „viele, viele gute Sache, die wir mitnehmen können“.

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